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Fahrrad Portraits Radfahren Sisters & Friends

Bike-Portrait Stephanie Jagl-Posch

Stephanie ist zwar mehr dem Surfen und den Boards (Freeriden, Splitboarden, Wakeboarden und Longboarden) zugewandt, aber sie fährt auch gern mit dem Rad. Früher war sie oft auf dem BMX anzutreffen, was sie wegen Knieproblemen aber aufgeben musste. Sie bloggt seit 2006 auf MIZZI.at über Frauen in Extremsportarten.

Die BMXerinnen Cory Coffey, Nina Buitrago, Stacey Mulligan, Samantha Provo (Lyons), Kim Klisiak, Erin Fricke (Donato), Rebecca Pergentile, Julia Preuss, Irina Sadovnik, um nur einige von ihnen zu nennen, haben mich sehr beeinflusst - beim Radfahren und in meinem Leben. Ich habe gelernt, entspannter zu sein, mir mehr zuzutrauen, etwas kontaktfreudiger zu sein, mein Leben mehr selbst in die Hand zu nehmen. Meiner Schwester gebührt der Dank dafür, mich fürs Rennrad fahren zu interessieren.

Ich habe als Kind radfahren gelernt und habe es schon damals geliebt, weil es für mich Freiheit und Herausforderung bedeutet hat. Als Sport habe ich es mit etwa 25 Jahren entdeckt. Ich war schon länger an Funsportarten interessiert und nach einem wenig erfolgreichen Versuch, Skateboard fahren zu lernen, habe ich mit BMX fahren begonnen.

Es räumt meinen Kopf auf. Das flotte Dahinsausen macht einfach Freude und ich konnte bereits neue Kontakte knüpfen oder mir schon bekannte Leute auf einer anderen Ebene kennenlernen.

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Da ich fast immer Bock drauf habe, nehme ich es ernst, wenn ich mal keinen habe - dann brauche ich vielleicht wirklich einfach mal eine Pause und gönne mir einen Sportfreien Tag. Sollte ich tatsächlich eine mehrtägige faule Phase haben (kommt speziell im Winter doch manchmal vor), motivieren mich Bilder oder Videos aus dem Internet und gute Musik.

Da ich noch ganz frisch beim Rennradln dabei bin, habe ich noch keine Ziele dieser Art - ich möchte jetzt erstmal meine Kondition verbessern. Dann wäre vielleicht mal eine mehrtägige Tour in den Alpen interessant.

Glaube nicht, dass du schlecht bist, nimm dich selbst ernst und sei nicht schüchtern.

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Bike-Portrait Conny Brückner

Conny Brückner ist eine der Initiatorinnen der Velonistas Berlin. Das sind zehn ambitionierte Fahrerinnen aus Berlin und Brandenburg, die sich zu einem Amateur-Frauenteam zusammengefunden haben. Anlass für die Gründung des Teams war die Diagnose "Brustkrebs", die das Leben einer der Fahrerinnen schlagartig veränderte. Über organisierte "Rides" mit vielen Frauen und der Zusammenarbeit mit Organisationen sowie Aufklärungskampagnen soll auf die Wichtigkeit von Aufklärung und Früherkennung hingewiesen werden. Conny selbst hatte 2014 eine tolle Rad-Saison: Siegerin beim Radweltpokal in Sankt Johann und Gesamtsiegerin des MOL-Cup sowie Berliner Meisterin im Zeitfahren und auf der Strasse. Hören könnt ihr Conny immer wieder in Regines Radsalon.

Als kleines Mädchen war es - typisch für eine Kindheit in der DDR - die Friedensfahrt. Meine Heimatstadt war damals mehrmals Etappenziel und ich war restlos begeistert von der Atmosphäre, den blitzenden Rädern und dem Geschwindigkeitswahnsinn eines Massensprints. Das Berufsbild Profi-Rennradfahrerin gab es damals leider noch nicht, aber Christa Rothenburger hat mir mit ihrer Doppelolympiateilnahme (Winterspiele: Eisschnelllauf, Sommerspiele: Rennrad) wirklich imponiert. Erst viel später sind dann Fahrerinnen wie Jeannie Longo oder Judith Arndt dazu gekommen. Ich habe die Radsportlerinnen bewundert, weil sie schon immer ein bisschen gegen den Strom geschwommen sind und einfach keine Hochglanzsportlerinnen waren, sondern kämpferische Frauen mit Ecken und Kanten.

Gelernt habe ich es im Urlaub und indem ich mit dem Rad der Nachbarskinder einfach weggeradelt bin. Ich hatte lange kein eigenes Rad und hab' deswegen meine Eltern genervt, dass ich unbedingt in einen Radsportverein eintreten will, dann bekam man nämlich ein Rad zum Trainieren. Pünktlich zum 10. Geburtstag war es dann soweit: ich trat als Mädchen Nummer 2 in den SC Karl-Marx-Stadt ein.

Ich mochte schon immer das Gefühl der Freiheit, die das Radfahren vermitteln kann. Man kann mit einem Rad überall hinfahren, ohne dass man viel Geld ausgeben muss. Das fand ich schon immer toll.

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Früher hat mich die Aussicht auf Rennen in solchen Situationen immer motiviert. Du hast dir was vorgenommen, also weißt du genau, was dafür zu tun ist. Da stellt sich die Frage der Motivation eigentlich nicht. Jetzt fällt mir das ehrlich gesagt immer schwerer. Ich habe in dem Sinne keine sportlichen Ziele mehr und deshalb muss ich mich auch nicht mehr "quälen", wenn ich nicht will. Aber bei solcher Art Durchhänger hilft eigentlich immer die Verabredung mit Freundinnen oder Freunden.

Conny ganz links neben ein paar Team-Kolleginnen mit ihrem Lieblingsteil, dem Pasculli Renner.

