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Fahrtechnik Radfahren Rennrad fahren Sicherheit

Sicherheit beim Rennradfahren in der Gruppe

Du startest bei einem Rennrad-Rennen mit vielen anderen Teilnehmenden. Es ist Deine Premiere, da Du Anfänger*in bist oder Du warst schon mal dabei, das ist aber schon länger her. In jedem Fall – tolle Sache und super, dass Du so motiviert bist. Es gibt ein paar ganz wichtige Regeln, die beim Rennrad fahren in der Gruppe zu berücksichtigen sind. Die Sicht nach vorne ist durch das Hintereinander fahren beeinträchtigt und die Abstände zueinander sind kurz. Die folgenden Signale dienen der Sicherheit aller Mitfahrenden.

Teil 4 der 6 teiligen Serie: Dein (erstes) Rennrad-Rennen

Handzeichen und Warnsignale beim Gruppen fahren

Wenn Du im Peloton fährst, ist es wichtig, dass Du die Handzeichen, die vor Dir gegeben werden auch weitergibst. Die nächste Person hinter Dir, könnte das Warnsignal nicht gesehen haben. Musst Du gerade in diesem Moment die Hände auf dem Lenker lassen, dann rufe „Achtung“ oder „Halt“. Je nachdem.

In diesem Video siehst Du die verschiedenen Warnzeichen und ihre Bedeutung.

Flache Hand nach oben gestreckt

Handzeichen Rennradfahren gruppe  Halt

Die flache Hand nach oben gestreckt – bedeutet Achtung, Halt, Stehenbleiben!
Wird vor Kreuzungen angezeigt, wenn die Ampel rot ist oder wenn es im Rennen zu einem Stillstand kommt.

Arm und Zeigefinger nach unten

Handzeichen Rennradfahren gruppe Gefahr Strasse

Mit Arm und Zeigefinger nach unten zeigen – bedeutet Achtung, Gefahrenstelle auf der Straße!
Zum Beispiel Gullideckel, Schlagloch, Stein etc.

Flache Hand nach unten

handzeichen rennradfahren gruppe langsamer

Mit der flachen Hand nach unten winken – Tempo rausnehmen und langsamer werden.

Hand hinter dem Körper / Daumen deutet

Handzeichen Rennradfahren gruppe hindernis

Mit der Hand hinter den Körper winken – je nach Handseite und Winkrichtung – Achtung Hindernis!
Wird vor Hindernissen angezeigt, die umfahren werden müssen. Zum Beispiel langsamere Fahrer*innen, Fußgänger*innen, Hindernisse, die auf die Fahrbahn ragen. Wahlweise wird das auch mit dem Daumen angezeigt.

Mit dem Arm links rechts pendeln

Handzeichen Rennradfahren gruppe schienen

Mit der Hand nach unten deuten und nach links und rechts pendeln – bedeutet Achtung Schienen!

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Radfahren Rennrad fahren

Beim Radrennen anmelden und die Teilnahme organisieren

Super! Du hast dich entschieden an einem Radrennen teilzunehmen. Gratuliere! Jetzt geht es zur Anmeldung und den organisatorischen Vorbereitungen. In diesem Artikel habe ich die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Teil 3 der 6 teiligen Serie: Dein (erstes) Rennrad-Rennen

Organisatorische Vorbereitungen

Anmeldung zum Rennen

Startest Du alleine oder im Team? Du musst schon bei der online Anmeldung angeben, in welchem Team Du fährst. Manchmal gibt es Vergünstigungen für die 2. oder 3. Teilnehmerin, also wenn Du eine Freundin motivieren kannst mitzufahren, wird die Anmeldung günstiger.
Oft musst Du Deinen erwarteten Schnitt oder Deine geschätzte Fahrzeit angeben, damit wird Dir Dein Startblock zugewiesen. Wenn es angeboten wird, wähle ich immer aus diesen Gründen den Frauenstartblock.

