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So war es auf der Eurobike 2017 – und was ich mitnehme

Mega! Das ist der erste Begriff, der mir einfällt, wenn ich an die Eurobike in Friedrichshafen zurückdenke. Kein Wunder bei dieser Größe. Rund 1.500 Aussteller waren in 12 Messehallen mit großen Freibereichen und einer Demo Area dabei. Über 45.000 Menschen aus der Fahrrad-Branche trafen sich mit Kooperationspartnern und informierten sich über die neuesten Trends.

Das große Thema bei der Eurobike waren die E-Bikes, in allen Variationen. Derzeit werden ja mehr E-Bikes verkauft als Fahrräder ohne elektrischen Antrieb. Die Hersteller richten sich darauf ein und produzieren entsprechend. Die E-Bikes sind auch die Räder bei denen das Thema „Smartes Fahrrad“ voranschreitet. Damit ist die Vernetzung und Digitalisierung des Radfahrens gemeint. Mehr dazu im Artikel „Smartes Fahrrad“ – vernetztes Radfahren.

Bei dem Überangebot an Fahrrädern, Kleidung und Zubehör kann man nur zielgerichtet auf Stände zugehen und sich informieren lassen. Ich habe die Eurobike Programmpunkte „Women’s Special – Guided Tour“ und den „Blogger Walk“ genutzt, um mich umzusehen. Im Vordergrund stand, dass ich Firmen finde, die unsere BIKESISTERS Community ergänzen, unterstützen und Produkte herstellen, die wirklich sinnvoll und gut sind. Intensivere Gespräche habe ich z.B. mit Wahoo, Pure Cycles LINK und myBoo geführt.

Besonders gut fand ich die Möglichkeit in der Blogger Base andere BloggerInnen und vor allem auch Frauen kennenzulernen, die sich der Vernetzung und Stärkung der Präsenz von uns Radfahrerinnen in den Medien und der Fahrrad-Szene verschrieben haben.

Meine Empfehlung: den Eurobike Bericht von Carolyn Ott-Friesl lesen, der ist ganz toll geworden!

Leider gab es und gibt es immer noch Hersteller, die meinen nackte Frauen in der Werbung würden den Verkauf ihrer Produkte ankurbeln. Um dagegen zu mobilisieren, entsteht gerade eine Kampagne gegen Sexismus in der Fahrrad-Szene, unter anderem mit meiner Mitarbeit, hier bitte ich dann auch um Deine Unterstützung (wie, was genau…entsteht erst).

Hier noch ein paar Fotos: Rennräder bei der Eurobike 2017

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Events Radfahren

La Course 2017 Siegerin ist Annemiek van Vleuten

La Course 2017 bestand aus einem 67 km Rennen mit Bergankunft auf dem Col d’Izoard und einem Verfolgungsrennen am 22. Juli im Orange Vélodrome in Marseille. Das Zeitfahren wurde in der Reihenfolge des Zieleinlaufes der Bergetappe gestartet. Die Siegerin der Bergetappe, die Niederländerin Annemiek Van Vleuten konnte ihren Vorsprung ins Ziel bringen und gewann auch das Zeitfahren vor Lizzie Deignan und Elisa Longo Borghini.

Siegerin La Course 2017 – Annemiek van Vleuten

Radfahrerin für gemeinsame Ausfahrten
Du willst nicht immer alleine Radfahren? Sieh' nach, ob es in deiner Gegend Radfahrerinnen gibt, die mit dir eine Tour fahren.
Hier findest Du eine Radpartnerin.

Die Startreihenfolge wird im Abstand der Zielankunft auf dem Col d’Izoard erfolgen. Das heisst La Course 2017 wird am 22. Juli auf der Bahn entschieden und hoffentlich live auf Eurosport und anderen Sendern übertragen.

Verlosung Cube Mountainbike
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Hier noch ein paar Reaktionen auf die kurze Distanz und die Tatsache, dass das Ziel von La Course 4 km unterhalb des Col d’Izoard liegt. Also im Grunde ist es keine „richtige“ Bergankunft und nicht dasselbe Etappenziel wie das der Tour de France.

