Trailsurfen im Zillertal – eine Alpenregion mit Bike-Potential

Wiesenalmtrail mit Stephan Oberlechner

Das Zillertal ist den Meisten als Wintersportregion zum Skifahren ein Begriff. Weniger bekannt ist, dass das Tal schon im 19. Jahrhundert ein beliebtes Sommerausflugsziel war. 1902 ging die Zillertalbahn in Betrieb, die bis heute als Schmalspurbahn von Jenbach bis Mayrhofen fährt. Die Region eignet sich hervorragend zum Wandern, aber auch zum Mountainbiken und Singletrail fahren.

Bikeguide Stephan Oberlechner von der Mountainbike Schule Tirol zeigte mir die lokalen Singletrails, die mit Bergbahnen zu erreichen sind. Zuerst fuhren wir von Rohrberg nach Gerlos, um die Isstrails zu testen. Zum Einstieg sind wir den einfacheren, flowigen „Iss-Flow“ Trail gefahren. Wie der Name schon sagt: flowig. Dennoch: AnfängerInnen, die nie oder sehr wenig bisher bergab unterwegs waren, werden sich teilweise schwer tun.

Isskogeltrails Mountainbiken

Danach ging es auf „Iss-Natural“, den mittelschweren Trail. Auf den Trails gibt es kürzere und längere North-Shore Passagen, die für mich alle fahrbar waren. Das „Iss-Vertical“ Teilstück ist das schwierigste mit Stellen, die teilweise 2+ auf der Singletrail Skala haben. Der nasse Boden machte mich stellenweise zur Fußgängerin. Für Downhiller und ExpertInnen aber sicher leicht zu bewältigen. Stephan machte es vor, bei ihm sah es ziemlich einfach aus. Aber das ist auch das Tolle an einem Guide. Nicht nur, dass er die Ideallinie oder zumindest eine fahrbare Linie vorfährt, sondern Stephan gab mir auch laufend wertvolle Tipps, wodurch ich am Ende des Tages Spitzkehren fuhr, die ich zu Beginn nicht fahren konnte.
MountainBikeguide Stephan Oberlechner und Anita Posch

Am Nachmittag fuhren wir retour nach Zell, um den Wiesenalmtrail zu fahren. Mit der Rosenalmbahn ging es bis zur Mittelstation. Der Wiesenalmtrail ist zu Beginn flach und flowig. Nach der ersten Straßenquerung wird es schwieriger. Ein kurzes North-Shore Element in einer hängenden Kurve, Holzstufen, Steine und enge Anliegerkurven waren beim wieder einsetzenden Regen eine kleine Herausforderung. Für ambitionierte DownhillerInnen ist der Trail sicher easy. Für mich war es schön, dass ich durch Stephans Hinweise Stellen gefahren bin, die ich danach auch am 2. Tag der Zillertal Bike Challenge durchfahren konnte. Das Schöne am Wiesenalmtrail ist, dass er trotzdem er angelegt ist, wie ein Naturtrail wirkt und sehr abwechslungsreich ist.

Wiesenalmtrail

Neben den angelegten Bikepark-Trails gibt es in der Region viele Naturtrails, die man selbst erkunden kann bzw. wo die Unterstützung durch Bikeguides hilfreich ist. Stephan führt Gruppen von 1 bis 6 Personen und bietet auch Fahrtechniktrainings an (auch Women only möglich).

Mein Fazit: für ein Wochenende sind die Singletrails an den beiden Bergbahnen einen Besuch wert. Wer das Ganze mit Mountainbiken in den Alpen oder einem Fahrtechniktraining verknüpfen will, kann sich mehr Zeit nehmen. Es gibt über 10 beschilderte Touren fürs Mountainbiken auch mit dem E-Mountainbike ist man auf diesen Touren willkommen. Das Zillertal bietet viele Möglichkeiten den Urlaub zu verbringen. Das Potential für ein großes Mountainbike Gebiet mit vernetzten Bergbahnen (wie bei den Skigebieten) ist vorhanden. Das wäre ein Traum für alle BikerInnen und den Tourismus im Zillertal.

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