Training

Nun ist es an der Zeit, Dich körperlich auf das Rennen vorzubereiten. Sieh‘ Dir die Strecke auf der Karte an, wenn Du in der Nähe wohnst, fahre Teilstrecken davon oder sogar die ganze Runde. Nachdem ich nicht fahre, um zu gewinnen – ist auch völlig unrealistisch 😉 – sind meine Ziele: besser als beim letzten Rennen zu sein, das Rennen und die Action darum herum zu genießen sowie und – das vor allem: gesund ins Ziel zu kommen. Ich habe ein paar Stürze bei Rennen gesehen und möchte nie in einen hineingeraten. Darum halte ich mich von besonders ehrgeizigen Personen fern und bremse lieber einmal zuviel als zu wenig.

Fahrrad checken

Ist das Rad in Ordnung? Läuft die Schaltung gut, sind die Bremsen in Ordnung? Wenn nicht, rechtzeitig zur Werkstatt damit.

Ein paar Tage vor dem Rennen

Leicht nervös werden.
Das GPX File auf Google Maps studieren – wo sind die Anstiege, wo die Verpflegungsstellen – einfach um die Strecke und Länge einschätzen zu können. Wer ein Navi besitzt, sollte den GPX Track auf das eigene Gerät oder das Smartphone übertragen. Es wäre nicht das erste Mal, dass jemand während eines Rennens falsch abbiegt und nicht mehr zur Strecke zurückfindet. Oder Du hast eine Panne – dann bringt Dich der Track wieder zurück.

Die Wettervorhersage checken, je nachdem – bei Schönwetter: Dich freuen oder bei Regen und Windböen: in Panik verfallen 😉 Nein, meistens wird das Wetter besser als vorhergesagt. Zumindest rede ich mir das ein. Je nach Wetterlage und Jahreszeit Kleidung bereitlegen. Nicht vergessen: wer nicht über mehrere renntaugliche Trikots verfügt, rechtzeitig Wäschewaschen planen. Mit nasser Hose fährt es sich nicht so gut.

Ansehen, wo sich die Akkreditierung, die Umkleiden und die Duschen befinden. Wo sind die Startblöcke, wie lange brauchst Du von zu Hause oder Deinem Hotel zum Startblock.

Teilnahmebestätigung ausdrucken
Auch in Zeiten des Internets wollen viele Veranstalter die Teilnahmebestätigung ausgedruckt und deinen Personalausweis sehen.
Bei Strecken mit vielen Steigungen, Höhenprofil ausdrucken.

Anreise von auswärts

Bitte checke vor der Hotelbuchung, ob Du das Rad ins Zimmer mitnehmen darfst oder nicht. Ich habe schon sehr rigorose Hotels erlebt, die es absolut untersagen, das Rad ins Zimmer zu nehmen. Allerdings werde ich dort auch sicher nicht mehr nächtigen. Unbedingt ein Schloss mitnehmen, damit Du Dein Lieblingsteil absperren kannst.

Lappen, Tuch zum Abwischen des Rads, falls es Regen gibt. Das Tuch kann man auch nutzen, um es in die Klemme des Fahrradträgers (am Bus oder Auto) zu stecken, damit der Rahmen nicht zerkratzt wird.

Fahrradpumpe mit der Du acht Bar (soviel habe ich in den Rennrad Reifen) einpumpen kannst einpacken oder falls das nicht möglich ist: meistens gibt es Servicestationen am Start, wo Du Luft in Deine Reifen pumpen kannst. In Hamburg musste ich leider im Kreis herumfahren, weil die Servicestation nicht dort war, wo sie geplant war. Das stresst unnötig.

Am Tag vor dem Rennen

Nervös sein.
Mit Teilnahmebestätigung und Ausweis zur Akkreditierung gehen und das Start Paket abholen. Darin befinden sich neben Werbegeschenken wie Trinkflaschen u.ä., der Transponder und die Startnummer. Zur Befestigung werden Kabelbinder und Sicherheitsnadeln beigelegt.
Das Trikot mit der Startnummer am Rücken versehen. Transponder mit Kabelbindern am Lenker montieren. Abstehende Teile der Kabelbinder kann man abzwicken.
Wenn notwendig, das Höhenprofil gut sichtbar auf das Rad kleben. Für Leute mit Lesebrille – groß ausdrucken 😉
Reifen und Luft kontrollieren. Bremsen kontrollieren. Ersatzschlauch und kl. Werkzeug einpacken.
Navigationsgerät/Pulsmesser, Handy und eventuell Actioncam aufladen.