Solange es in der Natur ist und eine schön glatt asphaltierte Straße mit wenig Verkehr existiert, finde ich es überall gut 🙂 An sich würde ich aber gerne mal in den Pyrenäen fahren wollen.

Ach, einfach ein bisschen ruhiger fahren. Ganz früher war bei mir immer Stress, Kette rechts und Druck angesagt. Je mehr Trainingspartnerinnen ich in Grund und Boden gefahren hatte, desto besser war das Training. Das ist natürlich vollkommener Blödsinn. Leider machen viele Anfänger(innen) diesen Fehler.

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Bike-Portrait Lena Zwanzleitner

Diesmal im Portrait: Lena Zwanzleitner, die vor kurzem von Hamburg nach Burgdorf-Ehlershausen bei Hannover gezogen ist. Lena fährt schon ein paar Jahre sportlich Rennrad. Ich habe sie beim Velothon in Berlin 2016 kennengelernt als sie das gesamte Rennen lang eine Gruppe anführte, in deren Windschatten wir einen Schnitt von 32,5 km/h über die 118 km Strecke gefahren sind.

Lena sucht in der Gegend von Hannover andere begeisterte Radfahrerinnen, die eine gemütliche Feierabendrunde machen möchten, eine knackige Trainingsrunde sprinten oder einfach mal so die frische Luft genießen wollen.

Mich beeinflussen alle Frauen auf Rädern! Am begeisterndsten ist das Lächeln einer Frau, die von ihrer ersten Rennradtour kommt und vom Rad absteigt! Gegen das breite Grinsen, das übrigens auch bei mir nach Jahren auf dem Rennrad immer noch anhält, kommt nix an!

Rennradfahren habe ich schon immer gerne geguckt - im Fernsehen, bei der Tour de France. In dem Glauben, dass Frau das als Normalsterbliche ohnehin nicht machen kann... viele Jahre später habe ich meinen Freund kennengelernt und der fuhr im Firmenteam Rennrad. Ich guckte ihm bei den Cyclassics in Hamburg zu und war begeistert. Bei dem anschliessenden Grillen mit seinen Freunden posaunte ich eeetwas vorlaut, dass ich nächstes Jahr auch mitfahren würde. Natürlich die 100km. Das war im August. Im September kaufte ich ein Rennrad. Im Winter frohr ich draussen auf dem Rad und im Mai des darauffolgenden Jahres ging ich beim Berliner Velothon auf die 120km Strecke. Ich finishte mit 3:45, mit den langsamsten Jungs aus dem Team meines Freundes. Ich genoss jeden Kilometer. Die Räder wurden mehr, die Strecken ebenso, ich war und bin begeistert!

Anmerkung Redaktion: Lenas Bericht über die Teilnahme am Vätternrundan 300km Rennen in Schweden kannst Du hier lesen.

Rennradfahren hat für mich so viele Aspekte. Ich kann mich vollkommen verausgaben auf einer Trainingsrunde. Ich kann mit Freunden auf einer Feierabendrunde bummeln und die Seele baumeln lassen. Ich kann mit einer schnatterigen Mädelsrunde klönen auf meinem Rennrad. Ich kann alleine meine Gedanken ordnen. Ich kann die Natur genießen. Rennradfahren ist wahnsinnig vielseitig. Ich hab das Gefühl ich bin noch nie die gleiche Strecke gefahren...

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Wenn ich mich nicht motivieren kann, also so gar nicht, wenn die Motivation auch nicht beim Machen kommt, dann lasse ich es sein. Ich muss mich nicht auf mein Rennrad oder zur Laufrunde oder zu Liegestütz zwingen.
Natürlich muss ich manchmal meinen inneren Schweinehund überreden. Wenn der mich vom Sport abhält, dann nehme ich ihn mit. Was auf jeden Fall immer hilft sind Freunde mit denen man sich fest verabredet. Das hilft mir immer. Jemandem abzusagen ohne einen wirklich wichtigen Grund, mache ich nicht. Und kein Bock zählt nicht. Ich versuche den Gedanken "Määääh, ich will nicht..." nicht so ernst zu nehmen. Wenn ich im Anschluss zuhause unter der Dusche stehe habe ich noch keine Sporteinheit bereut...

Ich fahre schon gerne im flachen Norden. Hier geht es immer geradeaus, manchmal zumindest. Da kann ich alle Gedanken loswerden. Ein knackiger Anstieg im Harz ist aber auch gut.
Gerne fahre ich in Spanien zwischen Valencia und Alicante Rad, dort war ich schon ein paar mal zum Urlauben und im Trainingslager! Wahnsinnig tolle Landschaft!

Einfach machen! Ausprobieren und sich einfach mal irgendwo anschließen! Ich habe tolle Menschen auf dem Rennrad kennengelernt und viele Freunde gefunden! Es spielt keine Rolle ob du langsamer bist als die anderen. Selbst wenn das so ist, macht das nix. Nur Idioten warten nicht. Wer zusammen losfährt, sollte auch zusammen ankommen!

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Natürlich mein Rennrad. Specialized Ruby oder Diverge. 2 tolle Räder.

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Radfahren „fördere“ die Onanie. Eine kurze Geschichte des Frauen-Radsports

Fahrradfahren ein mutiger Schritt zu mehr Freiheit

„Das Bicycle hat zur Emanzipation der Frauen aus den höheren Gesellschaftsschichten mehr beigetragen als alle Bestrebungen der Frauenbewegung zusammengenommen.“ Das Zitat stammt von Rosa Mayreder. Die österreichische Schriftstellerin, Frauenrechtlerin, Musikerin und Malerin lebte von 1858 – 1938 in Wien und hat das Aufkommen des Fahrrades in den 1890er Jahren selbst miterlebt.

