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Fitness & Ausrüstung Gesundheit & Training Radfahren

Mach‘ mit beim virtuellen Trainingslager! #traintogether

Alleine Bewegung zu machen und die Motivation dafür zu finden, kann manchmal anstrengend sein. Wer fit und gesund sein will, braucht Willenskraft, Ausdauer, Geduld und Wissen, um aus den verschiedenen Trainingsmethoden die persönlich passende zu finden. Deine Ziele könnten die Teilnahme an einem Rennen, das Erklimmen von Bergen, verbesserte Koordination, erhöhte Fahrtechnikkenntnisse, weniger Körpergewicht oder einfach die Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens sein.

Daraus muss man keine Wissenschaft machen, haben wir doch alle viel um die Ohren. Das Radfahren bzw. Training soll uns nicht zusätzlich stressen, sondern zur Erholung beitragen. Da kann eine Trainingsgemeinschaft helfen.

Vor ein paar Wochen hatte Lena Zwanzleitner die Idee ein virtuelles Trainingslager zu veranstalten. Sie nimmt am 16.-17. Juni zum zweiten Mal an der Vättenrundan in Schweden teil. Ein 300km Rennen mit dem Rennrad. Sie wird laufend über ihre Vorbereitungen und Erfahrungen schreiben.

Du willst an einem Rennrad Rennen teilnehmen?

Hole Dir den BIKESISTERS Guide „Dein erstes Rennrad-Rennen“ (auch wenn es Dein zweites oder drittes Rennen ist).
Mit zeitsparenden Tipps für Organisation, Vorbereitung und Taktik.

Ich (Anita) nehme am 4.6. am Ladies Race in St. Pölten (Niederösterreich) teil. Als geborene St. Pöltnerin ist das fast ein Pflichtprogramm. Das Rennen geht über eine Strecke von 80 km und 1.100 Höhenmeter. Die Länge schreckt mich nicht, bin ich doch im Vorjahr beim Velothon in Berlin und bei den Cyclassics in Hamburg jeweils um die 100 km gefahren. Die Anzahl der Höhenmeter hingegen kenne ich sonst nur vom Mountainbiken. Mit dem Rennrad bin ich noch nie soviele Berge auf einmal gefahren.

Lena und ich werden regelmäßig hier, im Newsletter und unter den Hashtags #trainingslager #traintogether #bikesisters auf Instagram, Twitter und Facebook berichten. Mach mit, lass dich informieren und motivieren!

Die Themen sind:

Wenn Du gerne wie Lena und ich hier auf der Webseite über deine Fortschritte berichten willst, melde dich bei mir und du wirst Gastautorin. Hast du einen eigenen Blog und schreibst dort? Dann können wir unsere Berichte gegenseitig verlinken.

Wenn Du Fragen hast, hinterlasse einen Kommentar oder tritt der BIKESISTERS Facebook Gruppe bei.

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Events Fitness & Ausrüstung Gesundheit & Training Rennrad fahren

Die Wiederholung steht an: 300km Rennen in Schweden „Vätternrundan“

Hui, 4 Jahre ist das schon her. Wirklich. Wow, ich kann mich noch daran erinnern als wäre es gestern gewesen, dass ich (Lena), in Schweden 300km um den Vätternsee gefahren bin. Dieses Jahr steht die Wiederholung an, Zeit die Teilnahme von 2013 Revue passieren zu lassen.

Vorbereitungen

Die Teilnahme an der Vätternrundan bedarf einiger Vorbereitung, denn will man oder frau teilnehmen, so beginnt das Anmeldeverfahren meist im Herbst des Vorjahres, so auch in 2012. Zusammen mit einigen Freunden meldeten wir uns im Herbst an, da die Veranstaltung meist nach wenigen Minuten ausverkauft ist. Wir hatten also Glück und waren schnell am Klicker, sodass wir einen Startplatz bekamen, leider konnten wir uns die Startzeit nicht aussuchen und so fiel der Zufall auf eine Startzeit um kurz nach 23 Uhr. Soweit ich mich erinnere hat man 24h Zeit um zu finishen? Auf jeden Fall ist die Zeit reichlich bemessen, es sei denn, man möchte eine Startzeit früh am Morgen, dann verschiebt sich die Zielzeit nicht nach hinten. Punkt 12:00 des Folgetags muss man im Ziel sein. Wie dem auch sei, ich wäre gerne entweder später gestartet, dann ist die Nacht nicht so lang, oder früher, dann schafft man noch ein paar Kilometer bevor es dunkel wird.

Wir gingen also gen 23 Uhr an den Start, nachdem wir auf einem nahegelegenen Campingplatz Quartier bezogen hatten und unsere Räder equipped waren. Zum Rad gibt es einige Vorschriften, was erlaubt ist und was nicht. Im Groben beschränkt es sich jedoch auf Beleuchtung und Reflektoren, die angebracht sein müssen. Für unsere Rennräder hatten wir eine praktische Lösung, denn Reflektoren hatten unsere Lampe nicht und so behalfen wir uns mit ein wenig Klebe-Reflektor-Band, was absolut ausreichend war. Ansonsten waren wir mit minimalem Gepäck unterwegs, denn außer Bekleidung und Ersatzschlauch/Pumpe benötigt man nicht viel. Verpflegung gibt es unterwegs reichlich. Dazu später mehr…

Start

Wir gingen also an den Start und rollten die ersten Kilometer in großer Gruppe mit. Angeführt von zwei meiner besten Freunde machten wir ordentlich Tempo. Durch die dunkle Nacht (ja, auch wenn das Event zu Midsommar, also der kürzesten Nacht des Jahres stattfindet ist es ziemlich lange ziemlich dunkel) zogen sich lange Schlangen roter Lichter vor uns. Ein klasse Anblick.