Verpflegung

Bei den Rennen gibt es in den meisten Fälle mindestens eine Verpflegungsstelle, bei Strecken über 100 km auch mehrere. Dort bekommst Du üblicherweise isotonische Getränke zum Nachfüllen, Wasser, Bananen, manchmal Kuchen.

Direkt vor dem Rennen

Noch nervöser sein.

Getränkeflaschen mit isotonischem Getränk befüllen. Luft in die Reifen pumpen. Energieriegel vor dem Start öffnen (keine Fummelei während des Rennens) und in den Trikottaschen verstauen. Rechtzeitig in den Startblock stellen. Starten.

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Radfahren Rennrad fahren

Vorbereitungen vor einem Radrennen als Hobby-Fahrer*in

In Teil 1 des Ratgebers „Dein (erstes) Rennrad-Rennen“ hast Du die wiederkehrenden Fragen und Zweifel, ob der Teilnahme an einem Rennen geklärt. Nun geht es an die Vorbereitungen. Falls Du Dir noch unschlüssig bist – lies noch Die Teilnahme an einem Radrennen als Hobby-Fahrer*in planen.

Teil 2 der 6 teiligen Serie: Dein (erstes) Rennrad-Rennen

Du stehst vor der Frage, wenn ich teilnehme, was kommt auf mich zu und wie meistere ich das? Die folgenden Zeilen werden Dich dabei unterstützen.

Deine körperliche und mentale Vorbereitung

Suche Dir eine Trainingsgruppe oder Radpartnerinnen

In den großen Städten gibt es Frauen-Gruppen, die sich zusammenfinden, um gemeinsam zu fahren. Teilweise organisiert von Fahrradhändlern, Bike Guides oder von beherzten Frauen, die selbstorganisierte Gruppen starten. Im ländlichen Bereich ist es meist schwieriger Radpartnerinnen zu finden. Trage dich in der BIKESISTERS Radpartnerinnen Börse ein. Vielleicht findest du eine Radpartnerin in deiner Nähe.

Baue Selbstvertrauen auf

Je länger Du mit dem Rennrad unterwegs bist, desto sicherer wirst Du. Jedes Jahr steigt Dein Selbstvertrauen, die Freude an den sicht- und spürbaren Ergebnissen. Wenn Du Dich im ersten Rennradjahr noch nicht traust an einem Rennen teilzunehmen, dann mache es im nächsten Jahr. Du solltest in jedem Fall ein sicheres Gefühl beim Rennradfahren haben.

Schließe eine Vereinbarung mit Dir selbst

Als ich vor 10 Jahren aus gesundheitlichen Gründen intensiver Radfahren wollte, war meine Motivation nicht so verinnerlicht wie jetzt. Ich musste mich damals wirklich überwinden, mich auf das Rad zu setzen. Du kennst das: Du willst Dich bewegen, aber am Sofa ist es doch so gemütlich und draußen sieht es nach Regen aus.

2006 bin ich mein erstes Mountainbike Rennen gefahren. Ich war so nervös und wollte um alles in der Welt nicht Letzte werden. Daher war das Radrennen mein Anlaß regelmäßig Mountainbiken zu gehen. Jahrelang habe ich mindestens ein Mountainbike Rennen im Jahr absolviert, damit ich einen zwingenden Grund (den abschreckenden letzten Platz) hatte, zu trainieren. Mittlerweile macht mir Radfahren soviel Spaß, dass ich diesen äußeren Zwang nicht mehr benötige. Ein Rennen ist aber immer noch Herausforderung, Trainingsgrund und eine willkommene Abwechslung.

Sieh dir die Ausschreibung an

Meistens gibt es eine kurze und eine längere Strecke. Du weißt am besten selbst, welche Strecke Du Dir zutraust. Und nun stecke Dein Ziel ein wenig höher. Vergiß nicht die Höhenmeter der Strecke zu checken. Es ist ein Riesenunterschied, ob Du in Berlin beim Velothon die 117 km Strecke mit 280 Höhenmetern fährst oder die 103 km Strecke beim Eddy Merckx Classic in Salzburg mit rund 1.400 Höhenmeter. Wenn Du jede Woche Runden um die 40 km fährst, kannst Du leicht an einem 60 km Rennen teilnehmen. Orientiere Dich an der Durchschnittsgeschwindigkeit, die Du üblicherweise mit leichter Anstrengung fahren kannst. Wenn Deine weiteste Strecke bisher 80 km waren und Du diese ohne gröbere Schwierigkeiten bewältigst, kannst Du leicht ein 100 km Rennen fahren. Wie gesagt, nicht vergessen die Höhenmeter in Deine Überlegungen einzubeziehen.