Die Velonews schreiben dazu „The most irritating thing about the whole situation is that La Course has the potential to be so much more. Look at all the fans in place for the Tour de France. Look at all the media gathered in one spot. And hey, men’s races have too many motos on course at one time, right? How about throwing a couple of these into the women’s race for some actual live coverage? A multi-stage women’s race is possible. It’s just a decision. Let’s give the Women’s WorldTour a race to get excited about. Perhaps someday add a second or third or fourth day to La Course, but at the very least give them a respectable distance to race.“

La Course Gewinnerinnen der letzten Jahre

Siegerin La Course 2016: Chloe Hosking

Am Sonntag, den 24. Juli 2016 startete zum 3. Mal „La Course“ das Frauenrennen im Rahmen der Tour de France. Auf einem Rundkurs mitten in Paris wurden 89km gefahren. La Course by Tour de France wurde 2014 das erste Mal ausgetragen.
Im Gegensatz zu 2015 herrschte diesmal sonniges, trockenes Wetter. Trotzdem kam es zu mehreren Stürzen im Peloton. Das Tempo betrug im Schnitt 40km/h. Das Rennen wurde im Schlusssprint durch Chloe Hosking gewonnen.

Hier die Highlights und Interviews von La Course 2016

Siegerin La Course 2015: Anna van der Breggen

Im Jahr 2015 gewann Anna van der Breggen das Rennen. Die Deutsche Lisa Brennauer belegte den 6. Rang. Wegen des Regens kam es auf dem rutschigen Kopfsteinpflaster zu vielen Stürzen. Doch nur die Harten kommen in den Garten 😉 Und die Siegerin ist beim Interview ein wenig schmutzig im Gesicht. Tolle Bilder!

http://dai.ly/x2zeprl

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Events Mountainbiken Radfahren

Die königliche Zillertal Bike Challenge 2017

Die Zillertal Bike Challenge ist ein Marathon-Etappenrennen über drei Tage. Sie ist offen für alle FahrerInnen, das heisst, es ist keine Rennlizenz notwendig und alle HobbyfahrerInnen können daran teilnehmen. Das Ziel befindet sich am Hintertuxer Gletscher inmitten eines herrlichen Bergpanoramas.

2017 fand die Zillertal Bike Challenge zum 9. Mal von 30. Juni bis 2. Juli 2017 statt. Das Mountainbike Rennen in Tirol gehört zu den renommiertesten in ganz Europa.

Royale Titel in luftigen Höhen

Die Renn-Kategorien sind: King / Queen of the Mountain, Prince / Princess of the Mountain und Lord / Lady of the Mountain. Die royalen Mountainbike Titel spiegeln die Härte der Kategorien wider. Die Kings und Queens müssen nämlich an 3 Tagen insgesamt 187 km und 9.126 Höhenmeter bewältigen. Die Prinzessinnen und Prinzen sind auch beachtliche 163 km und 5.266 Höhenmeter unterwegs. Ein bisschen weniger, aber dennoch eine Herausforderung sind die 124 km und 3.755 Höhenmeter, die die Lords und Ladies fahren.

Panorama Zillertal

Wer es genau wissen will, kann sich hier die Informationen zu den Streckenlängen und Etappen ansehen.

Anreise ins Zillertal

Genug Platz für Bike und zwei Personen Wir reisten am Donnerstag nachmittag aus Wien nach Tirol an. Die Anreise war easy, da das Zillertal gut zu erreichen ist und wir von Denzel Wien einen HYUNDAI i40 zur Verfügung gestellt bekamen, der ausreichend Platz für ein Mountainbike, zwei Personen und die gesamte Ausrüstung für vier Tage bot. Nach knapp 5 Stunden waren wir in Rohrberg. Das Wetter sah nicht vielversprechend aus, viel Regen, Temperaturen um die 0 Grad auf 2.000 Meter – kein ideales Wetter für ein Mountainbikerennen. Nach dem Auspacken und einer Lagebesprechung für den nächsten Tag ging es rasch ins Bett, mit der Hoffnung der erste Racetag möge besseres Wetter und ein paar Grad mehr bieten.

Die erste Etappe am Freitag

Tag 1: Pünktlich zum Start um 9 Uhr Früh in Fügen hatte das Tiroler Wetter ein Einsehen und stoppte für einige Stunden den Regen, die Sonne brach durch und bei angenehmen Temperaturen starteten die TeilnehmerInnen auf ihre verschiedenen Etappen, alle mit dem Ziel unversehrt in Zell am Ziller anzukommen.

