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Der Donauradweg von Dürnstein bis Wien in ServusTV

Ich bin einen Teil des 2.850 km langen Donauradweges, der von der Quelle der Donau bis zur Mündung ins Schware Meer führt, mit Jakob Glanzner von Servus TV gefahren. In Österreich verläuft der Radweg von Passau bis Bratislava, das sind gesamt 326 Kilometer. Etwa 90 km davon ist das Teilstück von Dürnstein nach Wien lang.

Wie lang ist der Doanuradweg in Österreich?

Der Donauradweg ist nach dem Bodensee-Radweg die zweit-meistbefahrene Radstrecke Europas überhaupt. Jährlich sind etwa 630.000 Radler auf dem österreichischen Donauradweg unterwegs, von denen etwa 55.000 die gesamte 326 km lange Strecke zurücklegen. Das liegt zum einen an der angenehm flachen und zu großen Teilen autofreien Strecke und an der landschaftlichen Schönheit, wie man auch im Beitrag sieht.


Der Donauradeg führt an Österreichs einzigem Atomkraftwerk vorbei. Es liegt in Zwentendorf und wurde in den Siebziger-Jahren erbaut . Aufrund einer Volksabstimmung ist es nie in Betrieb genommen worden. Heute kann man diese historische Einzigartigkeit besichtigen.

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Radfahren Reise- und Tourenberichte Rennrad fahren Unterwegs

Von Kassel zum „Brocken“ – ein 270 km Ritt mit fast 4.000 HM

Ein Tourbericht von Kathrin Fuchs aus Kassel.

Da ich bekanntlich nicht die Schnellste bin, musste die Fahrt früh beginnen, soll heißen, um 5:40 Uhr gings los. Die Straßen hatten wir Sonntag früh für uns. Zügig gings über den Umschwang runter ins Werratal nach Witzenhausen. Durch die Kirschenstadt hindurch bis zur Bundesstraße. Diese folgen wir einige hundert Meter und biegen dann rechts ab. Es geht eine kurvenreiche Straße bergauf. Am Scheitelpunkt begrüßt uns ein Schild mit dem Hinweis, dass hier Deutschland und Europa geteilt waren. Mit anderen Worten: wir überqueren die innerdeutsche Grenze nach Thüringen, genauer ins katholische Eichsfeld. Diese Grenzerfahrung sollte nicht die einzige bleiben.

Jetzt geht’s erstmal schön bergab ins Leinetal bis Arenshausen. Von dort dann ein kurzes Stück auf dem traumhaft schönen Leineradweg Richtung Osten. Nach wenigen Metern müssen wir den Radweg bereits verlassen und fahren immer bergan Richtung Bremke. Unbemerkt verlassen wir Thüringen und fahren ins nächste Bundesland: Niedersachsen. Von hier aus durchqueren wir auf weiterhin ruhigen Straßen viele kleine Ortschaften.

Nach Neuenburg kommt eine wunderschöne Kehrenstrasse bergauf durch ein Waldstück. Garmin weist uns auf den ehemaligen Kolonnenweg voran hin. Oben angekommen sehen wir auch schon einen ehemaligen Grenzturm mit den typischen Betonplatten des Kolonnenweges. Diese gibt es hier im „Grünen Band“ zahlreich.

Wir haben leider keine Zeit für Besichtigung und fahren hinab nach Böseckendorf. Ach ja, ab Neuendorf sind wir wieder in Thüringen. Böseckendorf erlangte Berühmtheit, weil rund die Hälfte der Einwohner kurz vor der Grenzerrichtung in den Westen geflohen sind. Das war die größte Massenflucht über die innerdeutsche Grenze.
Direkt hinter dem Ort geht’s wieder nach Niedersachsen ins wunderschöne Duderstadt. Eine schmucke Altstadt mit kleinen Pflastersteinen. Schon früh hat dort ein Café geöffnet, wo wir Energie nachtanken.

Wir verlassen Duderstadt und fahren entlang der „innerdeutschen Grenze“ weiter Richtung Harz. Ein weiteres Stück durch Thüringen und dann wieder Niedersachsen nach Bad Lauterberg. Hier sind wir dann richtig im Harz drin. Ab jetzt geht es immer weiter bergauf. Ein Flachstück führt und noch am Oderstausee vorbei. Alles Bundesstraße natürlich. Vormittags aber noch aushaltbar.

