Radfahren kann Wechseljahresbeschwerden lindern. Wissenswertes aus der TCM.

Radfahren in den Wechseljahren
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Es ist meine absolute Überzeugung, dass Radfahren eine der gesündesten Bewegungsformen ist, die es gibt. Dies ist auch in mittlerem und höheren Alter so. Auch wenn ich es persönlich nicht wissenschaftlich belegen kann, so weiß, ja spüre ich, dass es mich „jung“ hält und mir ein lebendiges, gutes Körpergefühl gibt. Und es hilft mir, die krampfartigen Zustände der Regelbeschwerden zu lindern. Darum bin ich sicher, dass es mir, sobald ich ernsthaft in den Wechsel komme – und das wird vermutlich bald sein – hilft, die damit auftretenden psychischen und physischen Auswirkungen zu dämpfen. Denn der Wechsel ist eine Chance für uns Frauen.

Ich kenne leider nur sehr wenige Frauen, die die Wechseljahre als etwas Positives bezeichnen. Für alle anderen ist es ein Zeichen alt zu werden. Die Hälfte des Lebens ist um. Als wäre das nicht schon Grund genug, um eine Krise zu bekommen, verändert sich auch noch der Körper. Das als „weiblich“ definierte – die Schönheit, Jugendlichkeit, Attraktivität – tritt oft ein wenig in den Hintergrund, da sich der Status der weiblichen Hormone ändert – er „wechselt“.

Und doch nennt die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) die Menopause den „zweiten Frühling“ oder die „zweite Pubertät“. Da die Wechseljahre den weiblichen Körper im Alter von ca. 30-60 begleiten, dauert dieser Frühling ganz schön lang. Viele Frauen leiden jedoch unter den Symptomen und Beschwerden in den Wechseljahren und denken, das müsse so sein. Nein, muss es nicht unbedingt. Es können Symptome auftauchen, müssen aber nicht. „Menopause“ bedeutet die letzte Periode ist vorbei. Das heisst frau kann keine Kinder mehr bekommen. Das muss nicht unbedingt etwas Schlechtes sein.

Wechsel als Chance

Die Psychologin Stefanie Zauchner-Mimra beschreibt den Wechsel so:
Das Wort „Wechsel“ kommt von „Weichen“, für etwas Platz machen. Wechseln heisst etwas neu wählen. Das kann der Wohnort sein, die Arbeit, muss aber nicht zwingend der Partner oder die Partnerin sein. Oder es ist ein neues Hobby, ein neuer Sport wie Radfahren.

„Geld wechseln ist wie die Wechseljahre“
Beim Geldschein wechseln, muss ich etwas loslassen, um wieder etwas zu bekommen. Der Wert der Scheine bleibt aber gleich. Ähnlich ist es mit dem Wert der Frau im Wechsel. Alles ändert sich, doch wir sind nicht mehr oder wenniger wertvoll. (Stefanie Zauchner-Mimra)

Die Kraft des Yin und Yang in den Wechseljahren

Yin und Yang sind zwei Begriffe der chinesischen Philosophie. Ohne Yin gibt es kein Yang und umgekehrt.

Das schwarze Yin (dunkel, weich, kalt, weiblich, passiv, Ruhe) und das weiße Yang (hell, hart, heiß, männlich, aktiv, Bewegung) stehen gegenüber. Sie sind entgegengesetzte und dennoch aufeinander bezogene Kräfte. Im Idealfall sind beide gleich groß und ausgeglichen vorhanden.

Das Prinzip des Yin und Yang wird für die verschiedensten Dinge verwendet. Daher gibt es keine klassische Definition. Sehr oft wird „gleich“ und „ungleich“, „stark“ und „schwach“, sowie „männlich“ und „weiblich“ damit in Verbindung gebracht.

In jedem Menschen, gleich welchem Geschlecht man sich zuordnet, ist Yin und Yang in unterschiedlichen Ausprägungen vorhanden. Sie sind eine untrennbare Gesamtheit und ein Kreislauf. Sie steigen und sinken. Doch niemals gleichzeitig. Steigt das Yin, sinkt das Yang.

Der Wechsel in der chinesischen Medizin

In der Traditionellen Chinesischen Medizin sind Yin und Yang auf alle Phänomene anwendbar. Die Ursache einer Krankheit und ihre Symptome ist immer ein Ungleichgewicht von Yin und Yang. Ein Teil im Körper ist stärker als der andere und unterdrückt ihn. Diese Energie tritt dann durch ein Organ nach außen.

YIN | YANG
Leere | Fülle
Innen | Außen
Kälte | Hitze

Beim Älterwerden wird das Yin und Yang der Nieren weniger. Das verursacht Yin-Probleme wie Hitze, Trockenheit, Unruhe oder durch Yang-Mangel Erschöpfung, Antriebslosigkeit und Blasenschwäche.

Die chinesische Medizin redet von Sieben-Jahreszyklen. Mit 14 bekommen Mädchen ungefähr die erste Periode. Nach 7 x 7 Jahreszyklen mit 49 Jahren etwa endet die Periode bei Vielen. Das wertvolle „Chi“, die Lebensenergie wird weniger. Andererseits verlieren wir durch die Menstruation sehr viel Blut. Das heisst, wenn die Menstruation aufhört, steht den Frauen mehr Blut und damit mehr Energie zur Verfügung. Daher kommen die Hitzewallungen.

Männer kommen auch in die Wechseljahre, mit etwa 64 Jahren. Männer haben einen Acht-Jahreszyklus, sagt die chinesische Medizin. Bei ihnen ist der Wechsel unmerklicher, aber der Hormonhaushalt ändert sich auch.

Yin und Yang gehören zusammen. Wir haben Yin und Yang in uns. Frauen gehen im Wechsel von Yin etwas mehr in Yang, weil im Oberkörper und Kopf mehr Blut zur Verfügung bleibt. Je nachdem wieviel Yin Frauen grundsätzlich im Körper haben, wechseln sie mehr zu Yang. Yang ist Feuer, Holz, Wärme. Yin ist Metall und Wasser (Frauen denen eher immer kalt ist).

Yin und Yang Frauen reagieren anders auf den Wechsel. Die Yin-Frau reagiert ruhiger, redet vielleicht nicht so viel über ihre Probleme, die Yang-Frau redet mehr darüber und sucht eine Lösung im Außen. Yang Frauen reagieren öfters über oder sind eher wütend.

Wie will ich mit der Situation umgehen?

Die Frage, die frau sich stellen kann, ist: Was will das Symptom mir sagen? Wenn wir ein Talent, eine Gabe abspalten und verdrängen, kommt es im Körper heraus. Ein Organ übernimmt das was wir nicht leben. Das Wort „Wallen“ kommt von Sprudeln, bewegt fließen, rollen, walzen. Die zweite Bedeutung ist „gehen, pilgern“, die Wallfahrt. Jede kann sich entscheiden: gehe ich, walze ich, ändere ich etwas oder bin ich angepasst? Will ich weiterhin eine Schale sein, die alles aufnimmt und übernimmt oder nicht? Welche Kraft ist in mir, die etwas herausbringen will? Die Wallung tritt auf, wenn man innere Kräfte nicht auslebt. Wozu will ich das nun verstärkte Yang nutzen? Herzklopfen, Herzrasen kann ein Wegweiser sein für das Auflösen der Botschaft. Innere Unruhe zum Beispiel kann plötzlich auftauchen.

10 Tipps für Gelassenheit in den Wechseljahren

1. In sich hineinsehen

Wozu neige ich? Bin ich eher eine Yin- oder Yang-Frau. Bin ich wütender als früher? Was will mir meine Schwäche sagen? Wie kann ich aus meiner Schwäche eine Stärke machen?

2. Anerkennen und Jammern

Es ist nunmal so. Wir werden älter. Das Lesen funktioniert nicht mehr ohne Brille. Menschen sprechen uns mit „Sie“ an. Die Periode wird stärker, sie kommt, wann sie will. Ärgerlich. Jammern wir eine Weile. Stricken wir einen „Jammerlappen“. Trauern wir. Und erkennen wir die Tatsachen an.

3. Gefühle erkennen und verstehen

Unsere Lebensenergie, das „Chi“ bewegt sich nach Gefühl. Wut und Freude zum Beispiel bewegen das „Chi“ nach oben. Frauen, die diese Gefühle stark ausleben haben üblicherweise am meisten mit Hitzewallungen zu tun.

4. Gelassenheit üben

Es ist normal, dass Frauen die älter sind, gelassener werden. Die Weisheit und Gelassenheit kommt nicht per Knopfdruck. Aber das kann frau üben. Das heisst sich beispielsweise mal fragen, ob unsere eigenen Ansprüche und die der Anderen an uns überhaupt berechtigt sind.

5. Eigene Ansprüche senken

Kloßgefühl im Hals, Kopfschmerzen, träge Verdauung, Druck unter dem Rippenbogen sind oft Zeichen dafür, dass man sich selbst unter Druck setzt. Das sind starke Ansprüche an uns selbst. Irgendwie müssen diese nach draußen. Alternativ können wir versuchen unsere Ansprüche zu senken. Nicht perfekt sein, öfter mal „Nein“ sagen. Pausen gönnen.

6. Mut, hurrah!

Anima und Animus wandeln sich. Im Wechsel wird bei Frauen der Animus, also eine Sammlung von männlichen Attributen und Potenzialen stärker. Das heisst, sie trauen sich mehr zu als in jungen Jahren. Diesen Mut nutzen viele Frauen, um ihre Energie und kreative Kraft nach außen zu bringen.

7. Abgrenzen und Frei schaufeln

Die neue Kraft und der Mut machen es einfacher sich abzugrenzen. Die Sonne ist Yang das Ausstrahlende, der Mond ist das aufnehmende Yin. Bildlich gesprochen wie eine Schale oder Schild. Ich kann die Schale offen halten und Ansprüche von außen annehmen, aber ich entscheide wie weit der oder die Andere gehen darf. Ich entscheide, ich schütze mich und verwende die Schale wie ein Schild. Wenn meine Stimmung wechselt, dann darf das so sein, „ich bin im Wechsel“.

8. Die Kraft nach Außen bringen

Jeder Mensch hat etwas was wir in unser Leben mitgebracht haben. Das sind die Dinge, die uns gut tun. Diese sollten Frauen im Wechsel wieder beginnen. Zum Beispiel Zeichnen, ein Buch schreiben, Radfahren oder irgendetwas, was man als Kind oder Jugendliche gern getan hat. Jetzt ist wieder Zeit dafür. Die Energie, die Frauen im Wechsel gewinnen soll nach Außen getragen werden. Ansonsten sucht sie sich ein körperliches Ventil.

9. Ruhe und Bewegung

Eine Mittagspause mit Nickerchen gönnen. Das tut Körper und Seele gut. Es gibt bereits einige Arbeitsstellen die dies mit Ruheräumen ermöglichen. Das ist richtig und wichtig. Wer nicht stricken oder ein Buch scheiben mag, kann Bewegung machen. Wandern, Radfahren es ist egal was. Die körperliche Bewegung bringt die Lebensenergie in Aktion. Besonders im Wechsel ist das wichtig.

10. Selbsthilfe durch Akupressur

Ein probates Mittel gegen Aufregung und Hitze ist Akupressur. In untenstehendem Video gibt dazu Anleitungen für Übungen, die jede selbst durchführen kann. Die Nieren zu massieren, bringt die Energie im Körper herunter.

Die Wechseljahre der Frau aus Sicht der TCM und Tiefenpsychologie

Sehenswerter Vortrag von Heilpraktikerin und Sinologin MA Janka Regenfelder sowie der Psychologin und Komikerin Mag. Stefanie Zauchner-Mimra.

Hinweis: Das ist natürlich alles sehr individuell. Jede Frau geht anders an die Sache heran und jede darf ihren eigenen Weg finden. Erwiesen ist jedoch, dass die chinesische Medizin Wechselbeschwerden sehr gut behandeln kann. In jedem Fall ist eine medizinische Abklärung ratsam.

Was ist Deine Erfahrung mit den Wechseljahren? Hast Du bewusst versucht Deine Gedanken zu steuern? Findest Du, dass regelmäßiges Radfahren hilft?

Quellen:
http://www.ernaehrungsberatung-wien.at/blog/wechseljahre-nach-tcm-ursachen-und-10-ernaehrungstipps-gegen-beschwerden
https://de.wikipedia.org/wiki/Animus_und_Anima
Vortrag Regenfelder und Zauchner-Mimra

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Christiane
Gast
Christiane
Hallo Bikesisters, bin jetzt 56 Jahre alt und fahre seit 15 Jahren RR. Ich habe den Wechsel sozusagen auf dem Rad erlebt und bin sehr froh, diesen tollen Sport für mich gefunden zu haben. Ich freue mich jedes mal, wenn ich meinen inneren Schweinehund überwunden und meine Runden gedreht habe. Ich bin überzeugt, dass regelmäßiges Dampf- Ablassen ganz besonders in den Wechseljahren hilft. Ich fühle mich nach der Schwitzerei viel leichter und ausgeglichener. Inzwischen habe ich auch allen Mut gesammelt, um endlich eine längere Tour zu fahren. Früher hatte ich immer zu viel Angst, alleine zu starten. Bin dann also… Weiterlesen »
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