Während die Damen und Herren sich die Berge hochkämpften um diese dann rasant wieder herunter zu fahren, tobte ich – Anita von den BIKESISTERS – mich mit Guide Stephan Oberlechner von der MTB Schule Tirol auf den lokalen Trails aus.

Nach einer ausgiebigen Erholungsphase in der hoteleigenen Sauna (Aktivhotel Tuxerhof) und einem leckeren Abendessen waren wir bereit für Tag 2.

Der zweite Renntag mit nassem Trail

Auch am zweiten Renntag zeigten sich die Tiroler Berge von ihrer besten Seite und die Sonne brach schon früh durch die Wolken. Der Start der Etappe befand sich in Zell am Ziller. Nach wenigen Kilometern ging es – für die Lords / Ladies inklusive meiner Einer – mit der Rosenalmbahn hinauf zur Mittelstation. Die anderen Kategorien durften den ganzen Berg hochtreten.

Verpflegungspause Kreuzwiesenalm

Ich bewunderte so manche FahrerInnen, die mich mit einem gewaltigen Tempo berghoch überholten, obwohl sie doppelt und dreifach so weit Fahren. Aber ich habe auch ein paar überholt 😉 Bergab und sogar bergauf. Das war der Moment, wo ich ein wenig bereut hatte, dass ich ausserhalb der Etappenwertung fuhr. Hätte mich dann doch interessiert wie fit ich bin. Die Route führte über den Schmankerlweg zur Kreuzwiesenalm. Dort begann die rasante Abfahrt auf der durch den nächtlichen Regen anspruchsvollen Abfahrt zum Freizeitpark Zell bis ins Ziel der 2. Etappe – nach Mayrhofen.

Impressionen vom Tag 2: die Etappe von Zell am Ziller nach Mayrhofen führt auch für die Kategorie Lord/Lady ein kurzes Stück über den Wiesenalmtrail (sieht man im Video)

https://youtu.be/kcbzmKXCEFg

Tag 3 – am Start mit Tina Durst

Kurz vor dem Start trafen wir Tina Durst, die Gewinnerin unserer Startplatz-Verlosung für die Mountainbike Challenge und amtierende Vizeweltmeisterin im 12 Stunden Mixed-MTB-Rennen. Sie hatte die ersten beiden Etappen der ZBC mehr als bravourös gemeistert und war nervös vor der letzten harten Etappe auf den Gletscher.

Tina Durst, Focus Rapiro Racing und Anita Posch

Tina war für das Rennen nicht speziell vorbereitet, da der Gewinn des Startplatzes sehr kurzfristig kam. Im Gegensatz zu vielen anderen FahrerInnen gefielen der quirligen Mountainbikerin besonders die herausfordernden Trailsektionen und das obwohl sie erst seit wenigen Jahren Mountainbike fährt. Bis Anfang 30 war Tina Kapitänin des deutschen Rugby Nationalteams. Danach wollte die Norddeutsche etwas Neues versuchen und nahm die Einladung eines Freundes zum Mountainbiken an. Nach den ersten Ausfahrten und einigem Fahrtechniktraining, schloss sich Tina – mittlerweile im Süden Deutschlands lebend – dem Focus Rapiro Racing Team an. Aus Neugierde nimmt sie gerne auch spontan an diversen Wettbewerben und Rennen teil. So kam es auch zum Start bei der 12h Mixed Weltmeisterschaft, wo sie mit ihrem Teampartner Vize-Weltmeisterin wurde.

Bei ihrem ersten aber vermutlich nicht letzten Start bei der ZBC wurde sie in der Gesamtwertung der Queens 6. und in ihrer Altersklasse 2! Und das obwohl sie mit den steilen Rampen, langen Anstiegen und auf der 3. Etappe mit der Höhenluft zu kämpfen hatte. Immerhin geht es auf über 3.000 Meter Seehöhe auf den Hintertuxer Gletscher. Für Tina war die erstmalige Teilnahme so beeindruckend, dass sie mit speziellem Training im Vorfeld noch einmal teilnehmen will.

Hier der Start zur dritten und letzten Etappe von Mayrhofen auf den Hintertuxer Gletscher. Für die Kings und Queens waren das nochmal über 50 km und 3.000 Höhenmeter an einem Stück.