Lange dauerts und wir kommen endlich in Braunlage an. Nach Braunlage fahren wir ins 4. Bundesland des Tages: Sachsen-Anhalt. Jetzt noch bis Elend die Bundesstraße, dann weiter auf Landstraße nach Schierke und von dort dann die eigentliche Auffahrt hoch zum Brocken. Die deutlich sichtbaren Schilder mit der Bitte an die Wanderer, wegen der Radfahrer rechts zu gehen, bleiben unbeachtet. Also bleibt nur Schlangenlinien fahren bis oben.
Das Ganze zieht sich etwas, ist aber sehr schön. Von oben hat man einen wundervollen Blick auf die Ebene.


Oben noch mal gestärkt und die Reset-Taste gedrückt.
Der Rückweg war leider mit Gegenwind verschärft, aber wir sind angekommen.

Alles in allem eine wunderschöne Tour.

Die Tour auf Strava

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Rennrad fahren Touren fahren Unterkünfte Unterwegs Urlaub mit dem Rad

Radfahren, Relaxen und das Leben genießen – Wochenende in der Südsteiermark

Manchmal schreit eine kleine, laute Stimme in mir: Abwechslung! Ich will mal was anderes sehen! Lass uns fortfahren und etwas Neues erleben! So war es auch diesmal. Also begab ich mich auf die Suche nach dem optimalen Platz für ein erholsames Wochenende samt Ruhe und schöner Fahrradtour. Falls sich das Wetter wie so oft in diesem Frühling von der nasskalten Seite zeigt, brauchte ich eine Alternative wie ein Schwimmbad oder eine Therme.

Bei Therme denke ich immer an die Route von Wien nach Graz. Diese ist gesäumt von Thermalbädern samt Hotels. Auf sowas Großes hatte ich keine Lust. Irgendwie bin ich dann bei meiner Internetrecherche über das Thema Wein und die Therme Loipersdorf auf das Weingarten-Resort Unterlamm gestoßen. Die Fotos hatten mich sofort angesprochen.

Die Webseite versprach, dass man hier nicht nur in zahlreiche Thermen gehen könnte, sondern auch, dass die Gegend ideal zum Radfahren ist. Also packte ich mein Rad und meine Siebensachen und überzeugte meine Freundin, dass ein Besuch dort doch einen Versuch Wert wäre.

So kamen wir an einem verregneten Freitag nachmittag in der Südsteiermark an. Das Wetter sollte am Samstag schön und am Sonntag wieder regnerisch sein. Daher planten wir für Samstag eine Rennrad-Tour und für Sonntag den Thermenbesuch. Zuerst machten wir es uns auf der Terrasse bequem und entspannten uns abends im privaten Whirlpool. In einigen der anderen Weinhäuser gibt es Infrarotkabinen. Abendessen kann man in vielen umliegenden Buschenschanken oder privat im eigenen Weinhaus mit Lieferservice durch den Hausherrn.

Am Samstag früh wurde uns das Frühstück zum Haus geliefert. Wir konnten im Vorfeld zwischen Frühstück „pikant“ (Schinken, Käse, Rohkost, etc.) und „süß“ (Marmelade, Honig, etc.) wählen. Erwähnenswert neben der hervorragenden Qualität der einzelnen Speisen direkt aus der Region, auch die Wahl der nachhaltigen Verpackungen in Form von Korb, Jutesäckchen, Einweckgläsern, Butterpapier und Glasflaschen.

Das Wetter war wie vorhergesagt sonnig und mild und wir konnten auf der Terrasse frühstücken und die Fahrradtour besprechen. Laut GPS Track führt die „Riegersburg Tour“ direkt am Weingarten-Resort vorbei. Das heisst wir starteten direkt von der Unterkunft weg.

Die „Riegersburg Tour“ ist etwa 48km lang und hat rund 600 Höhenmeter. Sie verläuft zum größten Teil auf schmalen Nebenstraßen mit wenig Autoverkehr. Manche Teilstücke verlaufen auf Straßen mit mehr Verkehr. Der Großteil der Strecke ist jedoch fast autofrei und traumhaft schön.