Das geforderte Mindesttempo

In der Ausschreibung findest du auch den minimalen Geschwindigkeitsschnitt, den du fahren musst. Lass dich nicht zu sehr davon beeindrucken. Bei meinem ersten Rennen war ich unsicher, ob ich den geforderten Schnitt von 26 km/h über 117 km schaffen würde. Mir war wirklich bang, denn die Langsamen, die diesen Schnitt nicht schaffen, werden aus dem Rennen genommen. Ich war allein unterwegs, d.h. ich wusste nicht, ob ich dann auch wieder zurückfinden würde. Daher habe ich mir in der Vorbereitung den GPX Track auf mein Smartphone gespielt, damit ich zur Not nach Hause finde. In einer guten Gruppe bin ich dann 32,6 km/h im Schnitt gefahren. Viel schneller als ich dachte. Grundsätzlich war ich mir aber sicher, dass ich die 26 km/h im Schnitt schaffen könnte. Doch wenn viel Wind gewesen wäre, dann auch….? Ein bisschen Unsicherheit bleibt immer. Aber das ist auch das Spannende an einer Rennteilnahme.

Geht oder ging es dir ähnlich? Was sind deine Erfahrungen?

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Radfahren Rennrad fahren

Cyclocross, CX-Rad und Crossrad – was ist das?

Alle Jahre wieder. Wenn der Herbst kommt, startet die Cyclocross Saison. Früher kannte man diese Radsport Disziplin als Querfeldeinrennen. In den letzten Jahren setzt sich die Bezeichnung Cyclocross durch. Da es im Winter auf den Straßen kaum möglich ist mit dem Rennrad zu fahren, steigen mehr Leute auf den Crosser, um auch in der kalten Saison Fahrspaß und Training zu haben.

Was ist Cyclocross?

Beim Cyclocross fährt man auf unbefestigtem Gelände mit Hindernissen, kurzen steilen Anstiegen und sonstigen natürlichen Schwierigkeiten. Wenn es regnet oder schneit, wird es rutschig, schlammig – eine dreckige Angelegenheit. Und anstrengend noch dazu. Wird der Boden tief, fällt das Treten umso schwerer. Bei Anstiegen kann es sein, dass man absteigen und das Rad schultern muss, um keuchend hochzulaufen. Klingt wie Mountainbiken? Ja. Doch die Räder und die Fahrweise unterscheiden sich gewaltig.

Cyclocross und Querfeldein-Rennen

Der Weltradsportverband veranstaltet in der Wintersaison den Cyclo-cross Weltcup für Damen und Herren. Im September 2016 hat die Saison mit dem ersten Rennen in Las Vegas begonnen. Hier kann man schön sehen, wie ein Querfeldeinrennen abläuft.

Canyon.com

Cyclocross Rad auch CX Rad oder Crosssrad genannt

Ein Crosser sieht aus wie ein Rennrad, beschleunigt wie ein Rennrad, ist aber komfortabler und aufgrund breiterer Reifen auch für Schotterwege und natürlichen Untergrund geeignet. Für Leute, die vom Rennradfahren kommen, ist der Umstieg auf das Crossrad einfacher als für reine MountainbikerInnen. Denn das Crossrad ist leichter, wenig bis gar nicht gedämpft und hat viel dünnere Reifen als ein Mountainbike. In leichtem Gelände hat das Cyclocross Rad die Nase vorn. Sobald es steile und steinige Abfahrten gibt, bleibt man besser beim Mountainbike.

Gebrauchtes Fahrrad kaufen ja oder nein? Hole Dir die praktische Checkliste zum Ausdrucken.