Alle TeilnehmerInnen gewinnen

Die Zillertal Bike Challenge ist eine tolle Herausforderung und ein Abenteuer für MountainbikerInnen aller Klassen. Ich bin sicher, dass viele der StarterInnen im kommenden Jahr wiederkommen, da man nach der ersten Teilnahme ein Gefühl bekommt wie man sich das Rennen besser einteilen könnte und worauf es in der Vorbereitung ankommt. Den BegleiterInnen und Fans wird während der drei Tage nicht langweilig. Erstens durch das dichte Rennprogramm und zweitens wegen der Wander- und Genußmöglichkeiten durch das mit der Zillertalbahn sehr gut erschlossene Urlaubsgebiet.


Am Sonntag ging es über den Gerlos in den Pinzgau und von dort über Salzburg nach Wien zurück. Mit vielen Eindrücken nach einem abwechslungsreichen vier Tagen starteten wir in die neue Woche.

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Events Radfahren Rennrad fahren

Rennrad Ausfahrt im Salzkammergut

Ende Juli bin ich ein paar Tage in meiner früheren Wahlheimat Salzburg und werde meine Lieblingstour um Mondsee und Attersee fahren. Wer am 29. Juli Zeit hat, ist herzlich eingeladen.

Die Tour ist ca. 80km mit 350 Hm. Der Schnitt wird zwischen 24 und 27 km/h liegen, sich aber nach den Teilnehmerinnen richten. Zwischendurch ist ein abkühlender Sprung in den See (am liebsten in beide Seen) geplant, also Badesachen einpacken.

Findet nur bei Schönwetter statt!
Der Treffpunkt wird in der Nähe von Mondsee sein, wird noch bekanntgegeben.
WOMEN only.

Bitte per E-mail anmelden: hello (at) bikesisters.net

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Events Radfahren

Die schönsten Räder und Eindrücke von der Berliner Fahrradschau

Unter dem Motto #cyclingunites fand die Berliner Fahrradschau zum vierten Mal in der STATION Berlin statt. Von Freitag bis Sonntag drehte sich in dem riesigen und schönen ehemaligen Postbahnhof alles ums Radfahren, Räder und Ausrüstung.

Podiumsdiskussion WOMANWHORACE

Am Sonntag hatte ich die überraschende Ehre an der Podiumsdiskussion zum Thema „WOMENWHORACE“ teilzunehmen.

Hier gibt es noch einen interessanten Beitrag von „hamburgfiets“ zur Berliner Fahrradschau.

Schöne Räder

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Events Fitness & Ausrüstung Gesundheit & Training Rennrad fahren

Die Wiederholung steht an: 300km Rennen in Schweden „Vätternrundan“

Hui, 4 Jahre ist das schon her. Wirklich. Wow, ich kann mich noch daran erinnern als wäre es gestern gewesen, dass ich (Lena), in Schweden 300km um den Vätternsee gefahren bin. Dieses Jahr steht die Wiederholung an, Zeit die Teilnahme von 2013 Revue passieren zu lassen.

Vorbereitungen

Die Teilnahme an der Vätternrundan bedarf einiger Vorbereitung, denn will man oder frau teilnehmen, so beginnt das Anmeldeverfahren meist im Herbst des Vorjahres, so auch in 2012. Zusammen mit einigen Freunden meldeten wir uns im Herbst an, da die Veranstaltung meist nach wenigen Minuten ausverkauft ist. Wir hatten also Glück und waren schnell am Klicker, sodass wir einen Startplatz bekamen, leider konnten wir uns die Startzeit nicht aussuchen und so fiel der Zufall auf eine Startzeit um kurz nach 23 Uhr. Soweit ich mich erinnere hat man 24h Zeit um zu finishen? Auf jeden Fall ist die Zeit reichlich bemessen, es sei denn, man möchte eine Startzeit früh am Morgen, dann verschiebt sich die Zielzeit nicht nach hinten. Punkt 12:00 des Folgetags muss man im Ziel sein. Wie dem auch sei, ich wäre gerne entweder später gestartet, dann ist die Nacht nicht so lang, oder früher, dann schafft man noch ein paar Kilometer bevor es dunkel wird.

