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Bike-Portrait Conny Brückner

Conny Brückner ist eine der Initiatorinnen der Velonistas Berlin. Das sind zehn ambitionierte Fahrerinnen aus Berlin und Brandenburg, die sich zu einem Amateur-Frauenteam zusammengefunden haben. Anlass für die Gründung des Teams war die Diagnose "Brustkrebs", die das Leben einer der Fahrerinnen schlagartig veränderte. Über organisierte "Rides" mit vielen Frauen und der Zusammenarbeit mit Organisationen sowie Aufklärungskampagnen soll auf die Wichtigkeit von Aufklärung und Früherkennung hingewiesen werden. Conny selbst hatte 2014 eine tolle Rad-Saison: Siegerin beim Radweltpokal in Sankt Johann und Gesamtsiegerin des MOL-Cup sowie Berliner Meisterin im Zeitfahren und auf der Strasse. Hören könnt ihr Conny immer wieder in Regines Radsalon.

Als kleines Mädchen war es - typisch für eine Kindheit in der DDR - die Friedensfahrt. Meine Heimatstadt war damals mehrmals Etappenziel und ich war restlos begeistert von der Atmosphäre, den blitzenden Rädern und dem Geschwindigkeitswahnsinn eines Massensprints. Das Berufsbild Profi-Rennradfahrerin gab es damals leider noch nicht, aber Christa Rothenburger hat mir mit ihrer Doppelolympiateilnahme (Winterspiele: Eisschnelllauf, Sommerspiele: Rennrad) wirklich imponiert. Erst viel später sind dann Fahrerinnen wie Jeannie Longo oder Judith Arndt dazu gekommen. Ich habe die Radsportlerinnen bewundert, weil sie schon immer ein bisschen gegen den Strom geschwommen sind und einfach keine Hochglanzsportlerinnen waren, sondern kämpferische Frauen mit Ecken und Kanten.

Gelernt habe ich es im Urlaub und indem ich mit dem Rad der Nachbarskinder einfach weggeradelt bin. Ich hatte lange kein eigenes Rad und hab' deswegen meine Eltern genervt, dass ich unbedingt in einen Radsportverein eintreten will, dann bekam man nämlich ein Rad zum Trainieren. Pünktlich zum 10. Geburtstag war es dann soweit: ich trat als Mädchen Nummer 2 in den SC Karl-Marx-Stadt ein.

Ich mochte schon immer das Gefühl der Freiheit, die das Radfahren vermitteln kann. Man kann mit einem Rad überall hinfahren, ohne dass man viel Geld ausgeben muss. Das fand ich schon immer toll.

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Früher hat mich die Aussicht auf Rennen in solchen Situationen immer motiviert. Du hast dir was vorgenommen, also weißt du genau, was dafür zu tun ist. Da stellt sich die Frage der Motivation eigentlich nicht. Jetzt fällt mir das ehrlich gesagt immer schwerer. Ich habe in dem Sinne keine sportlichen Ziele mehr und deshalb muss ich mich auch nicht mehr "quälen", wenn ich nicht will. Aber bei solcher Art Durchhänger hilft eigentlich immer die Verabredung mit Freundinnen oder Freunden.

Conny ganz links neben ein paar Team-Kolleginnen mit ihrem Lieblingsteil, dem Pasculli Renner.

Solange es in der Natur ist und eine schön glatt asphaltierte Straße mit wenig Verkehr existiert, finde ich es überall gut 🙂 An sich würde ich aber gerne mal in den Pyrenäen fahren wollen.

Ach, einfach ein bisschen ruhiger fahren. Ganz früher war bei mir immer Stress, Kette rechts und Druck angesagt. Je mehr Trainingspartnerinnen ich in Grund und Boden gefahren hatte, desto besser war das Training. Das ist natürlich vollkommener Blödsinn. Leider machen viele Anfänger(innen) diesen Fehler.

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