25.000 Menschen fahren mit

Die erste Kontrolle kommt schon nach 47km, und wie an allen nachfolgenden Kontrollstellen gibt es mindestens Blaubeersuppe, Zimtbrötchen, Kaffee, Wasser/Iso-Getränk und je nach Station noch weiteres Essen. Wir hielten uns nicht lange auf, verpassten aber im Getümmel einen Teil unserer Gruppe, ich fuhr mit Timon gemeinsam weiter. Durch die 25.000 Menschen, es ist die größte Radsportveranstaltung Europas (!!!) ist man ohnehin nie alleine unterwegs, von daher findet man bei jedem Tempo ein Hinterrad oder plaudernde Mitfahrer. Die sind übrigens auf allen Gefährten unterwegs. Ein Hollandrad mit Stereoanlage im Lenkerkorb und Fahrer in Hot-Pants-Jeans war das skurillste in Sachen Mitfahrer.

Die nächsten Kilometer verschwimmen in meiner Erinnerung etwas, sehr eindrucksvoll war jedoch das reichliche Essen. Im Morgengrauen, der erstaunlich spät für die kürzeste Nacht des Jahres kam, aßen Timon und ich Kotbullar mit Kartoffelbrei und Preiselbeeren und gen frühen Vormittag gab es in einem ehemaligen Militär Fort echte Lasagne. Die Kontrollstellen sind circa jeweils 20-40 Kilometer auseinander, man kann also entspannt von Essen zu Essen fahren!

Essen und Landschaft überraschten

Als weiterer Eindruck ist natürlich die Landschaft bei mir hängen geblieben. Die Strecke führt durch ewige Wälder, immer ist man umgeben von Radfahrern, die ihre Fahrt genießen. Ebenfalls sehr klar ist meine Erinnerung an eine kalte Nacht. In den Jahren zuvor war das Wetter meist schlecht, dass es viel geregnet hat, das war 2013 zum Glück nicht der Fall. Allerdings waren es nachts circa 10 Grad. Ich bin mit dicken Winterhandschuhen an den Start gegangen und erinnere mich, dass ich diese am Morgen und in der Dämmerung mehrfach auszog wenn die Strecke in der Sonne verlief und auch mehrfach wieder anzog, weil es einfach zu kalt war.

Eine weitere Überraschung war das Profil, irgendwie hatte ich es im Vorfeld abgespeichert, dass eine Runde um einen See ja wohl flach wie ein Topfboden verlaufen würde. Dem war nicht so. Es ging eigentlich ständig leicht bergauf oder bergab, nicht dramatisch viel, aber wenn man erwartet, dass alles flach ist, ist das doch eine Überraschung.


Gen Mittag erreichten wir die letzte Kontrolle und von dort ging es immer noch ein ganzes Stück zurück zum Startort in Motala. Dort pulsiert das Leben während der Vätternrundan. Die gesamte Stadt ist ausgeschildert und man findet sich in dem kleinen Städtchen schnell zurecht. Überall sind Radfahrer, was die Aufregung noch weiter steigert…

Nachdem meine Vätternrundan 2013 so beiendruckend war, haben wir uns im Herbst 2016 kurzentschlossen nochmal für 2017 angemeldet. Ich freue mich auf die Wiederholung des Events und bin gespannt! Bis dahin liegen allerdings noch einige Trainingskilometer vor mir… Darüber werde ich hier und auf meinem Blog regelmäßig berichten…

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Radfahren Rennrad fahren

Checkliste für die Teilnahme an einem Rennrad-Rennen

Zum Abschluss der Artikelserie gibt es noch die Checkliste für das Rennrad-Rennen. Alle wichtigen Tipps sind zusammengefasst und zeitlich geordnet. Eine Packliste für die Rennrad Ausrüstung findest Du ebenfalls hier.

Teil 6 der 6 teiligen Serie: Dein (erstes) Rennrad-Rennen

Vorbereitungen in den Monaten vor dem Rennen

  • Rennen und Strecke aussuchen
  • Mindestdurchschnittsgeschwindigkeit prüfen
  • Start: alleine oder mit Freund*innen
  • Absichern bei Solostart
  • Regelmäßiges Training
  • Radpartnerin / Rennrad-Gruppe suchen
  • Sicheres Verhalten beim Rennen trainieren
  • Anreise und Hotel (Fahrradmitnahme ins Zimmer?) checken

Ein paar Wochen vor dem Rennen

  • Fahrrad checken – nochmal zur Werkstatt?
  • GPX Strecke genauer studieren
  • Strecke auf Navi oder Smartphone laden

Zum Rennen mitnehmen

Packliste Rennrad-Rennen

  • kurze / lange Radhose
  • Untertrikot
  • Trikot
  • Ärmlinge
  • Socken
  • Wind/Regenjacke
  • Schuhe
  • Handschuhe
  • Brille
  • Helm
  • Kappe / Tuch
  • Teilnahmebestätigung ausdrucken
  • Ausweis
  • Höhenprofil ausdrucken
  • kleines Werkzeugset (Schlauch, Reifenheber, Handpumpe, Flickzeug)
  • Standpumpe
  • Tuch/Lappen
  • Navigationsgerät/Pulsmesser und Gurt
  • Kamera
  • Handy
  • Ladegeräte
  • Trinkflaschen mit Iso Pulver
  • Energieriegel / Bananen
  • Frühstück für das Hotel – sofern kein Frühstück möglich.