Zwischen Feldern, durch kleine Wälder und an der imposanten Riegersburg vorbei. Die 600 Höhenmeter sind teilweise sehr knackig, dafür aber nicht allzu lang. Wer, wie ich kurze steile Stellen im Gegenzug zu langezogenen Auffahrten mag, wird die Strecke mögen. Es ist eine der schönsten Touren, die ich je gefahren bin. Kurz habe ich überlegt sie alleine ein zweites Mal zu fahren. Aber das wäre dann doch übertrieben gewesen.

Meine Begleiterin hat so manche Stelle zu Fuß zurückgelegt und trotzdem nicht den Spaß an der Tour verloren. Daher eine Anmerkung für weniger sportliche RadfahrerInnen: es ist an manchen Stellen wirklich steil. Doch mit Absteigen und gemütlich schieben, ist jeder Hügel zu schaffen. Es zahlt sich aus.

Im Weingarten-Resort wieder angekommen ging es nach einer kurzen Dusche wieder ins warme Whirlpool, um die Muskeln zu entspannen. Danach noch die letzten Sonnenstrahlen bei Kaffee und Jause auf der Terrasse genossen, bevor Wind und Wolken den wieder bevorstehenden Regen ankündigten.

Am Sonntag wurde nochmals ausgiebig gefrühstückt, bevor wir um 11 Uhr auscheckten und uns auf den Weg in das Schaffelbad der Therme Loipersdorf machten.

Müsste ich eine Bewertung abgeben, würde ich dem Weingarten-Resort fünf von fünf Sternen geben. Die Anlage ist innen und außen architektonisch sehr ansprechend, das Frühstück schmeckt ausgezeichnet und Service und Freundlichkeit lassen keine Wünsche offen.

[Anzeige] Hinweis: Die Unterkunft wurde uns freundlicherweise unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Dies beeinflußt meinen Bericht jedoch in keinster Weise.

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Unterwegs Urlaub mit dem Rad

Fahrrad Transport im Flugzeug – Fahrrad Koffer oder Bike Tasche?

Du willst dein Fahrrad für den Flug verpacken und fragst dich, ob ein Fahrrad Koffer die beste und sicherste Alternative ist? Ich habe drei Fahrrad Transport Möglichkeiten verglichen.

Die günstigste Fahrrad Verpackung für den Flug

Die bei weitem günstigste Alternative ist ein Fahrrad-Karton*. Dieser schützt, wenn das Rad innen gut verpackt ist, genauso vor Transportschäden. Ich habe mein Mountainbike in so einem Karton auf meiner Südafrika Reise mitgehabt. Nach zwei Flügen war der Karton zwar leicht angeknackst, aber bei einem Preis von cirka 15.- Euro ist das zu verkraften. Dies ist also die günstigste Methode das Fahrrad im Flugzeug zu transportieren. Ganz schlaue Sparfüchse gehen zum nächsten Fahrradhändler und fragen, ob sie einen der leeren Kartons haben können. Meist sind die Händler froh, weil sie dadurch weniger Altpapier entsorgen müssen.

Gründe für einen Fahrrad Koffer

Ich habe mich trotzdem für die teurere Alternative des Fahrrad Koffers entschieden. Erstens aus Komfortgründen, ich bin schlichtweg zu faul jedesmal zum Fahrradhändler zu gehen und den Karton mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause zu transportieren. Zweitens, weil ich oft alleine reise. Das heisst, ich muss sowohl das Rad und gleichzeitig mein anderes Gepäck manövrieren. Da ich nur zwei Hände besitze, ist der Transport im Karton unmöglich, denn dieser muss getragen werden. Die Koffer von Thule* und Evoc* haben Rollen, diese kann ich wie meinen anderen Koffer neben mir herziehen.