Das Radfahren war Ende des 19. Jahrhunderts nur für gutbürgerliche Gesellschaftsschichten erschwinglich. Die ersten Frauen auf Rädern stammten aus reichen Familien und es war eine der einzigen Möglichkeiten den einschränkenden Sitten und Gebräuchen zu entfliehen. Es war eine neue Freiheit, die den Frauen durch das Rad möglich war.

Widerstand wurde auch medizinisch begründet

Natürlich ging dies nicht ohne Hindernisse. Die Frauen waren Vorbehalten und Beschimpfungen ausgesetzt und mussten stets auf ihre Kleidung achten und durften sich nicht überanstrengen, da es ihrer fragilen Konstitution schaden würde. In jedem Fall sollten sie in Begleitung von Männern als „Schutz“ unterwegs sein.

In der „Alpenländischen Sport-Zeitung“ belehrte Dr. Otto Gotthilf noch im Jahre 1900 mit folgenden Worten: Radfahren der Gesundheit und des Vergnügens wegen ja, „stecken aber (…) Emancipationsgelüste, Eitelkeit oder Gefallsucht dahinter, dann soll sie sich charakterfest zeigen und es bleiben lassen.“ [1]

Der Radsport hatte Auswirkungen auf die Mode. Die bis dahin üblichen langen Röcke und Korsetts waren unpraktisch und es wurden Hosenröcke und Knickerbocker (Pumphosen) getragen.

Radfahren begünstige Onanie und Fahrerinnen könnten unfruchtbar werden

Wegen dieser praktischen Kleidung und der gespreizten Beinhaltung beim Radfahren standen Fahrradfahrerinnen unter starker Kritik bis hin zu dem Verdacht, dass das Fahrradfahren sogar eine Onanie begünstige; Ärzte befürchteten zudem, Fahrerinnen könnten sich diverse Krankheiten zuziehen, wie etwa Geschwüre, oder unfruchtbar werden. [2]

Damen Radrennen wurden verboten

Von Beginn an nahmen Frauen an Radrennen teil. Eines der ersten Rennen fand 1868 in Bordeaux statt (siehe oberstes Bild). Hier englische Radrennfahrerinnen in London 1899 vor einem Rennen im Olympia-Velodrom. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Frauenrennen allerdings von einigen nationalen Radverbänden verboten. Erst seit 1950 gibt es offizielle Radrennen für Frauen. [3]

In Deutschland war in den 1890er Jahren die Teilnahme von Frauen an Radrennen eher die Ausnahme. Im Gegensatz zu Belgien und Frankreich, wo es auch Profi-Rennfahrerinnen gab. Das erste reine Damenrennen in Deutschland wurde 1890 in Machern bei Leipzig auf Dreirädern veranstaltet. 1893 wurde das erste offizielle Rennen für Frauen auf Niederrädern in Berlin auf der Radrennbahn Halensee ausgetragen.

Eine der acht Starterinnen, die Berlinerin Amalie Rother, schrieb: „Wir alten Berliner Rennfahrerinnen wußten ganz genau, was wir thaten, als wir 1893 auf die Bahn hinaustraten. Wir wollten weder unsere Reize den Zuschauern präsentieren, für Mütter heranwachsender Töchter schon eine etwas schnurrige Zumutung, noch uns an den Preisen bereichern, sondern wir wollten dem Publikum zeigen, dass wir Herrinnen unserer Maschinen waren und den Damen zurufen: Hier, seht her und macht es uns nach! Beides ist uns gelungen.“ [4]

Es gab auch Wettbewerbe wie dieses „Arithmetische Damenradrennen“, 1897. Was auch immer es war, es waren Rechenaufgaben dabei. Diese Rennen gab es auch für Männer.

Neues Selbstbewusstsein

„1896 sprach die US-amerikanische Frauenrechtlerin Susan B. Anthony in einem Zeitungsinterview mit der New York World über das Fahrrad: Ich denke, es hat mehr für die Emanzipation der Frau getan als irgendetwas anderes auf der Welt. Ich stehe da und freue mich jedes Mal, wenn ich eine Frau auf einem Fahrrad sehe. Es gibt Frauen ein Gefühl von Freiheit und Selbstvertrauen.[5]
Das neue Selbstbewusstsein manifestierte sich in Deutschland in der Herausgabe eigener Fachzeitschriften für Frauen wie „Die Radlerin“ oder „Draisena“.

In Österreich wurde 1893 der erste Frauenradfahrclub Österreich-Ungarns, der Grazer Damen-Bicycle-Club aus der Taufe gehoben. Die Damen des Grazer Bicycle-Club absolvierten bemerkenswerte Reisen. Vinci Wenderich fuhr 670 Kilometer ins Friaul, Fanny Allmeder vom oststeirischen Pöllau über das Strassegg (1.166 m) nach Marburg. Die Strecke von Klagenfurt nach Marburg (126 km) bewältigte sie gemeinsam mit ihrem Vater an einem Tag. 1895 unternahm Louise Sorg mit ihrem Mann, dem Radrennfahrer Franz Fuchs, per Tandem eine Hochzeitsreise über Triest nach Venedig. Elise Steiningers Tourenbuch wies im Jahr 1894 1.315 km aus.