Wir gingen also gen 23 Uhr an den Start, nachdem wir auf einem nahegelegenen Campingplatz Quartier bezogen hatten und unsere Räder equipped waren. Zum Rad gibt es einige Vorschriften, was erlaubt ist und was nicht. Im Groben beschränkt es sich jedoch auf Beleuchtung und Reflektoren, die angebracht sein müssen. Für unsere Rennräder hatten wir eine praktische Lösung, denn Reflektoren hatten unsere Lampe nicht und so behalfen wir uns mit ein wenig Klebe-Reflektor-Band, was absolut ausreichend war. Ansonsten waren wir mit minimalem Gepäck unterwegs, denn außer Bekleidung und Ersatzschlauch/Pumpe benötigt man nicht viel. Verpflegung gibt es unterwegs reichlich. Dazu später mehr…

Start

Wir gingen also an den Start und rollten die ersten Kilometer in großer Gruppe mit. Angeführt von zwei meiner besten Freunde machten wir ordentlich Tempo. Durch die dunkle Nacht (ja, auch wenn das Event zu Midsommar, also der kürzesten Nacht des Jahres stattfindet ist es ziemlich lange ziemlich dunkel) zogen sich lange Schlangen roter Lichter vor uns. Ein klasse Anblick.

25.000 Menschen fahren mit

Die erste Kontrolle kommt schon nach 47km, und wie an allen nachfolgenden Kontrollstellen gibt es mindestens Blaubeersuppe, Zimtbrötchen, Kaffee, Wasser/Iso-Getränk und je nach Station noch weiteres Essen. Wir hielten uns nicht lange auf, verpassten aber im Getümmel einen Teil unserer Gruppe, ich fuhr mit Timon gemeinsam weiter. Durch die 25.000 Menschen, es ist die größte Radsportveranstaltung Europas (!!!) ist man ohnehin nie alleine unterwegs, von daher findet man bei jedem Tempo ein Hinterrad oder plaudernde Mitfahrer. Die sind übrigens auf allen Gefährten unterwegs. Ein Hollandrad mit Stereoanlage im Lenkerkorb und Fahrer in Hot-Pants-Jeans war das skurillste in Sachen Mitfahrer.

Die nächsten Kilometer verschwimmen in meiner Erinnerung etwas, sehr eindrucksvoll war jedoch das reichliche Essen. Im Morgengrauen, der erstaunlich spät für die kürzeste Nacht des Jahres kam, aßen Timon und ich Kotbullar mit Kartoffelbrei und Preiselbeeren und gen frühen Vormittag gab es in einem ehemaligen Militär Fort echte Lasagne. Die Kontrollstellen sind circa jeweils 20-40 Kilometer auseinander, man kann also entspannt von Essen zu Essen fahren!

Essen und Landschaft überraschten

Als weiterer Eindruck ist natürlich die Landschaft bei mir hängen geblieben. Die Strecke führt durch ewige Wälder, immer ist man umgeben von Radfahrern, die ihre Fahrt genießen. Ebenfalls sehr klar ist meine Erinnerung an eine kalte Nacht. In den Jahren zuvor war das Wetter meist schlecht, dass es viel geregnet hat, das war 2013 zum Glück nicht der Fall. Allerdings waren es nachts circa 10 Grad. Ich bin mit dicken Winterhandschuhen an den Start gegangen und erinnere mich, dass ich diese am Morgen und in der Dämmerung mehrfach auszog wenn die Strecke in der Sonne verlief und auch mehrfach wieder anzog, weil es einfach zu kalt war.

Eine weitere Überraschung war das Profil, irgendwie hatte ich es im Vorfeld abgespeichert, dass eine Runde um einen See ja wohl flach wie ein Topfboden verlaufen würde. Dem war nicht so. Es ging eigentlich ständig leicht bergauf oder bergab, nicht dramatisch viel, aber wenn man erwartet, dass alles flach ist, ist das doch eine Überraschung.