Den Thule Koffer finde ich praktisch, weil ein Fahrrad Montageständer integriert ist. Das ist eine große Hilfe beim Verpacken und Wiederaufbauen des Fahrrads. Ich habe mich aber dennoch für die Evoc Bike Travel Bag Fahrradtasche entschieden - aus drei Gründen:

  1. Gewicht: die Evoc Tasche ist leichter als die Thule, das ist bei Flugreisen wichtig
  2. Preis: die Evoc ist günstiger als der Thule Fahrrad-Koffer
  3. Montage: Der Montageständer ist bequem aber zum Auf- und Abbau des Rades nicht zwingend notwendig

Bei der Evoc Bike Travel Bag gibt es wiederum die Standard Ausführung und die Pro Version. Der Unterschied ist, dass

  • die Pro Ausführung ein wenig leichter ist als die Standard Tasche
  • bei der Evoc Pro ist der Rennrad Gabeladapter und das Frame Pad (zum Befestigen des Lenkers am Rahmen) inklusive
  • die Pro ist eine Spur größer als der Standard Koffer. Maximaler Radstand: 124 cm zu 122 cm.
Evoc Fahrradtasche Bike Travel Bag, lime, 50 x 27 x 14 cm, 280 Liter, 7015102111
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Evoc Bike Travel Bag Pro Lieferung

Größe der Lieferung Evoc Bike Travel Bag Unpacking

Inhalt Evo Bike Travel Bag Pro

Hast du schon mal dein Rad im Flieger transportiert? Wie sind deine Erfahrungen damit?

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Unterwegs Urlaub mit dem Rad

Das Rad für den Transport im Flugzeug richtig packen

Hier werden mehrere tausend Euro „fachgerecht“ transportiert. Mein Herz blieb fast stehen vor Schreck. Die ganze Fahrt über war ich angespannt und habe nicht gewagt nach hinten zu sehen. Doch – alles ist gut gegangen. Auch im Flugzeug.

Das eigene Rad in den Urlaub mitnehmen ist anfangs eine logistische Herausforderung. Wie transportiere ich das Fahrrad im Flugzeug, welche Verpackung ist die sicherste und wie verstaue ich das Rennrad oder Mountainbike richtig für den Flieger?

Ist die Frage nach der Fahrrad im Flugzeug Transportmöglichkeit ergo Tasche mal geklärt, geht es ans Einpacken und Demontieren des Fahrrads. Meist müssen beide Räder und die Pedale abmontiert werden.

Werkzeug für das Packen des Rads

Dazu benötigst Du einen Pedalschlüssel oder einen 15mm Inbusschlüssel. Für das Herunternehmen des Lenkers und das Absenken des Sattels brauchst du ebenfalls den passenden Inbusschlüssel. Mehr Werkzeug brauchst Du beim Rennrad packen nicht. Im Prinzip funktioniert das Fahrrad verpacken beim Mountainbike genauso wie beim Rennrad, allerdings solltest du zusätzlich die Dämpferpumpe miteinpacken.

In diesem Video verpacke ich das Rennrad für eine Flugreise. Früher dachte ich, dass die Luft aus den Reifen und Dämpfern abgelassen werden muss, aber das hat sich als falsch herausgestellt.

Untertitel aktivieren oder hier mitlesen

  • Die Pedale abmontieren: auf beiden Seiten ist immer nach hinten also in Richtung des Hinterrades zu öffnen.
  • Ich verpacke die Pedale in getrennte Tüten, dann weiß ich beim Zusammenbauen schneller, welches rechts und links ist.
  • Beim Sattel reicht es meist, dass er ganz nach unten gestellt wird.
  • Falls der Rahmen zu groß ist oder die Sattelstütze zu lang, musst du ihn ganz abnehmen.
  • Vorderrad abnehmen. Zuerst die Bremse öffnen, dann den Schnellspanner öffnen.
  • Das Hinterrad abmontieren.
  • Zuerst die Kette hinten auf das äußerste Ritzel bringen. Dann lässt sich das Rad leichter aus- und wieder einbauen.
  • Schnellspanner öffnen. Bremse öffnen.
  • Schaltwerk nach hinten ziehen und Rad herausnehmen.
  • Wer keinen Montageständer hat, sucht etwas zum Unterlegen.
  • Lenker abmontieren. Nur den Lenker abnehmen, nicht die Gabel öffnen.
  • Mit dem Frame Pad den Lenker am Rahmen befestigen. Am besten bevor man das Rad in den Koffer gibt 😉
  • Gabel in den Road Bike Adapter stecken.
  • Rad im Koffer befestigen.
  • Zum Schutz des Rahmens Rohrisolationsmaterial verwenden (gibt es im Baumarkt).
  • Schnellspanner aus den Laufrädern nehmen.
  • Laufräder einpacken.