Am Tag vor dem Rennen

  • Lokaler Check – Lage des Startblocks, Akkreditierung
  • Mit Ausweis und Teilnahmebestätigung zur Abholung der Startunterlagen
  • Verpflegung einkaufen
  • Höhenprofil auf das Rad kleben
  • Startnummer auf Trikot geben
  • Transponder auf Rad montieren
  • Navi und Smartphone laden
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Fahrtechnik Radfahren Rennrad fahren Sicherheit

Tipps für ein sicheres Rennrad-Rennen

Neben den Signalen und Handzeichen für das Rennrad fahren im Peloton gibt es hier weitere Tipps für Deine Taktik beim Rennrad-Rennen. Manch kleiner Hinweis macht einen großen Unterschied aus. Wie zum Beispiel die Idee, Deine Energieriegel bereits vor dem Start zu öffnen. Auch das trägt zu Deiner Schnelligkeit und Sicherheit bei.

Teil 5 der 6 teiligen Serie: Dein (erstes) Rennrad-Rennen

Verhalten während des Rennens

Gruppen fahren will geübt sein. Mein Tipp daher: suche Dir vor einem Rennen eine Gruppe, um das Fahren im Pulk zu trainieren. Dort kannst Du die allgemein anerkannte Regeln und Gefahrenzeichen aus dem vorigen Kapitel lernen.

Verpflegung während des Rennens

In der Ausschreibung findest Du Hinweise auf Anzahl und Standorte der Verpflegungsstellen. Bei längeren Strecken gibt es üblicherweise mindestens eine Labestelle. Ich nehme immer zwei 0,75 L Flaschen mit isotonischem Getränk und vier Energieriegel mit. Alles weitere hole ich bei der Verpflegungsstation. Beim Velothon in Berlin bin ich ohne Pause durchgefahren.
Vor dem Start öffne ich die Verpackung der Energieriegel, dann entfällt das gefährliche Herumfummeln während der Fahrt.

Renntaktik für Entspannte


Ich bin ehrgeizig. Doch alles mit Maß und Ziel. Ich habe schon genug Sportunfälle hinter mir, sodass ich meine Gesundheit nicht riskiere. Aus dieser Perspektive sind meine Tipps zu betrachten.
Suche Dir eine Gruppe, die etwa den gleichen Schnitt fährt wie Du. Ich stelle mich bei Rennradrennen dazu immer in den Frauenstartblock.

Du willst nicht immer alleine radfahren und suchst andere Bikerinnen?
Auf der BIKESISTERS Radpartnerinnen-Karte findest Du Frauen, die Mitfahrerinnen für gemeinsame Ausfahrten suchen.
Women only.

Der Frauenstartblock hat mehrere Vorteile:

  • Gleichmäßigeres Fahren,
  • wenig bis gar nicht aggressiv,
  • es sind nette Unterhaltungen möglich.
  • Man wird in der Anfangsphase des Rennens nicht von den Männern überrollt.

Häng‘ Dich in den Windschatten, wenn möglich mach‘ Dich bemerkbar, damit die vordere Person weiß, dass Du am Hinterrad klebst. Am sportlichsten ist es, wenn ihr euch abwechselt bzw. Du fragst, ob Du Dich anhängen kannst. Beim Velothon und beim Cyclassics in Hamburg waren eigene “Safer Cycling Guides” unterwegs, deren Aufgabe es war, nicht nur für Sicherheit durch Anwesenheit zu sorgen, sondern Dich auch im Windschatten fahren zu lassen. Wenn Du eine Gruppe gefunden hast, die Rennerfahrung hat, werden alle abwechselnd führen. Ich hatte einmal das Glück, dass zwei Frauen vor mir gefahren sind, genau im passenden Tempo und die beiden wollten auch die Führung nicht abgeben. Hinter ihnen bildete sich eine große Traube Menschen, da sie so ein gutes gleichmäßiges Tempo gefahren sind.

Sieh‘ zu, dass Du Dich vor Kreuzungen, Engstellen und Kurven in eine sichere Position bringst. Soweit das möglich ist. Denn es bilden sich immer Pulks von Leuten. Schau‘, dass neben, vor und hinter Dir möglichst niemand fährt oder in einem guten Abstand ist. In der Kurve bleib auf Deiner Linie. Nicht während des Abbiegens nach links oder rechts ausschwenken. Die anderen rund um Dich herum rechnen damit, dass Du Deine Kurvenlinie durchfährst.

Wie heisst es so schön? Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste. In diesem Sinne, wünsche ich viel Spaß beim Rennen!

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Mit zeitsparenden Tipps für Organisation, Vorbereitung und Taktik.