„Um 1900 war es für Frauen kein Anstandsproblem mehr, allein Ausfahrten zu machen. Aber immer noch war das Fahrrad ein teures Gerät: es kostete ein ganzes Jahresgehalt eines männlichen Arbeiters. Für Frauen bedeutete dies, dass es fast unerschwinglich war, wenn sie berufstätig waren. Gebrauchte Fahrräder waren begehrt. Erst in den 1950er Jahren wurde das Fahrrad ein erschwingliches echtes Alltagsfahrzeug für alle Schichten. Heute sind es überwiegend Frauen, die alltäglich Radfahrten in der Stadt für Erledigungen verwenden.“ [6]
Quellen:
[1] http://graz.radln.net/cms/beitrag/10827701/105566718/ abgerufen am 9.1.2017 um 15:00 Uhr
[2] Gudrun Maierhof, Katinka Schröder: Sie radeln wie ein Mann, Madame. Als die Frauen das Rad eroberten. Edition Ebersbach, Zumikon/Dortmund 1992
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Frauenradrennsports abgerufen am 9.1.2017 um 15:10 Uhr
[4] Amalie Rother: Das Damenfahren. In: Paul von Salvisberg (Hrsg.): Der Radfahrsport in Bild und Wort. Academischer Verlag, München 1897, S. 111–136, hier S. 122
[5] Zitiert nach: Pryor Doge: Faszination Fahrrad. Geschichte – Technik – Entwicklung. Delius Klasing, Bielefeld 2007
[6] http://woment.mur.at/netz/23orte/text_GrazerDamen_BicycleClub.html abgerufen am 9.1.2017 um 15:20 Uhr

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Bike-Portrait Verena Artinger

An erster Stelle ganz sicher meine Mama. Durch die vielen Reisen und Auslandsaufenthalte habe ich aber auch einen großen und wunderbaren Freundeskreis mit ganz unterschiedlichen Persönlichkeiten und Charakteren aufgebaut. Man ist sich glaube ich gar nicht immer bewusst, wieviel man von seinen Freunden lernt.

Als Radsportlerinnen haben mich Emily Chappell, Juliana Buhring und Lael Wilcox beeinflusst. Alle drei sind Ultra-Endurance-Athletinnen und ermutigen andere Frauen sich große Ziele zu setzen und einfach selbstbewusst zu sein. Emily und Juliana sind auch Mitglieder des Adventure Syndicates, einer Gruppe von weiblichen Sportlerinnen, die sich alle besonderen Herausforderungen stellen. Tolle Vorbilder.

Du willst nicht immer alleine radfahren und suchst andere Bikerinnen? Auf der BIKESISTERS Radpartnerinnen-Karte findest Du Frauen, die Mitfahrerinnen für gemeinsame Ausfahrten suchen.
Women only.

Ich hab mit einem orangen Kinderrad mit Stützrädern (!!) angefangen. Und ein Freund von meinem großen Bruder hat mir dann gleich mal gezeigt wie es ohne Stützräder geht. Da war ich aber auch schon 4 Jahre alt, denk ich. Heute lernen die Kinder das ja schon viel früher! Wir hatten daheim einen großen Parkplatz (beim Gasthaus) und da hatte ich super Möglichkeit endlos Runden zu drehen. Bis Mitte zwanzig war ich dann aber ganz normale Gelegenheitsradfahrerin. In einem langweiligen Praktikumssommer in Kärnten habe ich dann angefangen jeden Tag zu fahren. Einfach weil ich soviel Zeit hatte und die Gegend auch total schön war.

In New York habe ich dann ein altes Rennrad von einem Freund billig gekauft. Seit dem fahr ich eigentlich leidenschaftlich. Radfahren in New York macht unheimlich viel Spaß. Mit diesem Rad fahr ich noch heute täglich. Dazugekommen sind mittlerweile noch 5 andere Räder. Seit heuer fahre ich mehrtägige Touren. Leider bin ich erst jetzt draufgekommen wie toll das ist. Eine mehrwöchige Radtour pro Jahr möchte ich jetzt auf jeden Fall machen.

Entspannung und das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit. Ich bin deshalb auch kein "Rennfahrer" sondern eher der Genussradfahrer, der lieber länger als schnell fährt. Zu zweit oder in einer kleinen Gruppe ist mir deshalb lieber als die Menschenansammlung bei einem Radrennen. Ich fahr auch sehr gerne alleine, weil man da einfach den Kopf frei kriegt und gut nachdenken kann. Das geht beim Rennrad- oder Tourenfahren deutlich besser als beim Mountainbiken, deshalb fahr ich auch wesentlich mehr auf der Straße/Radwegen.

Ich sitze täglich ca. eine Stunde am Rad. Das ist aber nur normales Pendeln, kein sportliches Radfahren. Ich mache aber sicher 99% meiner Wege in Wien mit dem Rad. Das ganze Jahr über. Ich fahr im Sommer dann fast jeden Tag nach der Arbeit noch 1-2 h extra, im Winter dafür aber kaum Extratouren. Wenn ich also keinen Bock auf Radfahren und Sport habe, dann ist es das auch ok. Ich seh das Radfahren auch nicht nur als Sport, sondern auch als Lebenseinstellung. Es ist mein Nummer 1 Transportmittel.

Ich war im September drei Wochen in Italien. Einfach traumhaft zum Fahren (die Straßenbeläge manchmal aber auch nicht 😉 Ansonsten ist es bei mir zu Hause in der Oststeiermark auch schön. Angenehm hügelig. Und nächstes Jahr würde ich gerne nach Schottland mit Campingausrüstung. Mal was ganz anderes. Abgesehen von den ganzen längeren Touren bin ich aber auch ein Stadtradfahrer. Ich habe bis jetzt in unterschiedlichen Groß- und Kleinstädten gewohnt und viele bereist und das Fahrrad war mir überall ein toller Begleiter und hat mir ermöglicht eine Stadt ganz anders kennenzulernen.

Einfach mal ausprobieren, welche Art von Radfahren man eigentlich am liebsten mag und mit Leuten mitfahren, die schon länger fahren - wenn es geht auch mit geborgten Rädern. Da kann man sich immer gute Tipps holen und findet schnell heraus, ob man eher die Rennradfahrerin oder die Mountainbikerin ist oder doch am liebsten lange Touren mit Gepäck fährt. Dann kann man auch sein Fahrrad gezielter aussuchen. Irgendwann will man nämlich schon in "gutes Material" investieren.