…und finito. Auf gehts!

Ich hatte bisher Glück weder ging der Fahrrad Koffer verloren noch wurde etwas beschädigt.

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Reise- und Tourenberichte Unterwegs

Es ist nie zu spät anzufangen. Was uns ein junger Radreisender zeigt.

Clément Mas bereist die Welt mit dem Fahrrad und ist Gründer von Travelmap.net. Sein Schlüsselerlebnis war seine Australien Durchquerung. Das ist seine Geschichte und das können wir von ihm lernen.

Ein junger, gut ausgebildeter Franzose namens Clément Mas lehnte 2012 ein Jobangebot eines aufstrebeneden Londoner Start Ups ab. Niemand verstand das. Wieso nimmt ein junger Web Developer kein längerfristiges Jobangebot an? Doch er hatte einen anderen Plan. Er wollte seinen Traum leben. Einfach so. Nur für sich.

Eine Reisende aus Thailand besuchte seine Schule und zeigte ihm als Jugendlicher auf einer Karte die „S“-Form von Thailand. Das hatte Eindruck auf ihn gemacht, so stark, dass daraus die Idee entstand, selbst auch einmal Schulen zu besuchen und Kindern von seinen Reisen zu erzählen.

Also begann er abwechselnd 6 Monate zu arbeiten und ein paar Monate auf Reisen zu gehen. Er verkaufte alle Dinge, die er besaß und machte sich mit 2 kleinen Koffern auf den Weg nach Australien. Er hatte ein „Working Holiday“ Visum für 1 Jahr. 3,5 Monate vor Ablauf des Visums beschloss er 2.000km mit dem Rad bis nach Adelaide zu fahren.

In dem Radladen, wo er sein Rad kaufte, schüttelte der Verkäufer nur den Kopf als Clément ihm von seinem Plan erzählte. Schnell war ihm klar, dass er in Zukunft weniger auf die Meinung anderer hören würde, weil viele Leute negativ oder zumindest sehr reserviert reagierten.

Die Schwierigkeiten in Australien für Überlandfahrten mit dem Fahrrad sind nicht zu unterschätzen. Es gibt keine Radwege oder kleine Nebenstraßen. Nur den Highway für alle. Es herrscht Schwerverkehr. Im wahrsten Sinn dees Wortes. Die Trucks in Australien sind riesig und bestehen aus mehreren Anhängern. Es sind Züge auf Rädern. Sie haben keine eigenen Geschwindigkeitsbegrenzungen und fahren auf den ewig langen geraden Straßen in sehr zügigem Tempo dahin. Sind sie in Fahrt haben diese Kolosse einen langen Bremsweg. Für Radfahrer ausweichen, ist nicht nur lästig, sondern kaum möglich. Ohne seinen Rückspiegel hätte Clément nicht mehrmals ins rettende Straßenbett flüchten können.

Roadtrain in Australien

Geschlafen wurde im Nirgendwo neben der Straße. Zelt aufgestellt und gut war es. Bloß ist Australien das Land mit den meisten giftigen Tieren, also muss man auf die auch extra aufpassen. Keine Schuhe liegenlassen, die Kleidung kontrollieren, schauen, dass sich nichts ins Zelt geschlichen hat. Und am besten Nachts nicht rausgehen.

Dann die Wasserversorgung. Was macht man, wenn mehrere hundert Kilometer zwischen den Roadhouses liegen und die Luft heiß ist. Man schwitzt und soll viel trinken. Also nahm Clément auf die ersten Etappen viel Wasser mit. Das machte die Tour beschwerlich. In den Roadhouses gab es nur Wasser in Flaschen und eine kleine Flasche kostete 5 Dollar. So kam Clément auf die Idee Touristen in ihren großen Wohnwagen zu fragen, ob er ein wenig Wasser habe könnte. Da ein Radfahrer so ziemlich das Seltenste ist, was einem auf einem australischen Highway begegnen kann, waren die Menschen alle sehr freundlich und verwundert zugleich. Gerne spendierten sie ihm Wasser aus ihren Tanks. Mit vielen kam er ins Gespräch. Hauptsächlich ältere Menschen, die sich in der Pension ihren Traum vom Reisen verwirklichten. Alle waren erstaunt, dass Clément sich auf diesen beschwerlichen Weg macht, wo es doch schon im Auto anstrengend ist. Aber er bekam ausschließlich positives Feedback. Viele erzählten ihm von ihren Träumen, die sie in jungen Jahren hatten, bloß hatten sie dann auch gleich Job, Haus und Familie.