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Fahrtechnik Radfahren Rennrad fahren Sicherheit

Sicherheit beim Rennradfahren in der Gruppe

Du startest bei einem Rennrad-Rennen mit vielen anderen Teilnehmenden. Es ist Deine Premiere, da Du Anfänger*in bist oder Du warst schon mal dabei, das ist aber schon länger her. In jedem Fall – tolle Sache und super, dass Du so motiviert bist. Es gibt ein paar ganz wichtige Regeln, die beim Rennrad fahren in der Gruppe zu berücksichtigen sind. Die Sicht nach vorne ist durch das Hintereinander fahren beeinträchtigt und die Abstände zueinander sind kurz. Die folgenden Signale dienen der Sicherheit aller Mitfahrenden.

Teil 4 der 6 teiligen Serie: Dein (erstes) Rennrad-Rennen

Handzeichen und Warnsignale beim Gruppen fahren

Wenn Du im Peloton fährst, ist es wichtig, dass Du die Handzeichen, die vor Dir gegeben werden auch weitergibst. Die nächste Person hinter Dir, könnte das Warnsignal nicht gesehen haben. Musst Du gerade in diesem Moment die Hände auf dem Lenker lassen, dann rufe „Achtung“ oder „Halt“. Je nachdem.

In diesem Video siehst Du die verschiedenen Warnzeichen und ihre Bedeutung.

Flache Hand nach oben gestreckt

Handzeichen Rennradfahren gruppe  Halt

Die flache Hand nach oben gestreckt – bedeutet Achtung, Halt, Stehenbleiben!
Wird vor Kreuzungen angezeigt, wenn die Ampel rot ist oder wenn es im Rennen zu einem Stillstand kommt.

Arm und Zeigefinger nach unten

Handzeichen Rennradfahren gruppe Gefahr Strasse

Mit Arm und Zeigefinger nach unten zeigen – bedeutet Achtung, Gefahrenstelle auf der Straße!
Zum Beispiel Gullideckel, Schlagloch, Stein etc.

Flache Hand nach unten

handzeichen rennradfahren gruppe langsamer

Mit der flachen Hand nach unten winken – Tempo rausnehmen und langsamer werden.

Hand hinter dem Körper / Daumen deutet

Handzeichen Rennradfahren gruppe hindernis

Mit der Hand hinter den Körper winken – je nach Handseite und Winkrichtung – Achtung Hindernis!
Wird vor Hindernissen angezeigt, die umfahren werden müssen. Zum Beispiel langsamere Fahrer*innen, Fußgänger*innen, Hindernisse, die auf die Fahrbahn ragen. Wahlweise wird das auch mit dem Daumen angezeigt.

Mit dem Arm links rechts pendeln

Handzeichen Rennradfahren gruppe schienen

Mit der Hand nach unten deuten und nach links und rechts pendeln – bedeutet Achtung Schienen!

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Radfahren Rennrad fahren

Beim Radrennen anmelden und die Teilnahme organisieren

Super! Du hast dich entschieden an einem Radrennen teilzunehmen. Gratuliere! Jetzt geht es zur Anmeldung und den organisatorischen Vorbereitungen. In diesem Artikel habe ich die wichtigsten Punkte zusammengefasst.

Teil 3 der 6 teiligen Serie: Dein (erstes) Rennrad-Rennen

Organisatorische Vorbereitungen

Anmeldung zum Rennen

Startest Du alleine oder im Team? Du musst schon bei der online Anmeldung angeben, in welchem Team Du fährst. Manchmal gibt es Vergünstigungen für die 2. oder 3. Teilnehmerin, also wenn Du eine Freundin motivieren kannst mitzufahren, wird die Anmeldung günstiger.
Oft musst Du Deinen erwarteten Schnitt oder Deine geschätzte Fahrzeit angeben, damit wird Dir Dein Startblock zugewiesen. Wenn es angeboten wird, wähle ich immer aus diesen Gründen den Frauenstartblock.

Training

Nun ist es an der Zeit, Dich körperlich auf das Rennen vorzubereiten. Sieh‘ Dir die Strecke auf der Karte an, wenn Du in der Nähe wohnst, fahre Teilstrecken davon oder sogar die ganze Runde. Nachdem ich nicht fahre, um zu gewinnen – ist auch völlig unrealistisch 😉 – sind meine Ziele: besser als beim letzten Rennen zu sein, das Rennen und die Action darum herum zu genießen sowie und – das vor allem: gesund ins Ziel zu kommen. Ich habe ein paar Stürze bei Rennen gesehen und möchte nie in einen hineingeraten. Darum halte ich mich von besonders ehrgeizigen Personen fern und bremse lieber einmal zuviel als zu wenig.

Fahrrad checken

Ist das Rad in Ordnung? Läuft die Schaltung gut, sind die Bremsen in Ordnung? Wenn nicht, rechtzeitig zur Werkstatt damit.

Ein paar Tage vor dem Rennen

Leicht nervös werden.
Das GPX File auf Google Maps studieren – wo sind die Anstiege, wo die Verpflegungsstellen – einfach um die Strecke und Länge einschätzen zu können. Wer ein Navi besitzt, sollte den GPX Track auf das eigene Gerät oder das Smartphone übertragen. Es wäre nicht das erste Mal, dass jemand während eines Rennens falsch abbiegt und nicht mehr zur Strecke zurückfindet. Oder Du hast eine Panne – dann bringt Dich der Track wieder zurück.

