Was ist eine Critical Mass?

Die Critical Mass ist eine Art Radtour und friedliche Demonstration, die mehr Platz für RadfahrerInnen in den Städten einfordert. 1992 fand die allererste Critical Mass in San Francisco statt. Die Touren finden mittlerweile in vielen Städten weltweit regelmäßig statt. Sie sind unorganisiert, das heisst, es gibt keine Veranstalter, sondern irgendjemand ruft zur Critical Mass auf. Finden sich genügend TeilnehmerInnen wird gefahren. Man könnte es auch als Fahrrrad-Flashmob bezeichnen.

In Deutschland und Österreich ist es im Pulk dann auch erlaubt, dass rote Ampeln gemeinsam überfahren werden. Da der gesamte Fahrradtross wie ein Sattelschlepper gemeinsam über die Kreuzung fährt. Die Polizei begleitet manchmal die Critical Mass, aber nicht immer. Für die TeilnehmerInnen gelten Verhaltensregeln wie: die RadfahrerInnen fahren nicht am Gehweg, man fährt nicht auf der gegenüberliegenden Fahrbahn und ist generell freundlich und lässt sich nicht auf Konfrontationen mit AutofahrerInnen ein.

Denn es geht darum friedlich darauf hinzuweisen, dass RadfahrerInnen genauso Platz in der Stadt beanspruchen dürfen wie Menschen in Autos. Die aktuelle Bevorzugung des Autoverkehrs in den Großsstädten ist ein historischer Fehler. In der Stadt ist das Rad das sinnvollste Verkehrsmittel – ökologisch, finanziell und gesundheitlich. Niemand fordert eine komplette Abschaffung des Autoverkehres, doch die Relationen müssen verändert werden. Es gibt Untersuchungen die zeigen, dass das sogenannte Fahrrad Rowdytum daher kommt, dass es einfach permanente Nutzungskonflikte in den Städten gibt. Besonders dort, wo sich dann die RadfahrerInnen mit den FussgängerInnen den spärlichen Platz teilen müssen.

Dass es auch anders geht zeigen Städte wie Amsterdam und Kopenhagen. In denen gezielt dem Fahrradverkehr gleich viel Raum gegeben wird wie allen anderen VerkehrsteilnehmerInnen. Jede zweite Person fährt in Kopenhagen mit dem Rad zur Arbeit.

„Tatsächlich hat die Stadt Kopenhagen ausrechnet, dass jeder gefahrene Radkilometer der Gesellschaft 0,22 Euro Profit bringt.
Autofahren hingegen kostet die Gesellschaft pro gefahrenen Kilometer 0,75 Euro. Hinter der Zahl steckt eine Kosten-Nutzen-Analyse, die zum Beispiel die positiven Auswirkungen auf die Gesundheit, weniger Unfälle und die reduzierte Umweltverschmutzung als Pluspunkt wertet.“ [Quelle: www.wiwo.de/technologie/green/living/zweirad-paradies-kopenhagen-zeigt-der-welt-wie-man-fahrrad-faehrt/13908138.html]

Bei der Teilnahme an einer Critical Mass geht es also nicht gegen die AutofahrerInnen, sondern um ein gemeinsames Miteinander in der Stadt. Es ist Klasse als Radfahrerin mal die Straßen für sich alleine zu haben und neue Leute kennenlernen kann man auch. Probiere es mal aus!

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