Australia Trip auf Travelmap.net

Aus den geplanten 2.000km von Sydney nach Adelaide wurde eine Durchquerung von Australien und 15.000km.

Als Clément nach diesen 15.000km auf dem Fahrrad erstmals wieder in einer Unterkunft schlief, war er dankbar für eine Dusche und ein Bett. Er sagt, diese Dinge sind uns überhaupt nicht bewusst. Dass wir in der westlichen Welt einen Luxus als Standard haben, der in anderen Ländern undenkbar ist. Sein Fahrradtrip durch Australien war ein Schlüsselerlebnis für ihn. Er erkannte, dass es die Menschen inspirierte seine Geschichte zu hören. Seither ist er davon überzeugt, dass es sein Ziel ist andere Leute dazu inspirieren über die eigenen Grenzen zu gehen. Im Sommer fährt er mit Interessierten von Berlin nach Kopenhagen. Die TeilnehmerInnen wollten alle immer schon mal so etwas machen, haben es sich aber nicht zugetraut. Clément ist der Enabler, er zeigt ihnen nicht nur den Weg, sondern gibt Tipps für alleinreisende RadfahrerInnen.

Clément Mas

Diesen Weg will er weiter gehen. Seine Vision ist eine Community von Menschen zu unterstützen und inspirieren nachhaltig zu reisen. Mit dem Rad oder wandernd. Für seine erste Reise programmierte er eine Website auf der er seine Route verzeichnete, sodass seine Familie und FreundInnen tagesaktuell sahen, wo er sich gerade befand. Irgendwann erkannte er, dass seine Seite auch ohne Werbung oder Suchmaschinenoptimierung auf Google sehr gut gefunden wurde und öffnete die Seite als Travelblog für Andere. Aus dieser Seite ist travelmap.net mit rund 20.000 Usern geworden. Zu Beginn wollte er die Seite völlig kostenfrei anbieten. Aufgrund der großen Datenmengen (Bilder, Videos) entstehen aber Kosten für das Webhosting. Da er keine Werbung schalten wollte, führte er ein Premium Modell ein. Travelmap.net ist mittlerweile kostendeckend und Clément kann davon leben.

Clément sprüht vor Ideen, seine Augen glänzen, wenn er von seiner Vision und seinen Plänen erzählt. Ein paar Jahre will er noch auf Tour sein. Menschen kennenlernen und etwas weitergeben. Er hat erkannt, dass seinen Traum zu leben nicht nur ein Traum für ihn selbst sein kann, sondern dass der Sinn im Geben liegt. Nicht in Egoismus und Konsum.

Was können wir von seiner Geschichte lernen?

#1

Sprich über Deine Pläne, aber nimm nicht jedes Feedback ernst. Menschen projizieren oft ihre eigenen Ängste auf Dich.

#2

Wer an ungewöhnlichen Orten mit ungewöhnlichen Mitteln auftaucht, wird unterstützt.

#3

Es ist nie zu spät, die eigenen Träume zu verwirklichen.

#4

Wer alleine reist, ist nie allein.

#5

Auf sich alleine gestellt, greift man zu ungewöhnlichen Mitteln und wird mutig.

#6

Jedes Gespräch mit Menschen über deine Vision schärft deine Gedanken und deinen Blick für das Wesentliche wird klarer.

#7

Ausdauer ist das Wichtigste. Nicht aufgeben. Niemals.

#8

Der erste Schritt ist der schwerste und gleichzeitig der wichtigste.

#9

Wo ein Wille ist, ist ein Weg. Unser Wille ist stärker als unser Körper.

#10

Geben ist die Voraussetzung, dass etwas zurückkommt. Wer gibt, der bekommt.

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Mountainbiken Radfahren Reise- und Tourenberichte Unterwegs

Mountainbiken auf der kanarischen Insel La Palma

Wie lebt es sich als Mountainbike Guide auf La Palma?

Lohnt sich eine La Palma Reise zum Mountainbiken?