Das Cyclocross Rad ist eine tolle Möglichkeit auch in der kalten und nassen Saison mit dem Rad zu fahren. Ständig auf der Rolle oder im Fitnesscenter zu schwitzen, macht auf Dauer keinen Spaß. Frischluft rules!

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Radfahren Rennrad fahren

Die Teilnahme an einem Radrennen als Hobby-FahrerIn planen

Spiel, Spaß und Spannung, das gibt es nicht nur im Kinder-Überraschungsei, sondern das wollen auch wir Erwachsene gern. Wenn Dir das Rennrad fahren oder Mountainbiken langweilig wird, ist es an der Zeit dich einer neuen Herausforderung zu stellen. Für viele ist das die Teilnahme an einem Radrennen.

Teil 1 der 6 teiligen Serie: Dein (erstes) Rennrad-Rennen

Mir geht es genauso. Ich mag das Gefühl von mir selbst gesteckte Ziele zu erreichen. Die Anmeldung zu einem Radrennen ist immer eine Art Prüfung vor mir selbst. Eine Vereinbarung regelmäßig zu trainieren und Kondition aufzubauen. Bei Mountainbike Rennen kommt noch der Respekt vor den technischen Schwierigkeiten auf der Strecke dazu. Daher finde ich Rennradrennen entspannter. Allerdings gilt es hier andere Herausforderungen zu meistern.

Aufgrund der Größe der Aufgabe fragen sich viele RadfahrerInnen, „Soll ich als Hobby RadfahrerIn wirklich an einem Radrennen teilnehmen“? Kein Wunder, wie gesagt. Neben der fahrerischen Aufgabe sind es viele organisatorische Fragen, denen Du dich stellen musst. Ich habe mir die Frage auch schon öfters gestellt. Darum kann ich Dir ein paar Gründe nennen, warum Du teilnehmen kannst, nein – die Teilnahme an einem Radrennen sogar eine gute Idee ist.

Radrennen für hobbymäßige RadfahrerInnen

Es gibt in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu jeder Jahreszeit Radrennen an denen Amateur-RadfahrerInnen ohne Lizenz oder Vereinszugehörigkeit teilnehmen können.

An der Aufgabe wachsen

Du bist mit deinen Zweifeln und Ängsten nicht allein. Neben mir sind noch viele andere – Frauen und Männer, die sich fragen, wie und ob sie ein Radrennen erfolgreich bewältigen sollen.

Überhaupt auf den Gedanken zu kommen, eine Teilnahme in Betracht zu ziehen, zeigt, dass du ein inneres Interesse, einen Wunsch hast. Wenn ich zweifle, frage ich mich manchmal, ob ich denn überhaupt tun will, was Zweifel hervorruft. Aber ohne den Wunsch dahinter, würde ich nicht zu den Zweifeln kommen. Daher will ich es. Vielleicht geht es Dir genauso. Dich reizt die Herausforderung, Deine FreundInnen würden das niemals machen oder im Gegenteil, Du stehst immer nur am Rand und willst auch mal Rennluft schnuppern.

Wiederkehrende Fragen zur Rennteilnahme

Werde ich die Strecke bewältigen?

Realistisch betrachtet ist es doch so, dass Du Dir selbst keine Strecke aussuchen wirst, die nicht bewältigbar scheint. Ausserdem wachsen wir Menschen mit der Aufgabe. Wer ein Ziel hat, ist gegenüber den meisten Menschen schon klar im Vorteil. Da sich viele gar keine Gedanken dazu machen, was sie erreichen wollen. Dann landet man irgendwo und fragt sich vielleicht später, was man mit all der Zeit getan hat, die man im Leben hatte. Bezüglich der Fahrstrecke, die du dir aussuchst: Du weißt schon ganz gut, was du dir selbst zutrauen kannst. Und du wirst dafür trainieren. Dh. stecke dir ein Ziel, das höher ist als du deine Leistungsfähigkeit aktuell einschätzt.

Kann ich die verlangte Mindestdurchschnittsgeschwindigkeit fahren?