Die Wettervorhersage checken, je nachdem – bei Schönwetter: Dich freuen oder bei Regen und Windböen: in Panik verfallen 😉 Nein, meistens wird das Wetter besser als vorhergesagt. Zumindest rede ich mir das ein. Je nach Wetterlage und Jahreszeit Kleidung bereitlegen. Nicht vergessen: wer nicht über mehrere renntaugliche Trikots verfügt, rechtzeitig Wäschewaschen planen. Mit nasser Hose fährt es sich nicht so gut.

Ansehen, wo sich die Akkreditierung, die Umkleiden und die Duschen befinden. Wo sind die Startblöcke, wie lange brauchst Du von zu Hause oder Deinem Hotel zum Startblock.

Teilnahmebestätigung ausdrucken
Auch in Zeiten des Internets wollen viele Veranstalter die Teilnahmebestätigung ausgedruckt und deinen Personalausweis sehen.
Bei Strecken mit vielen Steigungen, Höhenprofil ausdrucken.

Anreise von auswärts

Bitte checke vor der Hotelbuchung, ob Du das Rad ins Zimmer mitnehmen darfst oder nicht. Ich habe schon sehr rigorose Hotels erlebt, die es absolut untersagen, das Rad ins Zimmer zu nehmen. Allerdings werde ich dort auch sicher nicht mehr nächtigen. Unbedingt ein Schloss mitnehmen, damit Du Dein Lieblingsteil absperren kannst.

Lappen, Tuch zum Abwischen des Rads, falls es Regen gibt. Das Tuch kann man auch nutzen, um es in die Klemme des Fahrradträgers (am Bus oder Auto) zu stecken, damit der Rahmen nicht zerkratzt wird.

Fahrradpumpe mit der Du acht Bar (soviel habe ich in den Rennrad Reifen) einpumpen kannst einpacken oder falls das nicht möglich ist: meistens gibt es Servicestationen am Start, wo Du Luft in Deine Reifen pumpen kannst. In Hamburg musste ich leider im Kreis herumfahren, weil die Servicestation nicht dort war, wo sie geplant war. Das stresst unnötig.

Am Tag vor dem Rennen

Nervös sein.
Mit Teilnahmebestätigung und Ausweis zur Akkreditierung gehen und das Start Paket abholen. Darin befinden sich neben Werbegeschenken wie Trinkflaschen u.ä., der Transponder und die Startnummer. Zur Befestigung werden Kabelbinder und Sicherheitsnadeln beigelegt.
Das Trikot mit der Startnummer am Rücken versehen. Transponder mit Kabelbindern am Lenker montieren. Abstehende Teile der Kabelbinder kann man abzwicken.
Wenn notwendig, das Höhenprofil gut sichtbar auf das Rad kleben. Für Leute mit Lesebrille – groß ausdrucken 😉
Reifen und Luft kontrollieren. Bremsen kontrollieren. Ersatzschlauch und kl. Werkzeug einpacken.
Navigationsgerät/Pulsmesser, Handy und eventuell Actioncam aufladen.

Verpflegung

Bei den Rennen gibt es in den meisten Fälle mindestens eine Verpflegungsstelle, bei Strecken über 100 km auch mehrere. Dort bekommst Du üblicherweise isotonische Getränke zum Nachfüllen, Wasser, Bananen, manchmal Kuchen.

Direkt vor dem Rennen

Noch nervöser sein.

Getränkeflaschen mit isotonischem Getränk befüllen. Luft in die Reifen pumpen. Energieriegel vor dem Start öffnen (keine Fummelei während des Rennens) und in den Trikottaschen verstauen. Rechtzeitig in den Startblock stellen. Starten.

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Radfahren Rennrad fahren

Vorbereitungen vor einem Radrennen als Hobby-Fahrer*in

In Teil 1 des Ratgebers „Dein (erstes) Rennrad-Rennen“ hast Du die wiederkehrenden Fragen und Zweifel, ob der Teilnahme an einem Rennen geklärt. Nun geht es an die Vorbereitungen. Falls Du Dir noch unschlüssig bist – lies noch Die Teilnahme an einem Radrennen als Hobby-Fahrer*in planen.

Teil 2 der 6 teiligen Serie: Dein (erstes) Rennrad-Rennen

Du stehst vor der Frage, wenn ich teilnehme, was kommt auf mich zu und wie meistere ich das? Die folgenden Zeilen werden Dich dabei unterstützen.

Deine körperliche und mentale Vorbereitung

Suche Dir eine Trainingsgruppe oder Radpartnerinnen

In den großen Städten gibt es Frauen-Gruppen, die sich zusammenfinden, um gemeinsam zu fahren. Teilweise organisiert von Fahrradhändlern, Bike Guides oder von beherzten Frauen, die selbstorganisierte Gruppen starten. Im ländlichen Bereich ist es meist schwieriger Radpartnerinnen zu finden. Trage dich in der BIKESISTERS Radpartnerinnen Börse ein. Vielleicht findest du eine Radpartnerin in deiner Nähe.

Baue Selbstvertrauen auf

Je länger Du mit dem Rennrad unterwegs bist, desto sicherer wirst Du. Jedes Jahr steigt Dein Selbstvertrauen, die Freude an den sicht- und spürbaren Ergebnissen. Wenn Du Dich im ersten Rennradjahr noch nicht traust an einem Rennen teilzunehmen, dann mache es im nächsten Jahr. Du solltest in jedem Fall ein sicheres Gefühl beim Rennradfahren haben.