Gen Mittag erreichten wir die letzte Kontrolle und von dort ging es immer noch ein ganzes Stück zurück zum Startort in Motala. Dort pulsiert das Leben während der Vätternrundan. Die gesamte Stadt ist ausgeschildert und man findet sich in dem kleinen Städtchen schnell zurecht. Überall sind Radfahrer, was die Aufregung noch weiter steigert…

Nachdem meine Vätternrundan 2013 so beiendruckend war, haben wir uns im Herbst 2016 kurzentschlossen nochmal für 2017 angemeldet. Ich freue mich auf die Wiederholung des Events und bin gespannt! Bis dahin liegen allerdings noch einige Trainingskilometer vor mir… Darüber werde ich hier und auf meinem Blog regelmäßig berichten…

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Events Radfahren Rennrad fahren

Hamburg Cyclassics – die Teilnahme lohnt sich

Zum 21. Mal fanden am 21. August 2016 die Cyclassics in Hamburg statt. Die lange Tradition merkt man an der hohen TeilnehmerInnenanzahl, an der perfekten Organisation und an den tausenden ZuseherInnen am Straßenrand. Die Cyclassics rühmen sich das größte Straßen Rennereignis Europas zu sein. Ich war vor Ort und habe nachgesehen, ob das stimmt.

Die 100km Strecke

Es war mein erstes Mal in Hamburg. In der Vorbereitung habe ich mir die 100km Strecke auf der Karte angesehen, es war eine Bergwertung mit 96 Höhenmetern eingetragen. Das fand ich amüsant. Ging ich doch davon aus, dass die Landschaft rund um Hamburg ähnlich flach ist wie die um Berlin. Weit gefehlt. Die Strecke war sehr hügelig mit insgesamt 560 Höhenmetern laut meiner Strava Aufzeichnung. Es ist eine landschaftlich sehr schöne, abwechslungsreiche Strecke, die durch den Hafen über die Oberbaumbrücke nach Süden verläuft. Das Wetter war gut, es war leicht kühl und sonnig, einzig der starke Wind machte allen zu schaffen.

Frauen Startblock Hamburg Cyclassics

Der Frauenstartblock war im Vergleich zum Velothon Berlin sehr gut besetzt, dennoch ist hier immer mehr Platz als in den gemischten Startblöcken, wo alle dicht aneinanderstehen. Zeit, um ein wenig zu plaudern. Über die Nervosität, die Vorbereitung und um die Begeisterung zu teilen.

Ein 100km Rennen am Tandem?

Reichlich überrascht war ich als sich zwei Damen mit einem Tandem neben mir einreihten. In einem kurzen Gespräch erzählten sie mir, dass sie bei einem anderen Rennen über eine etwas weitere Strecke eine Zeit von 3:20h fuhren. Ich dachte mir nicht viel dabei, war das doch eine andere Strecke und ich vergaß die Ladies, da ich nicht dachte, dass ich sie noch sehen würde. Vor mir stand eine Teilnehmerin mit einem der modernen Klappräder. Auch interessant dachte ich. Diese Dame sah ich wirklich nicht mehr, ich denke, sie kam nach mir ins Ziel.

Tandem bei Radrennen

Annika und Silke auf ihrem Tandem hatten mich sehr schnell eingeholt. Ich war überrascht, welches Tempo die beiden auf Abfahrten und ebenen Abschnitten fuhren. Ich hätte alleine nicht schneller fahren können. Bergauf sind sie langsamer, das Rad wiegt gute 20 Kilo, das heißt jede der beiden fährt vergleichsweise mit einem schweren Rennrad, weshalb ich mich einmal abgesetzt habe und in einer schnelleren Herrengruppe mitfuhr. Nicht allzu weit, denn auf einem langen Geradeausstück, geriet ich zu weit nach rechts und kam an die Windkante. Ich hatte keine Chance mehr an den Vordermännern im Windschatten zu bleiben. Also habe ich mich zurückfallen lassen, um auf eine Gruppe zu warten. Wen höre ich im Hintergrund rufen, „Wir kommen!“? Meine beiden Tandem-Windschattenspenderinnen. Dankbar, habe ich mich hinten angehängt.

Die Tandemfahrerinnen waren völlig gerechtfertigt die Attraktion des Feldes. Die ZuseherInnen jubelten ihnen zu und viele Fahrer zollten ihnen Respekt mit einem „Daumen hoch“. Ohne die beiden wäre ich vermutlich nicht so schnell gewesen, für mich ist es wichtig jemanden zu haben, an den ich mich anhängen kann. Dazu gibt es sicher verschiedene Meinungen, möglicherweise könnte man meinen, ich würde von anderen profitieren, andererseits kann man auch sagen: ich bin taktisch klug gefahren. Jedenfalls ein Danke an Annika und Silke!