Diese Frage hat mich beim ersten Rennradrennen sehr gestresst. Doch ich stellte fest, dass man im Rennen viel schneller unterwegs ist als alleine. Erstens weil es ja ein Rennen ist und zweitens, weil man immer Leute findet, in deren Windschatten man eine zeitlang fahren kann. In der Ergebnisliste von Hamburg habe ich ausserdem gesehen, dass Teilnehmende mit niedrigeren Durschnittsgeschwindigkeiten als der geforderten auch ins Ziel kamen und gewertet wurden. Also keine Angst. Wenn du glaubst, dass deine Leistung im Bereich des Geforderten ist, wirst du sicher schneller sein als du vorher denkst.

Ich bin allein, wie soll ich das organisieren?

Wenn das Rennen in deiner Nähe stattfindet, ist das kein Problem. Du holst dir am Tag vor dem Rennen deine Startunterlagen ab und erscheinst am Renntag rechtzeitig in deinem Startblock. Es gibt immer Radfahrerinnen, die gern ein Gespräch anfangen oder auch alleine sind und daher froh über Gesellschaft. Im Ziel befinden sich fast immer Messestände, Essens- und Getränkestände und volksfestartige Stimmung. Auch wenn du alleine bist, gibt es keinen Grund für ein peinliches Gefühl wie es manchmal auftritt, wenn frau zum Beispiel solo essen geht.

Was tue ich, wenn ich mich verletze oder eine Panne habe?

Ich erzähle immer meinen FreundInnen oder Familie, dass ich an einem Rennen teilnehme. Natürlich ist es angenehmer, wenn man Begleitung organisieren kann. Das geht aber nicht immer. Wenn – unwahrscheinlich – aber doch, etwas passiert, sind immer hilfsbereite Menschen am Rand der Strecke zugegen, die Dir weiterhelfen.
Im allerschlimmsten Fall passiert ein Unfall und Du kannst Dich nicht verständlich machen. In solchen Fällen kann ein Armband mit Deinen Notfall-Daten – wie das Safesport ID Band wichtige Informationen für das Rettungsteam liefern.

Es passieren soviele Unfälle…

Dazu habe ich keine Zahlen, aber passieren kann immer und überall etwas. Bei Radrennen nicht unbedingt mehr. Meine Devise ist defensives und umsichtiges Fahren. Mit dem Rad im täglichen Straßenverkehr sowieso immer und überall. Beim Rennen versuche ich mich aus den großen Pulks herauszuhalten. Besonders wenn die ehrgeizigen und schnellen Männer aus den hinteren Startblöcken nach vorne zischen. Wenn sich das Feld zusammenschiebt und es um ich herum eng wird, vergrößere ich den Abstand zu denen vor mir, damit ich ein wenig mehr Platz zum fahren und bremsen habe.

…und danach

Wenn Du im Ziel ankommst, wirst du dich vermutlich fragen, wie du im Vorfeld nur soviel Respekt haben konntest. Und diese Nervosität. Und diese Zweifel. Du hast Großartiges geschafft und bist über dich hinausgewachsen. Genau das ist es, wozu uns Radfahren bringen kann. Unsere Grenzen zu erweitern.

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Events Radfahren Rennrad fahren

Hamburg Cyclassics – die Teilnahme lohnt sich

Zum 21. Mal fanden am 21. August 2016 die Cyclassics in Hamburg statt. Die lange Tradition merkt man an der hohen TeilnehmerInnenanzahl, an der perfekten Organisation und an den tausenden ZuseherInnen am Straßenrand. Die Cyclassics rühmen sich das größte Straßen Rennereignis Europas zu sein. Ich war vor Ort und habe nachgesehen, ob das stimmt.

Die 100km Strecke

Es war mein erstes Mal in Hamburg. In der Vorbereitung habe ich mir die 100km Strecke auf der Karte angesehen, es war eine Bergwertung mit 96 Höhenmetern eingetragen. Das fand ich amüsant. Ging ich doch davon aus, dass die Landschaft rund um Hamburg ähnlich flach ist wie die um Berlin. Weit gefehlt. Die Strecke war sehr hügelig mit insgesamt 560 Höhenmetern laut meiner Strava Aufzeichnung. Es ist eine landschaftlich sehr schöne, abwechslungsreiche Strecke, die durch den Hafen über die Oberbaumbrücke nach Süden verläuft. Das Wetter war gut, es war leicht kühl und sonnig, einzig der starke Wind machte allen zu schaffen.