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Strava App - ja, irgendwann kippt jeder rein!

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Bike-Portrait Angelika Schobesberger

Wenn ich ganz spontan antworte, fallen mir im Mountainbike-Bereich sofort Rachel Atherton und im Triathlon Yvonne van Vlerken ein. Beide leben für ihren Sport und arbeiten akribisch an ihren Zielen. Vonsy (wie Yvonne van Vlerken auch genannt wird) hat zudem ein extrem gewinnendes Wesen und ist in der Triathlonwelt lustiger und gern gesehener Interviewpartner bzw. Sieganwärterin.

Je mehr ich aber darüber nachdenke, wer mich bzgl. Rad geprägt haben könnte, desto mehr muss ich auch an meine Oma denken. Denn mangels Führerschein kannte man meine Oma immer nur in Begleitung ihres Waffenrades. Von Bregenz aus war ihr kein Weg zu weit, um mit dem Fahrrad günstig Mehl in der Schweiz einzukaufen oder Milch in Lindau in Deutschland. Auch wir Kinder hatten schon eine gute Kondition, denn Oma wußte immer, wo es das beste Eis gab - und dafür fuhren wir dann auch schon mal einige Kilometer am See entlang nach Lochau ins "Bäumle"... Schöne Erinnerungen....! 🙂

Angelika Schobesberger links im Bild mit Rachel Atherton in der Mitte.

Wie ich genau Rad fahren gelernt habe, weiß ich gar nicht mehr so genau, aber ich denke, daß es wohl am Bodensee war, wo meine Uroma lebte und wir im Sommer über unsere Nachmittage verbrachten. Wahrscheinlich hatte auch da meine Oma ihre Hände im Spiel...! 🙂
Das Fahrrad war jedenfalls schon immer sehr wichtig für mich, da es als Schülerin mein einziges Fortbewegungsmittel war und somit Freiheit bedeutete. Unsere Eltern waren nämlich der Meinung, daß sie als Taxi nicht geeignet waren und wir daher sowohl zur Schule, als auch zu diversen Freizeitaktivitäten zu Fuß zu gehen hatten. Somit war mit Abschluß des Fahrradführerscheins ganz klar für mich, was mein bevorzugtes Fortbewegungsmittel wurde: der Drahtesel! Und das sollte sich auch bis heute nicht ändern. Denn Moped fahren durfte ich als Jugendliche nicht, und Auto fahren war während des Studiums in der Stadt auch keine Option. Das Auto ist für mich also mehr Mittel zum Zweck, um schnell von A nach B zu kommen. Doch obwohl ich mehr als 35km in die Arbeit fahre, bin ich mir nicht mehr sicher, ob das Rad aufgrund der ständig wachsenden Staus nicht doch die bessere und schnellere Alternative wäre....

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Die Entdeckung des Radfahrens als Sport für mich erfolgte allerdings erst relativ spät. Ich hatte zwar einmal ein tolles Simplon-Mountainbike in Studienzeiten (das mir aber auch relativ bald gestohlen wurde), doch die Leidenschaft, Sport mit dem Fahrrad zu betreiben, kam erst jenseits der 30! Nach langen Bergwanderungen (bzw. auch während dessen) wünschte ich mir immer nichts sehnlicher als einen fahrbaren Untersatz. Und so schaffte ich mir mein erstes Hardtail an, noch ohne viel Ahnung zu haben und auf Empfehlungen von Arbeitskollegen vertrauend. Doch mit mehr Erfahrung und durch das intensive Studium diverser Bike-Fachzeitungen kam immer mehr unsere Touren- und Enduro-Leidenschaft zum Vorschein. Ich habe schlussendlich sogar zweimal bei der Bike-Attack, einem Massenstart-Downhill-Rennen in der Lenzerheide, mitgemacht und ausprobiert, was auch immer sich so am Wegesrand angeboten hat. Mittlerweile bin ich fast nur noch am Rennrad unterwegs und freue mich auf meinen ersten Ironman im nächsten Jahr!

Radfahren ist ein wunderbarer, gelenkeschonender Ausgleich zum stressigen Berufsalltag, der nicht nur den Kopf frei macht und die Fitness steigert, sondern zudem herrliche Naturerlebnisse bereit hält. Mit dem Fahrrad habe ich das Gefühl, in der selben Zeit viel mehr an Naturschönheiten erleben zu können als zu Fuss. Es ist ein besonderes Gefühl der Freiheit, sich nur mit der eigenen Muskelkraft relativ schnell fortbewegen zu können und dabei die Welt zu erkunden. Und die Ziele, dich ich noch "er-fahren" möchte, werden nie weniger...! 🙂

Das gibt es eigentlich nicht. Ich habe immer Bock auf Radfahren! Vor allem die Abwechslung machts! Bei schlechterem Wetter weicht man vom Rennrad dann halt mal auf's Mountainbike aus. Oder ich setz mich auf die Rolle, die wiederum ganz andere Reize bereit hält. Manchmal motiviert mich auch einfach nur ein neues Trikot, das ich ausführen darf, oder ein spezielles Intervalltraining, das mir mein Trainer aufschreibt und das ich so noch nie gefahren bin. Motivation gibt es also immer....! 🙂

Meine liebsten Destinationen mit dem Mountainbike sind wahrscheinlich Livigno oder der Stoneman-Trail in den Dolomiten, wobei ich auch schon in Neuseeland biken war und noch immer ganz begeistert bin von der dort gelebten Bike-Kultur und dem tollen Nebeneinander von Wanderern und Bikern. Aber auch in unseren Breiten finden sich immer wieder tolle Touren, Trails oder einfach nur schöne Waldwege durch das oberösterreichische Hügelland. Gerade mit dem Rennrad bin ich auch gerne in Oberösterreich und dem angrenzenden Bayern unterwegs, da es hier unendlich viele kleine Straßen gibt, die kaum frequentiert sind und auf denen man ungestört seine Kreise ziehen kann.