Schließe eine Vereinbarung mit Dir selbst

Als ich vor 10 Jahren aus gesundheitlichen Gründen intensiver Radfahren wollte, war meine Motivation nicht so verinnerlicht wie jetzt. Ich musste mich damals wirklich überwinden, mich auf das Rad zu setzen. Du kennst das: Du willst Dich bewegen, aber am Sofa ist es doch so gemütlich und draußen sieht es nach Regen aus.

2006 bin ich mein erstes Mountainbike Rennen gefahren. Ich war so nervös und wollte um alles in der Welt nicht Letzte werden. Daher war das Radrennen mein Anlaß regelmäßig Mountainbiken zu gehen. Jahrelang habe ich mindestens ein Mountainbike Rennen im Jahr absolviert, damit ich einen zwingenden Grund (den abschreckenden letzten Platz) hatte, zu trainieren. Mittlerweile macht mir Radfahren soviel Spaß, dass ich diesen äußeren Zwang nicht mehr benötige. Ein Rennen ist aber immer noch Herausforderung, Trainingsgrund und eine willkommene Abwechslung.

Sieh dir die Ausschreibung an

Meistens gibt es eine kurze und eine längere Strecke. Du weißt am besten selbst, welche Strecke Du Dir zutraust. Und nun stecke Dein Ziel ein wenig höher. Vergiß nicht die Höhenmeter der Strecke zu checken. Es ist ein Riesenunterschied, ob Du in Berlin beim Velothon die 117 km Strecke mit 280 Höhenmetern fährst oder die 103 km Strecke beim Eddy Merckx Classic in Salzburg mit rund 1.400 Höhenmeter. Wenn Du jede Woche Runden um die 40 km fährst, kannst Du leicht an einem 60 km Rennen teilnehmen. Orientiere Dich an der Durchschnittsgeschwindigkeit, die Du üblicherweise mit leichter Anstrengung fahren kannst. Wenn Deine weiteste Strecke bisher 80 km waren und Du diese ohne gröbere Schwierigkeiten bewältigst, kannst Du leicht ein 100 km Rennen fahren. Wie gesagt, nicht vergessen die Höhenmeter in Deine Überlegungen einzubeziehen.

Das geforderte Mindesttempo

In der Ausschreibung findest du auch den minimalen Geschwindigkeitsschnitt, den du fahren musst. Lass dich nicht zu sehr davon beeindrucken. Bei meinem ersten Rennen war ich unsicher, ob ich den geforderten Schnitt von 26 km/h über 117 km schaffen würde. Mir war wirklich bang, denn die Langsamen, die diesen Schnitt nicht schaffen, werden aus dem Rennen genommen. Ich war allein unterwegs, d.h. ich wusste nicht, ob ich dann auch wieder zurückfinden würde. Daher habe ich mir in der Vorbereitung den GPX Track auf mein Smartphone gespielt, damit ich zur Not nach Hause finde. In einer guten Gruppe bin ich dann 32,6 km/h im Schnitt gefahren. Viel schneller als ich dachte. Grundsätzlich war ich mir aber sicher, dass ich die 26 km/h im Schnitt schaffen könnte. Doch wenn viel Wind gewesen wäre, dann auch….? Ein bisschen Unsicherheit bleibt immer. Aber das ist auch das Spannende an einer Rennteilnahme.

Geht oder ging es dir ähnlich? Was sind deine Erfahrungen?

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Radfahren Rennrad fahren

Die Teilnahme an einem Radrennen als Hobby-FahrerIn planen

Spiel, Spaß und Spannung, das gibt es nicht nur im Kinder-Überraschungsei, sondern das wollen auch wir Erwachsene gern. Wenn Dir das Rennrad fahren oder Mountainbiken langweilig wird, ist es an der Zeit dich einer neuen Herausforderung zu stellen. Für viele ist das die Teilnahme an einem Radrennen.

Teil 1 der 6 teiligen Serie: Dein (erstes) Rennrad-Rennen

Mir geht es genauso. Ich mag das Gefühl von mir selbst gesteckte Ziele zu erreichen. Die Anmeldung zu einem Radrennen ist immer eine Art Prüfung vor mir selbst. Eine Vereinbarung regelmäßig zu trainieren und Kondition aufzubauen. Bei Mountainbike Rennen kommt noch der Respekt vor den technischen Schwierigkeiten auf der Strecke dazu. Daher finde ich Rennradrennen entspannter. Allerdings gilt es hier andere Herausforderungen zu meistern.

Aufgrund der Größe der Aufgabe fragen sich viele RadfahrerInnen, „Soll ich als Hobby RadfahrerIn wirklich an einem Radrennen teilnehmen“? Kein Wunder, wie gesagt. Neben der fahrerischen Aufgabe sind es viele organisatorische Fragen, denen Du dich stellen musst. Ich habe mir die Frage auch schon öfters gestellt. Darum kann ich Dir ein paar Gründe nennen, warum Du teilnehmen kannst, nein – die Teilnahme an einem Radrennen sogar eine gute Idee ist.

Radrennen für hobbymäßige RadfahrerInnen

Es gibt in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu jeder Jahreszeit Radrennen an denen Amateur-RadfahrerInnen ohne Lizenz oder Vereinszugehörigkeit teilnehmen können.

