Die königliche Zillertal Bike Challenge 2017

Zillertal Bike Challenge - Anstieg Tag 2

Die Zillertal Bike Challenge ist ein Marathon-Etappenrennen über drei Tage. Sie ist offen für alle FahrerInnen, das heisst, es ist keine Rennlizenz notwendig und alle HobbyfahrerInnen können daran teilnehmen. Das Ziel befindet sich am Hintertuxer Gletscher inmitten eines herrlichen Bergpanoramas.

2017 fand die Zillertal Bike Challenge zum 9. Mal von 30. Juni bis 2. Juli 2017 statt. Das Mountainbike Rennen in Tirol gehört zu den renommiertesten in ganz Europa.

Royale Titel in luftigen Höhen

Die Renn-Kategorien sind: King / Queen of the Mountain, Prince / Princess of the Mountain und Lord / Lady of the Mountain. Die royalen Mountainbike Titel spiegeln die Härte der Kategorien wider. Die Kings und Queens müssen nämlich an 3 Tagen insgesamt 187 km und 9.126 Höhenmeter bewältigen. Die Prinzessinnen und Prinzen sind auch beachtliche 163 km und 5.266 Höhenmeter unterwegs. Ein bisschen weniger, aber dennoch eine Herausforderung sind die 124 km und 3.755 Höhenmeter, die die Lords und Ladies fahren.

Panorama Zillertal

Wer es genau wissen will, kann sich hier die Informationen zu den Streckenlängen und Etappen ansehen.

Anreise ins Zillertal

Genug Platz für Bike und zwei Personen Wir reisten am Donnerstag nachmittag aus Wien nach Tirol an. Die Anreise war easy, da das Zillertal gut zu erreichen ist und wir von Denzel Wien einen HYUNDAI i40 zur Verfügung gestellt bekamen, der ausreichend Platz für ein Mountainbike, zwei Personen und die gesamte Ausrüstung für vier Tage bot. Nach knapp 5 Stunden waren wir in Rohrberg. Das Wetter sah nicht vielversprechend aus, viel Regen, Temperaturen um die 0 Grad auf 2.000 Meter – kein ideales Wetter für ein Mountainbikerennen. Nach dem Auspacken und einer Lagebesprechung für den nächsten Tag ging es rasch ins Bett, mit der Hoffnung der erste Racetag möge besseres Wetter und ein paar Grad mehr bieten.

Die erste Etappe am Freitag

Tag 1: Pünktlich zum Start um 9 Uhr Früh in Fügen hatte das Tiroler Wetter ein Einsehen und stoppte für einige Stunden den Regen, die Sonne brach durch und bei angenehmen Temperaturen starteten die TeilnehmerInnen auf ihre verschiedenen Etappen, alle mit dem Ziel unversehrt in Zell am Ziller anzukommen.

Während die Damen und Herren sich die Berge hochkämpften um diese dann rasant wieder herunter zu fahren, tobte ich – Anita von den BIKESISTERS – mich mit Guide Stephan Oberlechner von der MTB Schule Tirol auf den lokalen Trails aus.

Nach einer ausgiebigen Erholungsphase in der hoteleigenen Sauna (Aktivhotel Tuxerhof) und einem leckeren Abendessen waren wir bereit für Tag 2.

Der zweite Renntag mit nassem Trail

Auch am zweiten Renntag zeigten sich die Tiroler Berge von ihrer besten Seite und die Sonne brach schon früh durch die Wolken. Der Start der Etappe befand sich in Zell am Ziller. Nach wenigen Kilometern ging es – für die Lords / Ladies inklusive meiner Einer – mit der Rosenalmbahn hinauf zur Mittelstation. Die anderen Kategorien durften den ganzen Berg hochtreten.

