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Die Radrennen der Frauen bei den olympischen Spielen in Rio 2016

Olympia 2016 bringt fünf Radsportevents für Frauen. Eine davon hat nur 1 Niere. Eine fährt 2 Disziplinen und eine Andere ist mit 44 Jahren noch voll dabei.

Am 5. August 2016 starten die olympischen Spiele in Rio. Erst seit den Spielen von Los Angeles im Jahr 1984 gibt es das Frauen Straßenradrennen im Kalender. Das Bahnradfahren seit 1988, Damen Mountainbike seit 1996 und BMX Rennen für Frauen gibt es seit 2008.

Bedenkt man, dass das Fechten der Frauen bereits im Jahr 1900 und das Schwimmen ab 1912 stattfand, hat es doch sehr lang gedauert bis der Frauen-Radsport in das olympische Programm aufgenommen wurde.

Kalender Rennen der Frauen

07. August: Straßenradrennen
10. August: Einzelzeitfahren
11.-16. August: Bahnradfahren
19. August: BMX
20. August: Mountainbike

Teilnehmerinnen (mit 1 oder 2 Nieren)

Das deutsche Rennradteam besteht aus Lisa Brennauer, Romy Kasper, Claudia Lichtenberg und Trixi Worrack. Bemerkenswert ist, dass Trixi Worrack erst im März nach einem Sturz bei der Trofeo Alfredo Binda in Italien eine Niere entnommen werden musste. Trotzdem hat sie es geschafft für die olympischen Spiele rechtzeitig fit zu werden. Das ist ja nicht ganz alltäglich und wirklich bewundernswert.

Flickr: youkeys | CC 2.0 Martin Mystère

Links vorne im Bild Trixi Worrack. Für Österreich ist die 1982 geborene Linzerin Martina Ritter am Start (rechtes Bild).

Die 23jährige Schweizerin Jolanda Neff macht etwas Ungewöhnliches. Sie startet sowohl im Straßenrennen als auch beim Mountainbiken.
Piotr Matyga

Zum gefühlt 100. Mal beim Mountainbiken dabei ist Sabine Spitz. Die 44jährige fährt seit 1994 Radrennen, ist mehrfache deutsche Meisterin, Weltmeisterin und Mountainbike Olympiasiegerin 2008. Beruhigend zu wissen, dass frau auch über 40 noch solche Leistungen vollbringen kann. Im Bild ist sie in der Mitte zu sehen bei den olympischen Spielen in London 2012, wo sie Vize-Olympiasiegerin wurde.

Steve Fair | CC 2.0

Du und ich – wir alle sind bei der Olympiade dabei

Eins am Rande, weil ich es immer wieder höre und vor allem auch in den Medien, die es besser wissen sollten: Es heisst olympische Spiele und nicht Olympiade. Die Olympiade ist der Zeitraum von vier Jahren zwischen zwei olympischen Spielen. Darum lautet der offizielle Name auch „Spiele der XXXI. Olympiade“. 2016 finden also zum 31. Mal seit dem Beginn der Spiele der Neuzeit 1896 die olympischen Sommerspiele statt.

Aus diesem Grund ist es durchaus legitim zu sagen: ich bin bei der Olympiade dabei.

Lasst die Spiele beginnen!

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Events In der Stadt Radfahren

Was ist eine Critical Mass?

Die Critical Mass ist eine Art Radtour und friedliche Demonstration, die mehr Platz für RadfahrerInnen in den Städten einfordert. 1992 fand die allererste Critical Mass in San Francisco statt. Die Touren finden mittlerweile in vielen Städten weltweit regelmäßig statt. Sie sind unorganisiert, das heisst, es gibt keine Veranstalter, sondern irgendjemand ruft zur Critical Mass auf. Finden sich genügend TeilnehmerInnen wird gefahren. Man könnte es auch als Fahrrrad-Flashmob bezeichnen.

In Deutschland und Österreich ist es im Pulk dann auch erlaubt, dass rote Ampeln gemeinsam überfahren werden. Da der gesamte Fahrradtross wie ein Sattelschlepper gemeinsam über die Kreuzung fährt. Die Polizei begleitet manchmal die Critical Mass, aber nicht immer. Für die TeilnehmerInnen gelten Verhaltensregeln wie: die RadfahrerInnen fahren nicht am Gehweg, man fährt nicht auf der gegenüberliegenden Fahrbahn und ist generell freundlich und lässt sich nicht auf Konfrontationen mit AutofahrerInnen ein.

Denn es geht darum friedlich darauf hinzuweisen, dass RadfahrerInnen genauso Platz in der Stadt beanspruchen dürfen wie Menschen in Autos. Die aktuelle Bevorzugung des Autoverkehrs in den Großsstädten ist ein historischer Fehler. In der Stadt ist das Rad das sinnvollste Verkehrsmittel – ökologisch, finanziell und gesundheitlich. Niemand fordert eine komplette Abschaffung des Autoverkehres, doch die Relationen müssen verändert werden. Es gibt Untersuchungen die zeigen, dass das sogenannte Fahrrad Rowdytum daher kommt, dass es einfach permanente Nutzungskonflikte in den Städten gibt. Besonders dort, wo sich dann die RadfahrerInnen mit den FussgängerInnen den spärlichen Platz teilen müssen.

Dass es auch anders geht zeigen Städte wie Amsterdam und Kopenhagen. In denen gezielt dem Fahrradverkehr gleich viel Raum gegeben wird wie allen anderen VerkehrsteilnehmerInnen. Jede zweite Person fährt in Kopenhagen mit dem Rad zur Arbeit.