Wenn ich jedoch einen Bike-Urlaub planen dürfte, würde es mich mit dem Mountainbike wahrscheinlich nach Island ziehen, um dort diese unglaublichen Naturschönheiten zu erleben. Mit dem Rennrad würde ich eher eine Woche (oder 2) in Frankreich verbringen, um dort die ein oder andere Tour-Etappe (Mont Ventoux, Alpe d'Huez, Colombier,...) nachzufahren!
Ich liebe es übrigens auch, "Wettkampf-Tourist" zu sein, also einmal im Jahr ein Rennen an einem Ort zu machen, den ich noch nicht kenne. Dieses Jahr war ich zum Beispiel beim Ironman 70.3 Gdynia in Polen und hatte dort einen tollen Wettkampf, aber auch eine geniale Erholungswoche danach...!

Meist ist das erste Fahrrad, das man kauft, nicht gleich jenes, mit dem man glücklich wird. Denn oft weiß man gar nicht genau, wohin die Reise gehen soll. Mein Tip daher: ein nicht zu teures Rad bei einem möglichst unabhängigen Berater kaufen, das auch einen guten Wiederverkaufspreis erzielen kann!

Das Allerwichtigste aber: unbedingt ein Bike-Fitting absolvieren! Das klingt für Bike-Neulinge zwar übertrieben, aber ich kann euch versichern: ein perfekt angepasstes Bike oder Rennrad ist sein Geld mindestens 10x wert! Rücken, Nacken und Knie werden es euch danken!!!

Ich liebe meine bunten und trotzdem super komfortablen Outfits von Maloja!

Eine Reverb-Sattelstütze beim Mountainbiken ist für mich mittlerweile unverzichtbar!

Bei Helmen und Protektoren schwöre ich auf POC!

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Bike-Portrait Anita Posch

Es mag eigenartig anmuten, aber in Ermangelung einer Interviewerin habe ich mich selbst portraitiert. Schließlich sollen alle wissen, wer für diese Seiten hauptverantwortlich ist. Vom Stil her nicht allzu ernst, dafür offen, ehrlich und ungeschminkt. So wie ich bin.

Seit ich Denken kann, fahre ich Rad. Oder denke ich seitdem ich radfahre? Na egal. Jedenfalls hatte das Rad immer eine große Bedeutung für mich. Mein Großvater war der einzige Radfahrer in der Familie. Er besaß ein rotes Puch Clubman mit Dreigangschaltung(!) und einem Tachometer. Meine Großmutter fuhr mit dem Rad zur Arbeit uns begleitete ihn auf Ausflügen, die sicher auch mal 80 km lang waren. Und das in diesem Outfit:

Rad Ausflug meiner Großeltern in den 80igern

Mein erstes Rad bekam ich zu Weihnachten, keine Ahnung mehr in welchem Jahr. Ich sehe auf dem Foto aus als wäre ich fünf. Es war ein knalloranges Rad aus der Tauschzentrale. Das war anno 1975 ein Laden – heute sind das Apps.

Auf diesem Rad lernte ich das Radfahren. Ich habe allerdings keine Erinnerung daran, wer mir wo die Stützräder abmontiert und den Schubser in die wackelige Freiheit gegeben hat. Wobei ich glaube ja, – Heldin meiner eigenen Kindheit – dass ich nie Stützräder hatte. Muss mal meine Eltern fragen.

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Jedenfalls war ich damals noch recht vertrauenseelig und habe mein Rad ab und an dem etwas „dickeren“ Nachbarskind geborgt. Möglicherweise hat sie es mir aber auch schlicht aufgrund ihrer körperlichen Überlegenheit weggenommen (das hätte ich dann verdrängt, weil – keine Erinnerung daran). Jedenfalls, eines Tages als ich den weiten Heimweg vom Nachbarskind nach Hause – cirka 100 Meter in einem kleinen Ort in Niederösterreich – aufnahm, mich auf den weißen (festen) Plastiksattel setzte, in die Pedale trat, passierte das Unglaubliche: das Rad brach in der Mitte auseinander. Ich kann mich bis heute erinnern wie ich die Hälften nach Hause trug, an der Haustür klopfte und es gleichzeitig in meinem Inneren klopfte, nervös, was wohl Mutter sagen würde, wenn sie mich mit den beiden Fahrradhälften sieht. Aber an ihre Reaktion kann ich mich nicht erinnern – weider einmal. Die Reaktion scheint nicht schlimm gewesen zu sein. Bis heute habe ich diesen Rückschlag nicht überwunden. (Scherz).

Allerdings gab es dann kein Kinderrad mehr für mich. Ich „durfte“ ab dann das Rad meiner Mutter benutzen. Die Geschichte dazu: meine Mutter arbeitete mit 18 Jahren in den Ferien in einer „Gurkerlfabrik“. Sie befüllte einen Monat lang den ganzen Tag Gläser mit Gurkerl. Dann hatte sie genug Geld, um sich dieses Rad zu kaufen. Das heisst, das Rad war Jahrgang 1968. Und es war mir dreimal zu groß. Eine zeitlang bin ich nur im Stehen gefahren. Das hielt mich nicht davon ab, die Böschungen und Waldwege der Umgebung unsicher zu machen. Es zog mich unweigerlich ins Gelände. Naturgemäß war das in den 80ern mit dem „Mutter-Rad-Material“ etwas anderes als heute. Heute werden Kindern Enduros mit 160 mm Federweg gekauft. Meine Güte wäre ich heute gerne Kind!