Verpflegungspause Kreuzwiesenalm

Ich bewunderte so manche FahrerInnen, die mich mit einem gewaltigen Tempo berghoch überholten, obwohl sie doppelt und dreifach so weit Fahren. Aber ich habe auch ein paar überholt 😉 Bergab und sogar bergauf. Das war der Moment, wo ich ein wenig bereut hatte, dass ich ausserhalb der Etappenwertung fuhr. Hätte mich dann doch interessiert wie fit ich bin. Die Route führte über den Schmankerlweg zur Kreuzwiesenalm. Dort begann die rasante Abfahrt auf der durch den nächtlichen Regen anspruchsvollen Abfahrt zum Freizeitpark Zell bis ins Ziel der 2. Etappe – nach Mayrhofen.

Impressionen vom Tag 2: die Etappe von Zell am Ziller nach Mayrhofen führt auch für die Kategorie Lord/Lady ein kurzes Stück über den Wiesenalmtrail (sieht man im Video)

Tag 3 – am Start mit Tina Durst

Kurz vor dem Start trafen wir Tina Durst, die Gewinnerin unserer Startplatz-Verlosung für die Mountainbike Challenge und amtierende Vizeweltmeisterin im 12 Stunden Mixed-MTB-Rennen. Sie hatte die ersten beiden Etappen der ZBC mehr als bravourös gemeistert und war nervös vor der letzten harten Etappe auf den Gletscher.

Tina Durst, Focus Rapiro Racing und Anita Posch

Tina war für das Rennen nicht speziell vorbereitet, da der Gewinn des Startplatzes sehr kurzfristig kam. Im Gegensatz zu vielen anderen FahrerInnen gefielen der quirligen Mountainbikerin besonders die herausfordernden Trailsektionen und das obwohl sie erst seit wenigen Jahren Mountainbike fährt. Bis Anfang 30 war Tina Kapitänin des deutschen Rugby Nationalteams. Danach wollte die Norddeutsche etwas Neues versuchen und nahm die Einladung eines Freundes zum Mountainbiken an. Nach den ersten Ausfahrten und einigem Fahrtechniktraining, schloss sich Tina – mittlerweile im Süden Deutschlands lebend – dem Focus Rapiro Racing Team an. Aus Neugierde nimmt sie gerne auch spontan an diversen Wettbewerben und Rennen teil. So kam es auch zum Start bei der 12h Mixed Weltmeisterschaft, wo sie mit ihrem Teampartner Vize-Weltmeisterin wurde.

Bei ihrem ersten aber vermutlich nicht letzten Start bei der ZBC wurde sie in der Gesamtwertung der Queens 6. und in ihrer Altersklasse 2! Und das obwohl sie mit den steilen Rampen, langen Anstiegen und auf der 3. Etappe mit der Höhenluft zu kämpfen hatte. Immerhin geht es auf über 3.000 Meter Seehöhe auf den Hintertuxer Gletscher. Für Tina war die erstmalige Teilnahme so beeindruckend, dass sie mit speziellem Training im Vorfeld noch einmal teilnehmen will.

Hier der Start zur dritten und letzten Etappe von Mayrhofen auf den Hintertuxer Gletscher. Für die Kings und Queens waren das nochmal über 50 km und 3.000 Höhenmeter an einem Stück.

Alle TeilnehmerInnen gewinnen

Die Zillertal Bike Challenge ist eine tolle Herausforderung und ein Abenteuer für MountainbikerInnen aller Klassen. Ich bin sicher, dass viele der StarterInnen im kommenden Jahr wiederkommen, da man nach der ersten Teilnahme ein Gefühl bekommt wie man sich das Rennen besser einteilen könnte und worauf es in der Vorbereitung ankommt. Den BegleiterInnen und Fans wird während der drei Tage nicht langweilig. Erstens durch das dichte Rennprogramm und zweitens wegen der Wander- und Genußmöglichkeiten durch das mit der Zillertalbahn sehr gut erschlossene Urlaubsgebiet.


Am Sonntag ging es über den Gerlos in den Pinzgau und von dort über Salzburg nach Wien zurück. Mit vielen Eindrücken nach einem abwechslungsreichen vier Tagen starteten wir in die neue Woche.

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