Marathon-Fotos.com

Nach 3:09h bin ich im Zentrum Hamburgs als 113. von 259 Frauen in meiner Seniorinnen Klasse und 339. von 802 Damen gesamt ins Ziel eingefahren. Ein paar Minuten schneller wären möglich gewesen, doch wir mussten bei der Verpflegungsstation kurz anhalten. Die 3 Stunden Marke zu knacken, wäre sich ohnehin nicht ausgegangen.

glücklich 100km radrennen hamburg

Mein Fazit

Es war ein großartiges Erlebnis, da uns auf der ganzen Strecke und speziell im Zieleinlauf die ZuseherInnen anfeuerten. Das war Gänsehautfeeling pur. Die Cyclassics haben sich wirklich gelohnt. Tolle Strecke, perfekte Organisation, ein wahres Radfestival. Schon allein die Tatsache, dass man 100km lang überall freie Fahrt hat, ist großartig. Nirgends sonst als bei einem Rennen, ist das möglich.

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Events Fahrtechnik Mountainbiken Radfahren Sicherheit

Mountainbike Ausfahrten im Wienerwald

Der Wienerwald ist mein Heimrevier. Seit über 10 Jahren ziehe ich hier meine Kreise. Es ist ein angenehm flowiges Gebiet, das für Anfängerinnen sehr gut geeignet ist. Doch es finden sich auch genügend Trails, die bei Fortgeschrittenen für Spaß und Adrenalin sorgen.

Neben den bisher ausgeschilderten Strecken wie Kahlenbergdorfstrecke, Hameau-Strecke usw. wurden im Sommer 2016 die ersten Shared Trails im Wienerwald eröffnet. Fahrspaß garantiert, ist auch im Trailpark in Weidlingbach. Hier befindet sich das untere Ende der Strecke – also gleichzeitig der Beginn der Auffahrt.

2017 wird es Women only BIKESISTERS Ausfahrten im Wienerwald geben. Möchtest du mitfahren?
Dann trage dich bitte in dieser Liste ein, damit ich dich verständigen kann.

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Events Radfahren

Olympia, Sport und überhaupt: Die Leistung zählt, nicht das Geschlecht oder Aussehen

Die olympischen Spiele sind für weibliche Radsportlerinnen das wichtigste Ereignis. Denn es sind die einzige Bewerbe, die große mediale Aufmerksamkeit und Berichterstattung bekommen. Den Rest der Saison werden fast keine Frauenbewerbe im TV übertragen, schon gar nicht live. Frauen werden weniger gut bezahlt und finden weniger Sponsoren. Die Katze beisst sich in den Schwanz. Wenig Medieninteresse, wenig Sponsoreninteresse, wenig Geld für die Frauen, wenig junge Athletinnen kommen nach.

Die Gründe sind vielfältig. Doch ein Grund ist nicht zu übersehen. Dass Frauen in den Medien – und daher auch im Großteil der Gesellschaft – immer noch als Beiwerk gesehen werden. Die Leistungen der Frauen, seien eh schön. Sollen Frauen wirklich Rugby spielen? Ist schon hart. Und beim Beachvollyball sollen sie bitte möglichst knappe Hosen tragen, man(n) will ja auch was fürs Auge haben.

beachvolleyball

Hier ein paar Beispiele – und nein, das Argument „haben wir keine wichtigeren Probleme“ zählt nicht. Denn die Art und Weise wie Frauen dargestellt werden, ist ein Sinnbild des Umgangs in unserer Gesellschaft. Solange Frauen nicht wirklich gleichberechtigt und gleichbeteiligt an Wirtschaft, Sport, Politik etc. sind, solange ist die Diskrimierung von Frauen ein wichtiges Problem.

In der September 2016 Ausgabe des Mountainbike Magazins BIKE, eine der oder die größte Zeitschrift im deutschsprachigen Raum, findet sich dieser Satz:
Bike

Liebe BIKE, schreibt doch mal diesen Satz in einem eurer Berichte: „Nino Schurter stürzte schwer beim letzen Weltcuprennen. Der hübsche Schweizer ist aber wieder am Weg der Besserung.“ Kommt euch komisch vor? Ja, und jetzt mal kurz überlegen, warum das bei Frauen „üblich“ ist.

Es geht um den Sport. Es geht um die Leistung. Nicht darum, ob eine der Sportlerinnen hübsch ist oder nicht. Und überhaupt, was bedeutet das?

Noch schlimmer dieses Beispiel. Ein Posting der Facebook Seite „rad-net“.