Anita Posch hat es im Dezember 2015 ausprobiert.

https://youtu.be/Xic4ny94m64

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Fahrrad Portraits Radfahren mit Kindern Sisters & Friends Unterwegs

Verreisen als Familie immer öfter mit dem Rad – die Riedlspergers aus dem Thumegger Bezirk

Die Textilhandwerkerin Katharina Riedlsperger und ihr Mann Alfons kommen ursprünglich beide aus Leogang im Pinzgau – inzwischen ein Mekka im MTB Downhill Sport. Die beiden Wahlsalzburger fahren seit vielen Jahren Rad. In unterschiedlichen Varianten. Katharina ist eine zeitlang gerne Rennrad gefahren, mit einem Umzug nach Wien ist dieses Hobby dann ein wenig eingeschlafen. Ihre täglichen Besorgungsfahrten im Stadtgebiet für die Familie und ihre Textilwerkstatt erledigt sie – wann immer möglich – ausschließlich mit dem Fahrrad. Mit den Kindern hat Katharina das Familienradeln entdeckt. Gemeinsam werden gerne längere Radtouren unternommen und Radurlaube stehen aktuell hoch im Kurs. „Auf dem Rad siehst du so viel!“ bringt es die Meisterin im Nähhandwerk – die in ihrer Werkstatt auch Nähkurse anbietet – auf den Punkt.

Alfons ist überzeugter Stadt- und Ganzjahres-Radfahrer, aber auch Berg- und Geländefahrten liebt der IT Spezialist und geprüfte Mountainbike Lehrwart. Eine zeitlang hat Alfons als Guide selber MTB Touren für den Alpenverein geführt. Immer willkommen sind dem sportlichen Mann gelegentliche Besuche bei Verwandten und Freunden in Leogang, die Alfons mit Vorliebe mit dem Rad von Salzburg aus absolviert.

Thomas der ältere der beiden Söhne versteht sich in erster Linie als Stadtradfahrer. Er kommt ins Schwärmen, wenn er von einem jüngsten Familienausflug per Rad nach und durch München erzählt. Städte radfahrend zu erleben und zu entdecken begeistert den 14-Jährigen. Für dieses Erlebnis kann er sich auch vorstellen, im Sommer eine lange Überland Tour mit allen gemeinsam zu fahren, sofern das Ziel eine große, lebendige und inspirierende Stadt ist 🙂

Der jüngste Riedlsperger – Pauli – ist eindeutig der ‚wildeste‘ Biker in der Familie. Er lässt es beim Downhill krachen und findet den Bikepark im Geburtsort der Eltern als Spielwiese voll super. Als Multi-Action-Typ probiert er gerne viel aus! Das Trail Bike passt da natürlich gut in seine kleine Fahrradflotte.

Da es alleine nur halb so viel Spaß macht, ist Pauli auf der Suche nach gleichgesinnten Kids in Salzburg und Umgebung, mit denen er sein Hobby gemeinsam erleben kann. Interessierte können hier Kontakt aufnehmen!

Eine echt coole Bike-Familie die Riedlspergers! Danke, dass ihr mir eure Räder gezeigt habt.

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Radfahren Reise- und Tourenberichte Touren fahren Unterwegs

Eine ideale Fluss-Fahrrad-Tour für Einsteigerinnen – von Salzburg Stadt zum Thumsee!

Die Tour von der Stadt Salzburg zum Thumsee bei Karlstein (Bad Reichenhall) ist mit ca. 50 km hin und retour und geringen kurzen Steigungen die perfekte Ausfahrt für Touren- und Trekkingrad Einsteigerinnen. Ausgangspunkt für diese Tour ist das Augustiner Bräustübl in Salzburg Mülln.

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Fahrrad Portraits Radfahren mit Kindern Sisters & Friends Unterwegs

Explore the City! Eine Vierjährige ist das erste Mal mit dem ersten eigenen Fahrrad unterwegs

Ein aufgeregter Anruf vor dem gemeinsamen Tanten-Nichte Wochenende in Salzburg: „Tante Martina, ich bin gleich da, ich kann schon Radfahren, ich habe mein Fahrrad mit, komm gleich runter auf die Straße!“ … kaum Zeit Luft zu holen, überschlägt sich meine knapp 4 jährige Nichte Lena mit Worten.