An der Aufgabe wachsen

Du bist mit deinen Zweifeln und Ängsten nicht allein. Neben mir sind noch viele andere – Frauen und Männer, die sich fragen, wie und ob sie ein Radrennen erfolgreich bewältigen sollen.

Überhaupt auf den Gedanken zu kommen, eine Teilnahme in Betracht zu ziehen, zeigt, dass du ein inneres Interesse, einen Wunsch hast. Wenn ich zweifle, frage ich mich manchmal, ob ich denn überhaupt tun will, was Zweifel hervorruft. Aber ohne den Wunsch dahinter, würde ich nicht zu den Zweifeln kommen. Daher will ich es. Vielleicht geht es Dir genauso. Dich reizt die Herausforderung, Deine FreundInnen würden das niemals machen oder im Gegenteil, Du stehst immer nur am Rand und willst auch mal Rennluft schnuppern.

Wiederkehrende Fragen zur Rennteilnahme

Werde ich die Strecke bewältigen?

Realistisch betrachtet ist es doch so, dass Du Dir selbst keine Strecke aussuchen wirst, die nicht bewältigbar scheint. Ausserdem wachsen wir Menschen mit der Aufgabe. Wer ein Ziel hat, ist gegenüber den meisten Menschen schon klar im Vorteil. Da sich viele gar keine Gedanken dazu machen, was sie erreichen wollen. Dann landet man irgendwo und fragt sich vielleicht später, was man mit all der Zeit getan hat, die man im Leben hatte. Bezüglich der Fahrstrecke, die du dir aussuchst: Du weißt schon ganz gut, was du dir selbst zutrauen kannst. Und du wirst dafür trainieren. Dh. stecke dir ein Ziel, das höher ist als du deine Leistungsfähigkeit aktuell einschätzt.

Kann ich die verlangte Mindestdurchschnittsgeschwindigkeit fahren?

Diese Frage hat mich beim ersten Rennradrennen sehr gestresst. Doch ich stellte fest, dass man im Rennen viel schneller unterwegs ist als alleine. Erstens weil es ja ein Rennen ist und zweitens, weil man immer Leute findet, in deren Windschatten man eine zeitlang fahren kann. In der Ergebnisliste von Hamburg habe ich ausserdem gesehen, dass Teilnehmende mit niedrigeren Durschnittsgeschwindigkeiten als der geforderten auch ins Ziel kamen und gewertet wurden. Also keine Angst. Wenn du glaubst, dass deine Leistung im Bereich des Geforderten ist, wirst du sicher schneller sein als du vorher denkst.

Ich bin allein, wie soll ich das organisieren?

Wenn das Rennen in deiner Nähe stattfindet, ist das kein Problem. Du holst dir am Tag vor dem Rennen deine Startunterlagen ab und erscheinst am Renntag rechtzeitig in deinem Startblock. Es gibt immer Radfahrerinnen, die gern ein Gespräch anfangen oder auch alleine sind und daher froh über Gesellschaft. Im Ziel befinden sich fast immer Messestände, Essens- und Getränkestände und volksfestartige Stimmung. Auch wenn du alleine bist, gibt es keinen Grund für ein peinliches Gefühl wie es manchmal auftritt, wenn frau zum Beispiel solo essen geht.

Was tue ich, wenn ich mich verletze oder eine Panne habe?

Ich erzähle immer meinen FreundInnen oder Familie, dass ich an einem Rennen teilnehme. Natürlich ist es angenehmer, wenn man Begleitung organisieren kann. Das geht aber nicht immer. Wenn – unwahrscheinlich – aber doch, etwas passiert, sind immer hilfsbereite Menschen am Rand der Strecke zugegen, die Dir weiterhelfen.
Im allerschlimmsten Fall passiert ein Unfall und Du kannst Dich nicht verständlich machen. In solchen Fällen kann ein Armband mit Deinen Notfall-Daten – wie das Safesport ID Band wichtige Informationen für das Rettungsteam liefern.

Es passieren soviele Unfälle…

Dazu habe ich keine Zahlen, aber passieren kann immer und überall etwas. Bei Radrennen nicht unbedingt mehr. Meine Devise ist defensives und umsichtiges Fahren. Mit dem Rad im täglichen Straßenverkehr sowieso immer und überall. Beim Rennen versuche ich mich aus den großen Pulks herauszuhalten. Besonders wenn die ehrgeizigen und schnellen Männer aus den hinteren Startblöcken nach vorne zischen. Wenn sich das Feld zusammenschiebt und es um ich herum eng wird, vergrößere ich den Abstand zu denen vor mir, damit ich ein wenig mehr Platz zum fahren und bremsen habe.

…und danach

Wenn Du im Ziel ankommst, wirst du dich vermutlich fragen, wie du im Vorfeld nur soviel Respekt haben konntest. Und diese Nervosität. Und diese Zweifel. Du hast Großartiges geschafft und bist über dich hinausgewachsen. Genau das ist es, wozu uns Radfahren bringen kann. Unsere Grenzen zu erweitern.

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Events Radfahren Rennrad fahren

Hamburg Cyclassics – die Teilnahme lohnt sich

Zum 21. Mal fanden am 21. August 2016 die Cyclassics in Hamburg statt. Die lange Tradition merkt man an der hohen TeilnehmerInnenanzahl, an der perfekten Organisation und an den tausenden ZuseherInnen am Straßenrand. Die Cyclassics rühmen sich das größte Straßen Rennereignis Europas zu sein. Ich war vor Ort und habe nachgesehen, ob das stimmt.