Frauen Startblock Hamburg Cyclassics

Der Frauenstartblock war im Vergleich zum Velothon Berlin sehr gut besetzt, dennoch ist hier immer mehr Platz als in den gemischten Startblöcken, wo alle dicht aneinanderstehen. Zeit, um ein wenig zu plaudern. Über die Nervosität, die Vorbereitung und um die Begeisterung zu teilen.

Ein 100km Rennen am Tandem?

Reichlich überrascht war ich als sich zwei Damen mit einem Tandem neben mir einreihten. In einem kurzen Gespräch erzählten sie mir, dass sie bei einem anderen Rennen über eine etwas weitere Strecke eine Zeit von 3:20h fuhren. Ich dachte mir nicht viel dabei, war das doch eine andere Strecke und ich vergaß die Ladies, da ich nicht dachte, dass ich sie noch sehen würde. Vor mir stand eine Teilnehmerin mit einem der modernen Klappräder. Auch interessant dachte ich. Diese Dame sah ich wirklich nicht mehr, ich denke, sie kam nach mir ins Ziel.

Tandem bei Radrennen

Annika und Silke auf ihrem Tandem hatten mich sehr schnell eingeholt. Ich war überrascht, welches Tempo die beiden auf Abfahrten und ebenen Abschnitten fuhren. Ich hätte alleine nicht schneller fahren können. Bergauf sind sie langsamer, das Rad wiegt gute 20 Kilo, das heißt jede der beiden fährt vergleichsweise mit einem schweren Rennrad, weshalb ich mich einmal abgesetzt habe und in einer schnelleren Herrengruppe mitfuhr. Nicht allzu weit, denn auf einem langen Geradeausstück, geriet ich zu weit nach rechts und kam an die Windkante. Ich hatte keine Chance mehr an den Vordermännern im Windschatten zu bleiben. Also habe ich mich zurückfallen lassen, um auf eine Gruppe zu warten. Wen höre ich im Hintergrund rufen, „Wir kommen!“? Meine beiden Tandem-Windschattenspenderinnen. Dankbar, habe ich mich hinten angehängt.

Die Tandemfahrerinnen waren völlig gerechtfertigt die Attraktion des Feldes. Die ZuseherInnen jubelten ihnen zu und viele Fahrer zollten ihnen Respekt mit einem „Daumen hoch“. Ohne die beiden wäre ich vermutlich nicht so schnell gewesen, für mich ist es wichtig jemanden zu haben, an den ich mich anhängen kann. Dazu gibt es sicher verschiedene Meinungen, möglicherweise könnte man meinen, ich würde von anderen profitieren, andererseits kann man auch sagen: ich bin taktisch klug gefahren. Jedenfalls ein Danke an Annika und Silke!

Marathon-Fotos.com

Nach 3:09h bin ich im Zentrum Hamburgs als 113. von 259 Frauen in meiner Seniorinnen Klasse und 339. von 802 Damen gesamt ins Ziel eingefahren. Ein paar Minuten schneller wären möglich gewesen, doch wir mussten bei der Verpflegungsstation kurz anhalten. Die 3 Stunden Marke zu knacken, wäre sich ohnehin nicht ausgegangen.

glücklich 100km radrennen hamburg

Mein Fazit

Es war ein großartiges Erlebnis, da uns auf der ganzen Strecke und speziell im Zieleinlauf die ZuseherInnen anfeuerten. Das war Gänsehautfeeling pur. Die Cyclassics haben sich wirklich gelohnt. Tolle Strecke, perfekte Organisation, ein wahres Radfestival. Schon allein die Tatsache, dass man 100km lang überall freie Fahrt hat, ist großartig. Nirgends sonst als bei einem Rennen, ist das möglich.

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Radfahren Rennrad fahren

Rennrad Fahrtechnik – von den Profis lernen

Ich sage es gleich zu Beginn. Ich spreche kein Italienisch. Daher verstehe ich Null von dem was die RAI KommentatorInnen sagen. Aber, am besten lernt man durch Imitation. Noch besser durch ein Fahrtechnik Training bei dem frau auch wirklich körperlich dabei ist. Trotzdem hier ein Video von März 2016 vom „Trofeo Alfredo Binda“ Rennen der Women’s World Tour in Italien.

https://youtu.be/q7dE5SRNuZk

Beobachtet die Profis: ihre Trittfrequenz ist immer hoch auch beim Bergauffahren. Die Position am Rad beim bergab fahren ab ca. 13:20min: Innenliegendes Bein oben, kurvenäusseres unten.