„Tatsächlich hat die Stadt Kopenhagen ausrechnet, dass jeder gefahrene Radkilometer der Gesellschaft 0,22 Euro Profit bringt.
Autofahren hingegen kostet die Gesellschaft pro gefahrenen Kilometer 0,75 Euro. Hinter der Zahl steckt eine Kosten-Nutzen-Analyse, die zum Beispiel die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit, weniger Unfälle und die reduzierte Umweltverschmutzung als Pluspunkt wertet.“ [Quelle: www.wiwo.de/technologie/green/living/zweirad-paradies-kopenhagen-zeigt-der-welt-wie-man-fahrrad-faehrt/13908138.html]

Bei der Teilnahme an einer Critical Mass geht es also nicht gegen die AutofahrerInnen, sondern um ein gemeinsames Miteinander in der Stadt. Es ist Klasse als Radfahrerin mal die Straßen für sich alleine zu haben und neue Leute kennenlernen kann man auch. Probiere es mal aus!

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Events Fahrtechnik Mountainbiken Radfahren Sicherheit

Women’s Workshops – Downhill Gravity in Serfaus Fiss Ladis

UCI Masters Downhill Weltmeisterin Alice Kühne bietet in Tirol Frauen Workshops an. Es geht bei ihr nicht nur ums Fahren im Bikepark, sondern darum, sich Zeit zu nehmen ander Technik zu arbeiten. Zu Beginn wird am Pumptrack eingefahren, dort sieht Alice gleich wie ihre Teilnehmerinnen am Bike stehen und kann konkrete Tipps geben. „Ich gehe aktiv auf die Wünsche ein, und da hier im Park Sprünge, Drops und Wurzelpassagen vorhanden sind, ist für alle Niveaus etwas dabei.“, sagt Alice.

„Die direkte Rückmeldung durch die Videoaufzeichnung ist genial. Die Eigenwahrnehmung stimmt dann doch meistens nicht mit der Realität überein“, so Workshop-Teilnehmerin Barbara, die sich auch über die lockere Stimmung bei den Workshops freut: „Ich fühle mich wohl bei den Frauen. In der Gruppe geht es weniger um Konkurrenz, sondern wir pushen uns gegenseitig. Es spornt an, wenn man sieht, was die anderen können.“

Christian Waldegger

Seit vier Jahren schon bietet Alice Kühne Camps und Workshops für Frauen an. „Es gibt schon so viel für Jungs, da war es an der Zeit ein Angebot für Mädels zu schaffen. Es ist auch wichtig mit Männern zu fahren, aber manchmal können sie Frauen nicht richtig einschätzen. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass eine individuelle Einschätzung besser funktioniert. Außerdem ist die Hemmschwelle niedriger, wenn eine Frau vormacht, was alles auf zwei Rädern möglich ist. Da sagen sich dann einige ‚Das kann ich auch!’. Mit Jungs ist das nicht immer der Fall“, erklärt Kühne.

Die nächsten Termine stehen am 30. Juli, 27. August und 24. September 2016 an. Du kannst dich per E-Mail an bikeschule@bikepark-sfl.at anmelden bzw. dort mehr Infos erhalten.

Diese Packliste fürs Mountainbiken hilft Dir nichts Wichtiges zu vergessen.

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Events Radfahren Rennrad fahren

Rapha Women’s 100 – 2016

Der Fahrrad Bekleidungshersteller Rapha ruft weltweit jährlich zum Women’s 100km Ride auf. Im Jahr 2015 haben ca. 8.000 Frauen an diesen Ausfahrten teilgenommen. In Österreich gab es in Wien und am Wörthersee eine Ausfahrt. Ich nahm am 17. Juli in Berlin an der von den Velonistas organisierten Ausfahrt teil. In ganz Deutschland fanden 16 Rides statt.

Um 10 Uhr war der Start geplant. Pünktlich um 9:55 Uhr fing es zu regnen an. Was zuerst wie ein kurzer Schauer aussah, wurde zu einem einstündigen Regen. Zuerst informierte uns Conny von den Velonistas bei der Lagebesprechung im trockenen S-Bahnhof über den Ablauf des Tages. Wir wurden in drei Gruppen, die unterschiedliche Tempos fuhren, aufgeteilt.

Los gings und nach kurzer Zeit waren wir alle durchnässt. So manche – wie ich – dachte ans Umkehren, weil es nicht nach Wetterbesserung aussah. Doch dann lichtete sich der Himmel und es wurde trocken. Nur nicht in den Schuhen. Egal. Es hatte über 20 Grad Celsius, wodurch es nicht zu kalt in den Füssen war.

Nach 70km hielten wir bei „Holly“, die uns mit Kuchen und Kaffee versorgte. Danach hatten wir noch cirka 1 Stunde Fahrt vor uns. Als wir in Berlin einfuhren, regnete es wieder. Da wir uns aber schon am Heimweg befanden, war das kein Thema. Wie geplant kamen wir nach ca. 4 Stunden Fahrzeit am Ausgangspunkt durchnässt, aber glücklich an.

Fotos: Cycling Sport Foto / Frank Kreitner

Es war eine von den Velonistas ganz toll organisierte Ausfahrt mit eigenem Fotografen, Mechaniker und sogar Begleitfahrzeugen. Vielen Dank an Euch!