Facebook Posting: rad-net

Sie meinen, es sei nicht sexistisch. Die Olympiateilnehmerin im BMX habe freiwillig an dem Fotoshooting teilgenommen. Liebes rad-net, nur weil ihr und sie nicht wisst, was das Wort „sexistisch“ bedeutet, ist es immer noch sexistisch, ob freiwillig oder nicht. Ich nehme ja an, dass der Playboy und ihr niemanden dazu zwingt sich auszuziehen.

Mit solchen Bildern werden Frauen auf ihren Körper reduziert und gleichzeitig werden sie lächerlich gemacht. Stellt euch doch bitte mal Dan Atherton in so einer Pose vor. Kommt euch komisch vor? Ja, ist es auch. Weil Männer stellt man nicht so dar. Sie lassen das auch nicht mit sich machen. Weil bei ihnen das mediale Interesse und das Geld der Sponsoren NICHT in der Hauptsache von ihrem Aussehen abhängt, sondern von ihrer Leistung. Und genau das ist das Problem im Frauensport. Dass (mehr) Geld kommt, wenn frau sich entsprechend darstellt.

Und nein: das Argument, dass Frauen auch Bilder von Männern und ihren Sixpacks gefallen und daran sei nichts Schlimmes – das zieht nicht. Es ist kein gleicher Vergleich. Wir können nicht Birnen mit Äpfeln vergleichen. Die Basis ist eine total andere. Solange Frauen NICHT den gleichen Anteil, an Kohle, Macht und Mitsprache haben wie Männer, solange ist es nicht ok.

Rachel Atherton, der Weltklasse Downhillerin ist vor kurzem der Kragen geplatzt, weil ihre Leistung oft damit begründet wird, dass sie ja mit ihren Brüdern trainieren konnte.

rachel-atherton

Noch ein Beispiel – das nennt sich „Mansplaining“, falls ihr den Ausdruck noch nicht kennt. Das ist das, wenn Männer den Frauen erklären wie die Welt funktioniert. Das Problem ist, dass uns das allen gar nicht auffällt. Bis zu dem Moment, wo wir achtsam werden und plötzlich ist es überall.

Die Weltklasseradfahrerin Annemiek van Vleuten stürzte schwer als sie beim olympischen Straßenrennen in Führung liegend bergab fuhr. Eine der ersten Antworten auf ihren Tweet, dass es ihr nach dem Sturz gut geht, war von einem Mann, der ihr erklärt hat wie man Rad fährt! “First lesson in bicycling, keep your bike steady … whether fast or slow.” – der Tweet ist mittlerweile offline.

Leute, was soll das? Frauen sind kein Beiwerk, sie müssen nicht hübsch sein und als solches bezeichnet werden und man erklärt ihnen nicht alles ungefragt. Alles was im Sport zählt, ist die Leistung. Im Jahr 2016 wäre es echt an der Zeit, dass Frauen endlich als das gesehen werden was sie sind. Eigenständige Menschen, die in jedem Bereich des Lebens hervorragende Leistungen erbringen.

Und zum Schluss ein Video von #CoverTheAthlete, das zeigt wie Männer antworten, wenn ihnen dieselben Interviewfragen gestellt werden wie Frauen: Und ja, das fühlt sich komisch an – und jetzt mal nachdenken, warum Frauen das gefragt werden.

Wer noch weiterlesen mag, hier ein Artikel aus dem Guardian „How to talk about female Olympians without being a regressive creep – a handy guide“ von Lindy West.

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Events Mountainbiken Radfahren

Witziges Rennen – Fuchsjagd mit Rachel Atherton

Anfang Oktober 2016 findet zum dritten Mal die Red Bull & Jeep Fuchsjagd im Nordwesten Englands statt. 200 Downhillerinnen werden von der Weltmeisterin Rachel Atherton „gejagt“. Das Feld startet mit einem Vorsprung und Rachel Atherton will soviele wie möglich bis ins Ziel überholen. Wie das aus der Perspektive der Weltmeisterin aussieht, kann man im Video sehen.

Das sieht nach einem lustigen Rennen aus. Die Leistung steht weniger im Mittelpunkt als das Spiel. Eine gegen Alle und trotzdem jede für sich. Von Rachel Atherton überholt zu werden, wäre mir eine Ehre.