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Irgendwann hatte dieses Rad ausgedient. Ich habe ihm Ende der 80er ein neues Design gegeben, es rot lackiert. Nützte nichts. Es war einfach uncool und ich ging zum Studieren nach Wien. Ein neues Rad musste her. Anfang der Neunziger, die ersten Mountainbikes waren im Umlauf. Ich hatte nichts Besseres zu tun als mir ein Schnäppchen bei Donauland zu holen. Also eine Donauland-Mitgliedschaft abgeschlossen und als Prämie gab es ein orangenes Puch City Bike dazu. Die halbe Familie war plötzlich bei Donauland und wir hatten drei orange Citybikes. Fahrtechnisch ein Grauen. Ich nutzte es zum Fahren auf die Uni, aber es machte Null Spaß. Zudem habe ich Anfang der Neunziger viel Zeit in Krankenhäusern verbracht. Auf sieben Knie Operationen bin ich damals gekommen (Kreuzbandrisse, Meniskus), alles beim Handball Spielen passiert. Das war deprimierend. Das Handball Spielen und das Team fehlte mir. Diese Zeit war rückblickend meine unsportlichste Phase. Cirka 1994 dann: mein erstes Mountainbike! Ein Scott „Windriver“ in grün. Ohne Federgabel mit gebogenem Lenker. Lustigerweise dachte ich jahrelang, es hiesse „Wind-river“ bis mir einschoss, dass wohl „Win-driver“ gemeint war. Diese Erkenntnis schlug ähnlich ein wie jene, als ich realisierte, dass „Pullover“ ein englisches Wort ist und was das eigentlich heisst. Erinnerungen meines kindlichen Gemüts.

Mit Canyon in Südafrika

Den Windriver fahre ich heute noch. Es ist mein Stadtrad, wobei ihm das Salz der Straßen in den Wintermonaten gar nicht gut tut. Danach folgte ein Gary Fisher Mountainbike – immerhin schon mit Federgabel. 2006 bin ich damit mein erstes Mountainbike Rennen gefahren. Dem folgte mein erstes vollgefedertes Mountainbike ein Canyon Nerve XC 9.0 irgendwas mit 120 mm Federweg. Wow, das war ein Unterschied zum vorigen Bike. Plötzlich machten die Trails richtig Spaß und das Rad war so leicht! Der Leichtbau hatte auch Nachteile, zuerst waren die hochwertigen Bremsen kaputt und mussten durch neue ersetzt werden und danach waren die Mavic Felgen mit den geilen Messerspeichen hinüber. Mein Herz blutete. Wirklich. Mein geliebtes schönes Mountainbike war ein Schatten seiner selbst. Ich habe es dann verkauft. Über eine online Anzeige an irgendeinen Typen aus Kärnten. Wenige Wochen später ruft mich der Kerl wieder an und erzählt mir, dass er das Rad gerade bei einem Sturz geschrottet hat. Und ich so: Neeeein. Mein armes Rad. Noch ein paar Wochen später rief mich die Polizei an und fragte mich, ob der Typ mir wirklich das Rad abgekauft hat – weil sie glauben ihm das nicht. Dubiose Geschichte.

Dann kam das grüne Monster. Specialized Enduro Expert. 160 mm Federweg. Ich bin plötzlich gefahren wie eine junge Göttin. Trails, die mir vorher verwehrt waren, sie waren Mein! War aber auch anstrengend. Immer die gefährlichen Trails zu fahren. Sehr oft alleine. Zu der Zeit wohnte ich in Salzburg. Da gibt es entweder (für meine Begriffe) schwierige Trails oder langweilige Forststraßen.

mountainbike-guide-anita-posch

Über eine Freundin kam ich zum Rennrad fahren. Niemals, niemals dachte ich, dass mal eine Rennradfahrerin aus mir wird. Ich war durch und durch Mountainbikerin und nun das: das Rennrad fahren machte Spaß. Und alleine unterwegs zu sein, war kein Problem. Und ich musste das Rad im Vergleich zum Mountainbike auch nicht JEDESMAL nach einer Ausfahrt putzen. Und der Verschleiß bei einem Rennrad ist viel geringer, d.h. es gibt fast Null laufende Kosten. Rennrad fahren war – leider geil.

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Und jetzt habe ich das Bahnrad fahren ausprobiert.

Und jetzt hätte ich gern ein Cyclocross Rad…. ach ja und einen neuen Hometrainer und Zwift ausprobieren.

Und nein: das hört nie auf. Habe erst vor ein paar Tagen dies auf Facebook gefunden:
marcelle-83

Und jetzt mal die sport-relevanten Fakten

Ich, Anita Posch, geboren 1970 in St. Pölten, Niederösterreich. Mit dem Sport hatte ich immer etwas zu tun. Es fing mit dem Kleinkinder Turnen an, wo ich die Beste beim Völkerball war und immer alle abgeschossen habe. Ich war sicher sehr beliebt damals. Egal, ich habe es nicht bemerkt oder weggesteckt. Ab 12 war ich Leichtathletin und die Meisterin des provinziellen Kugelstoßens und Diskuswerfens. Mit 16 wurde ich immerhin österreichische Jugend-Staatsmeisterin in diesen Bewerben. Ich hätte trotz allem Tennis spielen gehen sollen, das hätte mir gesellschaftlich vielleicht mehr gebracht. Aber das war zu teuer. Siehe Tauschzentrale weiter oben. Ein wenig stolz bin ich auf meine Staatsmeistertitel schon, ich gebe es ja zu. Mit 19 bin ich dann zum Handball gewechselt. Ergebnis: viele schöne Erinnerungen, eine zeitlang vollfit durch fünfmal Training pro Woche und dazu die Spiele in der Österreichischen Staatsliga. Eine tolle Zeit. Abgesehen von den sieben Knie Operationen.

