Von Kassel zum „Brocken“ – ein 270 km Ritt mit fast 4.000 HM

Ein Tourbericht von Kathrin Fuchs aus Kassel.

Da ich bekanntlich nicht die Schnellste bin, musste die Fahrt früh beginnen, soll heißen, um 5:40 Uhr gings los. Die Straßen hatten wir Sonntag früh für uns. Zügig gings über den Umschwang runter ins Werratal nach Witzenhausen. Durch die Kirschenstadt hindurch bis zur Bundesstraße. Diese folgen wir einige hundert Meter und biegen dann rechts ab. Es geht eine kurvenreiche Straße bergauf. Am Scheitelpunkt begrüßt uns ein Schild mit dem Hinweis, dass hier Deutschland und Europa geteilt waren. Mit anderen Worten: wir überqueren die innerdeutsche Grenze nach Thüringen, genauer ins katholische Eichsfeld. Diese Grenzerfahrung sollte nicht die einzige bleiben.

Jetzt geht’s erstmal schön bergab ins Leinetal bis Arenshausen. Von dort dann ein kurzes Stück auf dem traumhaft schönen Leineradweg Richtung Osten. Nach wenigen Metern müssen wir den Radweg bereits verlassen und fahren immer bergan Richtung Bremke. Unbemerkt verlassen wir Thüringen und fahren ins nächste Bundesland: Niedersachsen. Von hier aus durchqueren wir auf weiterhin ruhigen Straßen viele kleine Ortschaften.

Nach Neuenburg kommt eine wunderschöne Kehrenstrasse bergauf durch ein Waldstück. Garmin weist uns auf den ehemaligen Kolonnenweg voran hin. Oben angekommen sehen wir auch schon einen ehemaligen Grenzturm mit den typischen Betonplatten des Kolonnenweges. Diese gibt es hier im „Grünen Band“ zahlreich.

Wir haben leider keine Zeit für Besichtigung und fahren hinab nach Böseckendorf. Ach ja, ab Neuendorf sind wir wieder in Thüringen. Böseckendorf erlangte Berühmtheit, weil rund die Hälfte der Einwohner kurz vor der Grenzerrichtung in den Westen geflohen sind. Das war die größte Massenflucht über die innerdeutsche Grenze.
Direkt hinter dem Ort geht’s wieder nach Niedersachsen ins wunderschöne Duderstadt. Eine schmucke Altstadt mit kleinen Pflastersteinen. Schon früh hat dort ein Café geöffnet, wo wir Energie nachtanken.

Wir verlassen Duderstadt und fahren entlang der „innerdeutschen Grenze“ weiter Richtung Harz. Ein weiteres Stück durch Thüringen und dann wieder Niedersachsen nach Bad Lauterberg. Hier sind wir dann richtig im Harz drin. Ab jetzt geht es immer weiter bergauf. Ein Flachstück führt und noch am Oderstausee vorbei. Alles Bundesstraße natürlich. Vormittags aber noch aushaltbar.

Lange dauerts und wir kommen endlich in Braunlage an. Nach Braunlage fahren wir ins 4. Bundesland des Tages: Sachsen-Anhalt. Jetzt noch bis Elend die Bundesstraße, dann weiter auf Landstraße nach Schierke und von dort dann die eigentliche Auffahrt hoch zum Brocken. Die deutlich sichtbaren Schilder mit der Bitte an die Wanderer, wegen der Radfahrer rechts zu gehen, bleiben unbeachtet. Also bleibt nur Schlangenlinien fahren bis oben.
Das Ganze zieht sich etwas, ist aber sehr schön. Von oben hat man einen wundervollen Blick auf die Ebene.


Oben noch mal gestärkt und die Reset-Taste gedrückt.
Der Rückweg war leider mit Gegenwind verschärft, aber wir sind angekommen.

Alles in allem eine wunderschöne Tour.

Die Tour auf Strava

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