Die 100km Strecke

Es war mein erstes Mal in Hamburg. In der Vorbereitung habe ich mir die 100km Strecke auf der Karte angesehen, es war eine Bergwertung mit 96 Höhenmetern eingetragen. Das fand ich amüsant. Ging ich doch davon aus, dass die Landschaft rund um Hamburg ähnlich flach ist wie die um Berlin. Weit gefehlt. Die Strecke war sehr hügelig mit insgesamt 560 Höhenmetern laut meiner Strava Aufzeichnung. Es ist eine landschaftlich sehr schöne, abwechslungsreiche Strecke, die durch den Hafen über die Oberbaumbrücke nach Süden verläuft. Das Wetter war gut, es war leicht kühl und sonnig, einzig der starke Wind machte allen zu schaffen.

Frauen Startblock Hamburg Cyclassics

Der Frauenstartblock war im Vergleich zum Velothon Berlin sehr gut besetzt, dennoch ist hier immer mehr Platz als in den gemischten Startblöcken, wo alle dicht aneinanderstehen. Zeit, um ein wenig zu plaudern. Über die Nervosität, die Vorbereitung und um die Begeisterung zu teilen.

Ein 100km Rennen am Tandem?

Reichlich überrascht war ich als sich zwei Damen mit einem Tandem neben mir einreihten. In einem kurzen Gespräch erzählten sie mir, dass sie bei einem anderen Rennen über eine etwas weitere Strecke eine Zeit von 3:20h fuhren. Ich dachte mir nicht viel dabei, war das doch eine andere Strecke und ich vergaß die Ladies, da ich nicht dachte, dass ich sie noch sehen würde. Vor mir stand eine Teilnehmerin mit einem der modernen Klappräder. Auch interessant dachte ich. Diese Dame sah ich wirklich nicht mehr, ich denke, sie kam nach mir ins Ziel.

Tandem bei Radrennen

Annika und Silke auf ihrem Tandem hatten mich sehr schnell eingeholt. Ich war überrascht, welches Tempo die beiden auf Abfahrten und ebenen Abschnitten fuhren. Ich hätte alleine nicht schneller fahren können. Bergauf sind sie langsamer, das Rad wiegt gute 20 Kilo, das heißt jede der beiden fährt vergleichsweise mit einem schweren Rennrad, weshalb ich mich einmal abgesetzt habe und in einer schnelleren Herrengruppe mitfuhr. Nicht allzu weit, denn auf einem langen Geradeausstück, geriet ich zu weit nach rechts und kam an die Windkante. Ich hatte keine Chance mehr an den Vordermännern im Windschatten zu bleiben. Also habe ich mich zurückfallen lassen, um auf eine Gruppe zu warten. Wen höre ich im Hintergrund rufen, „Wir kommen!“? Meine beiden Tandem-Windschattenspenderinnen. Dankbar, habe ich mich hinten angehängt.

Die Tandemfahrerinnen waren völlig gerechtfertigt die Attraktion des Feldes. Die ZuseherInnen jubelten ihnen zu und viele Fahrer zollten ihnen Respekt mit einem „Daumen hoch“. Ohne die beiden wäre ich vermutlich nicht so schnell gewesen, für mich ist es wichtig jemanden zu haben, an den ich mich anhängen kann. Dazu gibt es sicher verschiedene Meinungen, möglicherweise könnte man meinen, ich würde von anderen profitieren, andererseits kann man auch sagen: ich bin taktisch klug gefahren. Jedenfalls ein Danke an Annika und Silke!

Marathon-Fotos.com

Nach 3:09h bin ich im Zentrum Hamburgs als 113. von 259 Frauen in meiner Seniorinnen Klasse und 339. von 802 Damen gesamt ins Ziel eingefahren. Ein paar Minuten schneller wären möglich gewesen, doch wir mussten bei der Verpflegungsstation kurz anhalten. Die 3 Stunden Marke zu knacken, wäre sich ohnehin nicht ausgegangen.

glücklich 100km radrennen hamburg

Mein Fazit

Es war ein großartiges Erlebnis, da uns auf der ganzen Strecke und speziell im Zieleinlauf die ZuseherInnen anfeuerten. Das war Gänsehautfeeling pur. Die Cyclassics haben sich wirklich gelohnt. Tolle Strecke, perfekte Organisation, ein wahres Radfestival. Schon allein die Tatsache, dass man 100km lang überall freie Fahrt hat, ist großartig. Nirgends sonst als bei einem Rennen, ist das möglich.

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Witziges Rennen – Fuchsjagd mit Rachel Atherton

Anfang Oktober 2016 findet zum dritten Mal die Red Bull & Jeep Fuchsjagd im Nordwesten Englands statt. 200 Downhillerinnen werden von der Weltmeisterin Rachel Atherton „gejagt“. Das Feld startet mit einem Vorsprung und Rachel Atherton will soviele wie möglich bis ins Ziel überholen. Wie das aus der Perspektive der Weltmeisterin aussieht, kann man im Video sehen.

Das sieht nach einem lustigen Rennen aus. Die Leistung steht weniger im Mittelpunkt als das Spiel. Eine gegen Alle und trotzdem jede für sich. Von Rachel Atherton überholt zu werden, wäre mir eine Ehre.