Was passiert bei einem Bike-Fitting? Zahlt sich das aus?

Du fährst mit Rennrad, Mountainbike, Cyclocross-Rad oder Citybike längere Strecken und hast Probleme wie Kribbeln und einschlafende Hände oder Füße? Rücken oder Po schmerzen, die Zehen schlafen ein? Dein Rücken ist nach dem Radfahren total verspannt?

Bikefitting selber machen?

Das kann viele Gründe haben. Die Schuhe sind zu eng oder deine Muskulatur muss sich erst an die Haltung auf dem Fahrrad gewöhnen. Es kann aber auch sein, dass dein Rad und dein Körper nicht optimal aufeinander abgestimmt sind. In solchen Fällen ist ein Bike-Fitting zu empfehlen. Ich bin bisher mit den Tipps aus Büchern oder von Leuten, die um einiges mehr und besser fahren als ich, ganz gut ausgekommen. Ich habe mir mein Rad also selber „gefittet“. Dass mir seit Jahren die Hände einschlafen, habe ich gelernt zu ignorieren. Es vergeht ja auch wieder. Tatsächlich ist es aber so, dass meine Hände stundenlang taub sind. Bei all diesen Problemen hilft ein professionelles Bike-Fitting. Oft sind es nur kleine Veränderungen an der Sitzposition oder an der Position des Lenkers, Sattels oder der Pedale und die körperlichen Probleme verschwinden. Mit modernsten sensorischen Mess-Systemen werden die Druckverteilung am Sattel, die Belastung der Arme am Lenker etc. analysiert.

Hobbyfahrerin wie ich bin, dachte ich, gehst du zu einem Bike-Fitting, siehst dir das mal an, aber was soll schon groß sein. Ist das nicht übertrieben für meine Zwecke? Im Sportmotorik Zentrum Wien angekommen, staune ich nicht schlecht über die Top-Ausstattung. Sogar eine CNC-Fräse gibt es, damit werden die hauseigenen „SensoSoles“ angefertigt. Eine kurze Recherche im Impressum ergibt, dass die Firma Gerlinger, ihres Zeichens Herstellerin von orthopädischen Einlagen und Schuhen Betreiberin des Sportmotorikzentrums ist. Da ist man fußmäßig ja schon in den besten Händen.

Ablauf Bike-Fitting

Simone und Barbara nehmen mich in Empfang, die eine zeigt mir Dusche und Umkleide, die andere bereitet das Rennrad schon mal für die Bewegungsanalyse vor. Zuerst werden meine Füße gescannt. Und zwar von unten. Ich weiß jetzt wie meine Füße unter Druck von unten aussehen. Dass sie Senk-Spreizfüße sind, kam mir bekannt vor. Meine Schulärztin hatte das auch vor 35 Jahren festgestellt. Manches ändert sich doch nie. Danach wird der Rücken gescannt und ja, das Hohlkreuz hatte ich auch schon in der Schule. Die Skoliose dürfte sich aber ausgewachsen haben. Immerhin. Und ich habe eine sehr gleichmäßige Muskelverteilung am Rücken. Zum Entzücken.

Dann stellt Barbara noch ein paar Fragen in Bezug auf die Gelenke und Muskeln etc., die für das Bike-Fitting wichtig sind. Ich berichte ihr von meinen einschlafenden Händen und den manchmal auftretenden Knieproblemen, aber dass ich ansonsten schmerzfrei bin. Und los geht es. Barbara hat das Rad und meine Einstellungen bereits vermessen. Ich bekomme noch Einlagen, die die Druckverteilung an den Füßen zeigen. Ich strample los und werde von vorne, der Seite und von hinten gefilmt.

bike fitting testbericht

Körper- und Fahrradbiometrie

Was ganz klar zu sehen ist und vermutlich der Grund für meine Knieschmerzen ist, ich bewege mein rechtes Knie nach innen während ich nach unten trete. Meine Ferse weicht dabei nach außen aus. Die Einstellungen meiner Pedale, die Länge der Kurbeln, meine Lenkerbreite, der Vorbau – alles passt. Bis auf eine Kleinigkeit von 7 mm. Diese Kleinigkeit ist der Sattel zu hoch. Daher können die einschlafenden Hände kommen. Wir schieben den Sattel sieben Millimeter nach unten und ich fahre nochmal los. Siehe da, auf dem Video kann man einen deutlichen Unterschied erkennen. Erstens: ist sitze nicht mehr so nach vorne, unten gedrückt auf dem Sattel, wodurch der Druck auf die Hände geringer ist. Zweitens: Mein Fuß ist waagrechter, wodurch ich mehr Druck auf das Pedal ausüben kann. Drittens: jetzt sitze ich genau richtig mit dem Körperschwerpunkt in der Mitte des Sattels.

Lass‘ die Profis ran!

Alles in allem habe ich mein bisheriges „Do it yourself Bike-Fitting“ ganz gut hinbekommen. Die professionelle Analyse hat „nur“ eine kleine Änderung am Sattel ergeben, aber es fühlt sich nach einer großen Erleichterung beim Radfahren an! Das hätte ich mir offen gesagt nicht gedacht, aber es ist genauso wie das Bikefitting von Sportmotorik Wien beschrieben wird. Kleine Änderung, große Auswirkung. Ich bin gespannt wie sich das in den kommenden Wochen am Rad anfühlt. Leider ist es Anfang Dezember für längere Ausfahrten zu kalt, aber vielleicht merke ich auch auf der Rolle einen Unterschied. Jedenfalls: selber Machen ist okay, aber eine professionelle Analyse ist besser.

Janin beschreibt ihr Bike-Fitting

„Gleich beim Betreten fühlt man sich willkommen. Begrüßt mit einer heißen Tasse Tee, konnte ich mich auch schnell vom kalten Anfahrtsweg erholen. Babsi und Simone nehmen sich genug Zeit für einen und auch wenn man im Eifer des Gefechts vielleicht auf eine brennende Frage seinerseits vergisst, so kann man sich ohne Probleme jederzeit melden.

Für mich war es am interessantesten zu sehen, wie sich beispielsweise Druckverhältnisse durch minimalste Änderungen am Setting schnell ändern können. Meinem hauptsächlichen Problem, das Einschlafen meiner Füße nach einiger Zeit am Rad, konnte auf den Grund gegangen werden. Auch bei mir hat eine kleine Veränderung an der Sitzhöhe den Ausschlag gegeben, dass ich nun das Gefühl habe, mehr Druck auf das Pedal durch einen veränderten Winkel in Knie und Fußgelenk zu bringen. In diesem Sinne danke an das Sportmotorik-Team und die Bikesisters, die nächste Ausfahrt kann kommen!“

Die richtige Sitzposition finden

Drei Bikesisters beim Bike Fitting

[Anzeige] Hinweis: Das Bike-Fitting wurde zu Testzwecken kostenfrei durchgeführt. Dies beeinflußt meinen Bericht jedoch in keiner Weise.

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