Die Wiederholung steht an: 300km Rennen in Schweden „Vätternrundan“

Hui, 4 Jahre ist das schon her. Wirklich. Wow, ich kann mich noch daran erinnern als wäre es gestern gewesen, dass ich (Lena), in Schweden 300km um den Vätternsee gefahren bin. Dieses Jahr steht die Wiederholung an, Zeit die Teilnahme von 2013 Revue passieren zu lassen.

Vorbereitungen

Die Teilnahme an der Vätternrundan bedarf einiger Vorbereitung, denn will man oder frau teilnehmen, so beginnt das Anmeldeverfahren meist im Herbst des Vorjahres, so auch in 2012. Zusammen mit einigen Freunden meldeten wir uns im Herbst an, da die Veranstaltung meist nach wenigen Minuten ausverkauft ist. Wir hatten also Glück und waren schnell am Klicker, sodass wir einen Startplatz bekamen, leider konnten wir uns die Startzeit nicht aussuchen und so fiel der Zufall auf eine Startzeit um kurz nach 23 Uhr. Soweit ich mich erinnere hat man 24h Zeit um zu finishen? Auf jeden Fall ist die Zeit reichlich bemessen, es sei denn, man möchte eine Startzeit früh am Morgen, dann verschiebt sich die Zielzeit nicht nach hinten. Punkt 12:00 des Folgetags muss man im Ziel sein. Wie dem auch sei, ich wäre gerne entweder später gestartet, dann ist die Nacht nicht so lang, oder früher, dann schafft man noch ein paar Kilometer bevor es dunkel wird.

Wir gingen also gen 23 Uhr an den Start, nachdem wir auf einem nahegelegenen Campingplatz Quartier bezogen hatten und unsere Räder equipped waren. Zum Rad gibt es einige Vorschriften, was erlaubt ist und was nicht. Im Groben beschränkt es sich jedoch auf Beleuchtung und Reflektoren, die angebracht sein müssen. Für unsere Rennräder hatten wir eine praktische Lösung, denn Reflektoren hatten unsere Lampe nicht und so behalfen wir uns mit ein wenig Klebe-Reflektor-Band, was absolut ausreichend war. Ansonsten waren wir mit minimalem Gepäck unterwegs, denn außer Bekleidung und Ersatzschlauch/Pumpe benötigt man nicht viel. Verpflegung gibt es unterwegs reichlich. Dazu später mehr…

Start

Wir gingen also an den Start und rollten die ersten Kilometer in großer Gruppe mit. Angeführt von zwei meiner besten Freunde machten wir ordentlich Tempo. Durch die dunkle Nacht (ja, auch wenn das Event zu Midsommar, also der kürzesten Nacht des Jahres stattfindet ist es ziemlich lange ziemlich dunkel) zogen sich lange Schlangen roter Lichter vor uns. Ein klasse Anblick.

25.000 Menschen fahren mit

Die erste Kontrolle kommt schon nach 47km, und wie an allen nachfolgenden Kontrollstellen gibt es mindestens Blaubeersuppe, Zimtbrötchen, Kaffee, Wasser/Iso-Getränk und je nach Station noch weiteres Essen. Wir hielten uns nicht lange auf, verpassten aber im Getümmel einen Teil unserer Gruppe, ich fuhr mit Timon gemeinsam weiter. Durch die 25.000 Menschen, es ist die größte Radsportveranstaltung Europas (!!!) ist man ohnehin nie alleine unterwegs, von daher findet man bei jedem Tempo ein Hinterrad oder plaudernde Mitfahrer. Die sind übrigens auf allen Gefährten unterwegs. Ein Hollandrad mit Stereoanlage im Lenkerkorb und Fahrer in Hot-Pants-Jeans war das skurillste in Sachen Mitfahrer.

Die nächsten Kilometer verschwimmen in meiner Erinnerung etwas, sehr eindrucksvoll war jedoch das reichliche Essen. Im Morgengrauen, der erstaunlich spät für die kürzeste Nacht des Jahres kam, aßen Timon und ich Kotbullar mit Kartoffelbrei und Preiselbeeren und gen frühen Vormittag gab es in einem ehemaligen Militär Fort echte Lasagne. Die Kontrollstellen sind circa jeweils 20-40 Kilometer auseinander, man kann also entspannt von Essen zu Essen fahren!

Essen und Landschaft überraschten

Als weiterer Eindruck ist natürlich die Landschaft bei mir hängen geblieben. Die Strecke führt durch ewige Wälder, immer ist man umgeben von Radfahrern, die ihre Fahrt genießen. Ebenfalls sehr klar ist meine Erinnerung an eine kalte Nacht. In den Jahren zuvor war das Wetter meist schlecht, dass es viel geregnet hat, das war 2013 zum Glück nicht der Fall. Allerdings waren es nachts circa 10 Grad. Ich bin mit dicken Winterhandschuhen an den Start gegangen und erinnere mich, dass ich diese am Morgen und in der Dämmerung mehrfach auszog wenn die Strecke in der Sonne verlief und auch mehrfach wieder anzog, weil es einfach zu kalt war.

Eine weitere Überraschung war das Profil, irgendwie hatte ich es im Vorfeld abgespeichert, dass eine Runde um einen See ja wohl flach wie ein Topfboden verlaufen würde. Dem war nicht so. Es ging eigentlich ständig leicht bergauf oder bergab, nicht dramatisch viel, aber wenn man erwartet, dass alles flach ist, ist das doch eine Überraschung.


Gen Mittag erreichten wir die letzte Kontrolle und von dort ging es immer noch ein ganzes Stück zurück zum Startort in Motala. Dort pulsiert das Leben während der Vätternrundan. Die gesamte Stadt ist ausgeschildert und man findet sich in dem kleinen Städtchen schnell zurecht. Überall sind Radfahrer, was die Aufregung noch weiter steigert…

Nachdem meine Vätternrundan 2013 so beiendruckend war, haben wir uns im Herbst 2016 kurzentschlossen nochmal für 2017 angemeldet. Ich freue mich auf die Wiederholung des Events und bin gespannt! Bis dahin liegen allerdings noch einige Trainingskilometer vor mir… Darüber werde ich hier und auf meinem Blog regelmäßig berichten…

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