Die Teilnahme an einem Radrennen als Hobby-FahrerIn planen

Spiel, Spaß und Spannung, das gibt es nicht nur im Kinder-Überraschungsei, sondern das wollen auch wir Erwachsene gern. Wenn Dir das Rennrad fahren oder Mountainbiken langweilig wird, ist es an der Zeit dich einer neuen Herausforderung zu stellen. Für viele ist das die Teilnahme an einem Radrennen.

Teil 1 der 6 teiligen Serie: Dein (erstes) Rennrad-Rennen

Mir geht es genauso. Ich mag das Gefühl von mir selbst gesteckte Ziele zu erreichen. Die Anmeldung zu einem Radrennen ist immer eine Art Prüfung vor mir selbst. Eine Vereinbarung regelmäßig zu trainieren und Kondition aufzubauen. Bei Mountainbike Rennen kommt noch der Respekt vor den technischen Schwierigkeiten auf der Strecke dazu. Daher finde ich Rennradrennen entspannter. Allerdings gilt es hier andere Herausforderungen zu meistern.

Aufgrund der Größe der Aufgabe fragen sich viele RadfahrerInnen, „Soll ich als Hobby RadfahrerIn wirklich an einem Radrennen teilnehmen“? Kein Wunder, wie gesagt. Neben der fahrerischen Aufgabe sind es viele organisatorische Fragen, denen Du dich stellen musst. Ich habe mir die Frage auch schon öfters gestellt. Darum kann ich Dir ein paar Gründe nennen, warum Du teilnehmen kannst, nein – die Teilnahme an einem Radrennen sogar eine gute Idee ist.

Radrennen für hobbymäßige RadfahrerInnen

Es gibt in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu jeder Jahreszeit Radrennen an denen Amateur-RadfahrerInnen ohne Lizenz oder Vereinszugehörigkeit teilnehmen können.

An der Aufgabe wachsen

Du bist mit deinen Zweifeln und Ängsten nicht allein. Neben mir sind noch viele andere – Frauen und Männer, die sich fragen, wie und ob sie ein Radrennen erfolgreich bewältigen sollen.

Überhaupt auf den Gedanken zu kommen, eine Teilnahme in Betracht zu ziehen, zeigt, dass du ein inneres Interesse, einen Wunsch hast. Wenn ich zweifle, frage ich mich manchmal, ob ich denn überhaupt tun will, was Zweifel hervorruft. Aber ohne den Wunsch dahinter, würde ich nicht zu den Zweifeln kommen. Daher will ich es. Vielleicht geht es Dir genauso. Dich reizt die Herausforderung, Deine FreundInnen würden das niemals machen oder im Gegenteil, Du stehst immer nur am Rand und willst auch mal Rennluft schnuppern.

Wiederkehrende Fragen zur Rennteilnahme

Werde ich die Strecke bewältigen?

Realistisch betrachtet ist es doch so, dass Du Dir selbst keine Strecke aussuchen wirst, die nicht bewältigbar scheint. Ausserdem wachsen wir Menschen mit der Aufgabe. Wer ein Ziel hat, ist gegenüber den meisten Menschen schon klar im Vorteil. Da sich viele gar keine Gedanken dazu machen, was sie erreichen wollen. Dann landet man irgendwo und fragt sich vielleicht später, was man mit all der Zeit getan hat, die man im Leben hatte. Bezüglich der Fahrstrecke, die du dir aussuchst: Du weißt schon ganz gut, was du dir selbst zutrauen kannst. Und du wirst dafür trainieren. Dh. stecke dir ein Ziel, das höher ist als du deine Leistungsfähigkeit aktuell einschätzt.

Kann ich die verlangte Mindestdurchschnittsgeschwindigkeit fahren?

Diese Frage hat mich beim ersten Rennradrennen sehr gestresst. Doch ich stellte fest, dass man im Rennen viel schneller unterwegs ist als alleine. Erstens weil es ja ein Rennen ist und zweitens, weil man immer Leute findet, in deren Windschatten man eine zeitlang fahren kann. In der Ergebnisliste von Hamburg habe ich ausserdem gesehen, dass Teilnehmende mit niedrigeren Durschnittsgeschwindigkeiten als der geforderten auch ins Ziel kamen und gewertet wurden. Also keine Angst. Wenn du glaubst, dass deine Leistung im Bereich des Geforderten ist, wirst du sicher schneller sein als du vorher denkst.

Ich bin allein, wie soll ich das organisieren?

Wenn das Rennen in deiner Nähe stattfindet, ist das kein Problem. Du holst dir am Tag vor dem Rennen deine Startunterlagen ab und erscheinst am Renntag rechtzeitig in deinem Startblock. Es gibt immer Radfahrerinnen, die gern ein Gespräch anfangen oder auch alleine sind und daher froh über Gesellschaft. Im Ziel befinden sich fast immer Messestände, Essens- und Getränkestände und volksfestartige Stimmung. Auch wenn du alleine bist, gibt es keinen Grund für ein peinliches Gefühl wie es manchmal auftritt, wenn frau zum Beispiel solo essen geht.

Was tue ich, wenn ich mich verletze oder eine Panne habe?

Ich erzähle immer meinen FreundInnen oder Familie, dass ich an einem Rennen teilnehme. Natürlich ist es angenehmer, wenn man Begleitung organisieren kann. Das geht aber nicht immer. Wenn – unwahrscheinlich – aber doch, etwas passiert, sind immer hilfsbereite Menschen am Rand der Strecke zugegen, die Dir weiterhelfen.
Im allerschlimmsten Fall passiert ein Unfall und Du kannst Dich nicht verständlich machen. In solchen Fällen kann ein Armband mit Deinen Notfall-Daten – wie das Safesport ID Band wichtige Informationen für das Rettungsteam liefern.

Es passieren soviele Unfälle…

Dazu habe ich keine Zahlen, aber passieren kann immer und überall etwas. Bei Radrennen nicht unbedingt mehr. Meine Devise ist defensives und umsichtiges Fahren. Mit dem Rad im täglichen Straßenverkehr sowieso immer und überall. Beim Rennen versuche ich mich aus den großen Pulks herauszuhalten. Besonders wenn die ehrgeizigen und schnellen Männer aus den hinteren Startblöcken nach vorne zischen. Wenn sich das Feld zusammenschiebt und es um ich herum eng wird, vergrößere ich den Abstand zu denen vor mir, damit ich ein wenig mehr Platz zum fahren und bremsen habe.

…und danach

Wenn Du im Ziel ankommst, wirst du dich vermutlich fragen, wie du im Vorfeld nur soviel Respekt haben konntest. Und diese Nervosität. Und diese Zweifel. Du hast Großartiges geschafft und bist über dich hinausgewachsen. Genau das ist es, wozu uns Radfahren bringen kann. Unsere Grenzen zu erweitern.

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