Letztlich waren die lädierten Kniegelenke der Grund, warum ich überhaupt intensiver zu Radfahren begann. Mit der starken Arthrose konnte und kann ich nichts anderes machen. Laufen, njet. Tennis, njet. Squash, NJET. Volleyball, njet…etc pp. Zur Auswahl gab mir meine damalige Physiotherapeutin – Lisi Bosina, sie lebe hoch, weil sie meine Knie gerettet hat! – Rudern, Schwimmen (aber ja nicht Brustschwimmen) und Radfahren. Als passionierte Ballspielerin kam mir das alles total öde vor. Die drei langweiligsten Sportarten der Geschichte. Zum Kajak fahren aka Wildwasserpaddeln hatte ich nicht den Nerv, allein der Gedanke an eine Eskimo-Rolle ließ und lässt mich erschaudern.

Anfang der neunziger Jahre sammelte ich journalistischen Erfahrungen als Mitarbeiterin der Sportredaktion der Niederösterreichischen Nachrichten. Anfangs auf der Schreibmaschine geschrieben, irgendwann kam dann das erste Terminal oder wie das hieß, die Telefonhörer hatten Kabel. Wie es scheint hat meine Ader zum Veröffentlichen von und in Medien nie aufgehört zu schlagen. Die orangenen Räder meiner Jugend resultieren (zufällig) in den Logo Farben der BIKESISTERS. Und schwupps – wir sind im Heute.

Wer bis hier gelesen hat, scheint wirklich interessiert zu sein. Das ehrt mich.

Und beruflich?

Um meine Brötchen zu verdienen, bin ich als Keynote Speakerin, Buchautorin und Wissensvermittlerin zu den Themen Bitcoin & Blockchain, Innovation und Veränderung tätig.

Ich habe Raumplanung und Raumordnung an der TU Wien studiert. Daher rührt mein Interesse an menschengerechter Verkehrsplanung und sicher auch meine Fahrradliebe. Die Dinger sind einfach so praktisch im Stadtverkehr. Danach habe ich die Ausbildung zur Multimedia Producerin am SAE Wien gemacht. Das Internet war auch in Österreich angekommen und ich wollte dabei sein. Mehr als dabei. Daher habe ich 2000 meine Selbstständigkeit als Webdesignerin begonnen. Seit damals habe ich immer im Bereich E-Business, E-Commerce, Online Marketing gearbeitet, als Geschäftsführerin der querform.at – projekte & design OG und als E-Commerce Managerin in großen Unternehmen. 2011 habe ich die Ausbildung zur Diplom Mountainbike Guide*in absolviert und seit März 2016 bin ich Diplom Mentaltrainerin. Warum und wieso ich 2016 die BIKESISTERS gegründet habe, kannst Du hier nachhören oder in Kurzform lesen.

erstes Rad: 1975
erstes Mountainbike: 1994
erstes Mountainbike Rennen: 2006
Mountainbike Guide: 2011
MTB-Fahrtechnik Trainings durchgeführt: 2011, 2012, 2013
erstes Rennrad: 2012
Diplom-Mentaltrainerin: 2016
erstes Rennrad-Rennen: 2016
erstes Bahnrad: ?
erstes Cyclocross Rad: bald hoffentlich

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Nach sechs Monaten Berlin, der Abschluss Podcast in Regines Radsalon

Ende September war ich anlässlich des Abschlusses meiner Berlin Zeit zum zweiten Mal bei Regine im Radsalon. Den Podcast vom ersten Mal gibt es hier. Wir sprechen über den Verlauf meiner sechs Monate in Berlin, den Höhepunkten der Radfahrsaison, den Gründen warum weniger Frauen als Männer sportlich Radfahren und wozu ich die BIKESISTERS gegründet habe. Ich denke, es sind ganz unterhaltsame und informative 66 Minuten.

Informationen zum Podcast

Was ist eine QOM?

QOM steht für „Queen of the Mountain“ und ist die Auszeichnung auf Strava für die schnellste Frau auf einem bestimmten Streckenabschnitt.

Berlin Velothon

Hamburg Cyclassics

Die Tandem Fahrerinnen von Hamburg

Tandem bei Radrennen

Berlin – Spreewald Rennrad Tour

Eindrücke aus Saalbach-Hinterglemm

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Bike-Portrait mit Regine Heidorn

Regine ist seit vielen Jahren begeisterte Rennradfahrerin. Wir sprechen darüber wie sie zum Radfahren gekommen ist, wie sich die Räder und die Ausrüstung in den letzten 25 Jahren verändert haben, was ihr Lieblingsrevier ist, welche Tipps sie für Rennrad Anfängerinnen hat und vieles mehr.

Auf dieses Teil will Regine derzeit gar nicht verzichten: Das Wiggle Team Trikot rechts auf dem Bild.

Regine Heidorn rechts

Hörenswert sind auch die Podcasts, die Regine mit Gästen aus den verschiedensten Radsport-Bereichen führt.
In Regines  Radsalon: http://radsalon.regine-heidorn.de/

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Die Geschichte der BIKESISTERS auf Radio Sisterresist

Wer mehr über die Idee der BIKESISTERS und die Gründerin Anita Posch, also mir, erfahren möchte, kann sich hier die Sendung des Radio „sisterresist“ anhören. Am 3. August 2016 wurde ich eingeladen über die Entstehung und Ziele der BIKESISTERS zu sprechen.

„sisterresist“ ist ein autonomes feministisches Frauen*kollektiv in Salzburg, das seit 2010 besteht. Eine Gruppe von Frauen kämpft für eine herrschaftslose, gewaltfreie Gesellschaft ohne Zwänge. Die Moderatorinnen Susi Müller und Frau BLechkuchen haben die BIKESISTERS entdeckt und ich freue mich, dass sie das Projekt durch ihre Radiosendung unterstützen.

Hier kann die Sendung gehört werden: