Mein erstes Mal am E-Mountainbike | Ladies Camp

Premiere! 25 Jahre nachdem ich mein allererstes Mountainbike – mit Stahlrahmen, Starrgabel und Felgenbremsen – erstanden habe, war ich mit einem vollgefederten E-MTB in den Bergen unterwegs. SPORTaktiv, Bosch und das Narzissen Vital Resort in Bad Aussee organisierten das erste Ladies Camp mit E-Mountainbikes in Europa und luden mich als Bloggerin ein. Die ehemalige Weltcup Fahrerin Greta Weithaler und Local Guide Christiane standen uns routen- und fahrtechnisch zur Seite.

Am 24. Mai machte ich mich gegen Mittag auf ins schöne Bad Aussee. Ich war mit der Bahn unterwegs, diesmal kein Problem weil „radlos“, gemütlich mit einmal Umsteigen gondelte ich dem schönen Salzkammergut entgegen. Am Ankunftstag regnete es noch leicht, doch die Vorhersage für Freitag stimmte optimistisch.

Untergebracht wurden wir im Narzissen Vital Resort mit hauseigenem Spa, toller Saunalandschaft und vielen Pools mit wunderschönem Blick auf die Berge der Umgebung – wie Loser, Sarstein und Dachstein. Am Ankunftstag trafen wir uns zu einem gemeinsamen Abendessen mit allen Teilnehmerinnen des Camps.

Nach einer kurzen Begrüßung bekommen alle Teilnehmerinnen ein Goodie Bag mit Sportnahrung von Peeroton, Bosch Radsocken und ein Mountainbike Shirt, sowie einen Ausblick auf das Programm der nächsten Tage.

Die Gruppe der Frauen ist bunt gemischt. Die meisten haben noch nie ein E-Mountainbike bestiegen – so wie ich – manche von ihnen sind sogar komplette Mountainbike Neulinge.

Am ersten Vormittag wurden uns die Leihräder von Flyer ausgegeben. Jedes Bike wurde auf ihre Fahrerin abgestimmt und mit dem Schlüssel für die Akkuentnahme übergeben. Zuerst übten wir am Parkplatz unserer Unterkunft. Bremsen, richtig Schalten, Gleichgewichtsübungen. Zeitgerecht kam die Sonne hervor und es ging zur Eingewöhnung auf die erste Tour zum Ödensee.

Am Samstag machten wir uns bei Prachtwetter auf zur Umrundung des Sarstein. Cirka 50 km und 800 Höhenmeter warteten auf uns. Bei dieser Distanz wurde uns geraten, den eMTB oder Turbo Modus des Elektromotors selten zu verwenden und besser im Eco Bereich zu fahren, damit wir nicht zu früh den Akku leer fahren. Zur Sicherheit nahmen unsere Guides zwei Akkus und Ladekabel mit, damit wir notfalls bei der Mittagspause nachladen konnten. Im Eco Modus schaltet das Bike 50 Prozent der eigenen Trittleistung dazu. Im Tour Modus 120 Prozent und bei Turbo ganze 300 Prozent. Natürlich verbraucht Turbo den meisten Strom. Diese Einstellungen passen sich nicht individuell an, sondern der Modus muss manuell gewechselt werden. Die von uns getesteten Flyer Uproc 3 Modelle haben zusätzlich den eMTB Modus, der sich automatisch mit 120 – 300 Prozent der Trittkraft an das Gelände anpasst, ohne dass man selbst manuell umstellen muss. Dadurch können sogar steilere bergauf Trails gefahren werden. Ich fahre generell lieber kleine Wege, die sich langsam nach oben schlängeln als die langen geraden Schotterpassagen. Beim nach oben treten braucht man Gefühl und die richtige Technik. Genauso ist das beim eMTB-Modus. Bei meinen ersten Uphill Versuchen im Gelände bin ich in der Hälfte gescheitert. Zu ungewohnt war die Geschwindigkeit und der Antrieb berghoch für mich. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass das nach einiger Übung Spaß macht. Greta hat uns gezeigt, was mit dem eMTB und der richtigen Uphill Technik alles möglich ist.

Kurz konnte ich das rund 20 kg schwere vollgefederte Bike im Trailpark testen. Das Teil ist natürlich behäbiger als mein Specialized Enduro – trotzdem oder vielleicht auch aufgrund des höheren Gewichtes fühlte ich mich sicher beim Abfahren.

Weiter ging es an vielen Narzissen-Wiesen mit irrsinnig schönen Aussichten vorbei zum Hallstätter See. Nach dem Hallstädter Bahnhof fuhren wir auf einer Brückenkonstruktion über dem Wasser den See entlang. Danach schlängelte sich der Radweg immer in Sichtweite des Sees bis zu unserer Mittagsrast beim Stegwirt.

Alle waren happy und nur eine Fahrerin wollte zur Sicherheit einen Ersatzakku einsetzen. Der bergigere Teil rund um den Sarstein stand uns ja noch bevor. Und ehrlich gesagt, ohne Unterstützung möchte ich das schwere Rad nirgends hochfahren müssen. Bei den meisten Damen, alle total fitte Leichtgewichte, war der Akku noch fast voll. Bei mir nur mehr halb, habe ich mit dem eMTB Modus im Gelände ja nicht gespart.

Wie angekündigt zog sich die Strecke dann berghoch durch den Wald, länger auch mit steileren Passagen. Es ist schon unglaublich wieviel leichter das mit dem Antrieb ist. Natürlich muss man selbst treten und kommt ins Schwitzen, aber die Belastung für den Körper ist geringer. Für Leute wie mich, mit kaputten Knien oder zu Regenerationszwecken ist ein eMTB sicher eine sehr gute Alternative. Bei 25 km/h stoppt das Rad automatisch die Unterstützung, das heisst auf flachen Strecken wird alles über 25 km/h zur konditionellen Herausforderung.

Generell ist es wichtig beim Elektro-Mountainbiken eine gewissen Grundfitness zu besitzen bzw. sich nicht mit der Tourenlänge und Höhe zu überschätzen. Lieber mit Akkureserven zurückkommen als sich von der Bergrettung abholen lassen müssen, weil man die Schwierigkeit des Bergab-Fahrens unterschätzt hat. Insofern sind solche Touren-Camps mit Fahrtechnik-Tipps eine super Voraussetzung für die Beherrschung des Bikes und das Kennenlernen der eigenen Möglichkeiten. Richtiges Bremsen, Schalten, Anfahren am Berg sowie Orientierung und Kartenlesen sind trotz aller elektronischer Technik wichtige Bausteine, die für mehr Spaß und Sicherheit beim Mountainbiken sorgen.

Für mich persönlich ist die Zeit für ein E-Mountainbike noch nicht gekommen. Wenngleich das Berghoch-Fahren um einiges schneller und leichter geht als ohne Motor und die Fahreigenschaften des getesteten Flyer Uproc 3 sogar für Bikepark Trails geeignet sind, bleibe ich noch beim guten alten Eigenantrieb. Jedesmal wenn wir Menschen auf „normalen“ Bikes überholt haben, hätte ich ihnen am liebsten zugerufen: „Mach dir nix draus, ich fahre mit Strom, das ist unfair!“. In einigen Jahren, wenn die Räder leichter und ich schwerer werden, dann kann ich mir vorstellen, ein E-Mountainbike zu kaufen, um meine Knie zu schonen und Spaß beim Radfahren in der Natur zu haben.

Das Ladies E-Mountainbike Camp hat große Freude gemacht. Man hat auch bemerkt, dass sich die Frauen während der Touren näher gekommen sind und so gestaltete sich der zweite Abend total lustig. Durch gemeinsame Erlebnisse lernen sich Menschen immer noch am besten und schnellsten kennen und verstehen.

Wir verlosen vier Gutscheine für einen Freistart bei der Bosch eMTB-Challenge supported by Trek am 4. Juli 2018 auf der Z-Strecke über 32,5 km. Die ersten vier, die uns bis 20. Juni 2018 eine E-Mail mit ihrer Postanschrift an: marketing@bikesisters.net senden, erhalten den Gutschein.

[Anzeige] Hinweis: Ich wurde als Bloggerin zu diesem Camp eingeladen. Dies beeinflußt meinen Bericht jedoch in keiner Weise.

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2 Kommentare auf "Mein erstes Mal am E-Mountainbike | Ladies Camp"

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Richard H.
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Richard H.

Ich bin zwar ein 70jähriger Bike-Brother, kann aber all eure Erfahrungen genussvoll bestätigen! Ich fahre übrigens mit zwei Knieendoprothesen und genieße die e-Unterstützung! Kann auch nur gutes über den 500W Boschmotor sagen! Komme auch nach Touren über 50-70 km und 800 – 1200 Hm noch mit zwei von fünf Teilstrichen zurück! Noch weiter viel Spaß!