Das ist übrigens das Rennen bei dem Trixi Worrack ihre Niere verlor. Das soll euch aber nicht davon abhalten Rennrad zu fahren 😉
Jolanda Neff, die Dame in Rot mit den blonden lange Haaren, wird bei diesem Straßenradrennen Dritte. Sie ist gleichzeitig die jüngste Gesamt-Weltcupsiegerin im Mountainbike Cross Country und nimmt bei den olympischen Spielen in Rio 2016 beim Rennrad- und Mountainbike Rennen teil.

Gewonnen hat die britische Weltmeisterin Lizzie Armitstead.

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Rapha Women’s 100 – 2016

Der Fahrrad Bekleidungshersteller Rapha ruft weltweit jährlich zum Women’s 100km Ride auf. Im Jahr 2015 haben ca. 8.000 Frauen an diesen Ausfahrten teilgenommen. In Österreich gab es in Wien und am Wörthersee eine Ausfahrt. Ich nahm am 17. Juli in Berlin an der von den Velonistas organisierten Ausfahrt teil. In ganz Deutschland fanden 16 Rides statt.

Um 10 Uhr war der Start geplant. Pünktlich um 9:55 Uhr fing es zu regnen an. Was zuerst wie ein kurzer Schauer aussah, wurde zu einem einstündigen Regen. Zuerst informierte uns Conny von den Velonistas bei der Lagebesprechung im trockenen S-Bahnhof über den Ablauf des Tages. Wir wurden in drei Gruppen, die unterschiedliche Tempos fuhren, aufgeteilt.

Los gings und nach kurzer Zeit waren wir alle durchnässt. So manche – wie ich – dachte ans Umkehren, weil es nicht nach Wetterbesserung aussah. Doch dann lichtete sich der Himmel und es wurde trocken. Nur nicht in den Schuhen. Egal. Es hatte über 20 Grad Celsius, wodurch es nicht zu kalt in den Füssen war.

Nach 70km hielten wir bei „Holly“, die uns mit Kuchen und Kaffee versorgte. Danach hatten wir noch cirka 1 Stunde Fahrt vor uns. Als wir in Berlin einfuhren, regnete es wieder. Da wir uns aber schon am Heimweg befanden, war das kein Thema. Wie geplant kamen wir nach ca. 4 Stunden Fahrzeit am Ausgangspunkt durchnässt, aber glücklich an.

Fotos: Cycling Sport Foto / Frank Kreitner

Es war eine von den Velonistas ganz toll organisierte Ausfahrt mit eigenem Fotografen, Mechaniker und sogar Begleitfahrzeugen. Vielen Dank an Euch!

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Testbericht: Roubaix SL4 Elite 105

Ich habe im Sommer 2013 einige Rennräder getestet und mich dann selbst zum Kauf eines „Roubaix“ entschieden. Hier steht warum.

Das Rennradmodell „Roubaix“ wurde von Specialized nach dem Rennklassiker „Paris – Roubaix“ benannt. Mit seinen in Gabel und Hinterbau eingebauten Dämpfern (genannt „Zertz“) soll es besonders für längere Strecken und ruppigere Straßen ausgelegt sein.

Und es stimmt: das Roubaix lässt sich auf unebenen Untergründen angenehmer fahren als vergleichbare Modelle. Die Sitzposition ist entspannt, dennoch kann man ordentlich Tempo machen. Rahmen und Gabel sind aus Carbon, was das Rad leichter macht. Die bei diesem Modell verwendeten Shimano 105er Komponenten (Schaltung, Bremsen) sind eine vernünftige Alternative zu hochwertigeren Teilen, die das Rad zwar leichter, aber auch teurer machen würden. Die 2 Kettenblätter vorne und eine 10fach Kassette hinten sorgen für genug Gangvarianten mit denen man auch steilere Steigungen schafft.

Erhältlich ist das Roubaix nur bei Specialized Händlern.

 

ROUBAIX SL4 ELITE 105