Die optimale Fahrrad-Bekleidung für jede Jahreszeit

Als ich mit dem Mountainbiken und ein paar Jahre später mit dem Rennradfahren anfing, hatte ich keine Ahnung, welche Bekleidung man trägt und mein Kleiderschrank beinhaltete nur Lauf- und Trainingsklamotten. Im Lauf der Zeit kamen immer mehr Teile dazu. Zuerst hatte ich nur Ausstattung für den Sommer. Also kurze Hosen, Trikots. Je mehr ich fuhr und vor allem länger in die kalte Periode hinein, desto mehr Schichten kamen dazu.

Nach einigen Jahren ist die Auswahl meiner Bekleidung fast zur Routine geworden. Einzig in den Umstellungsphasen zwischen den Jahreszeiten muss ich mich daran erinnern, was ich bei den aktuellen Witterungsbedingungen anziehen muss, damit mir weder zu heiß noch zu kalt ist.

Die wichtigsten Kleidungsstücke fürs Radfahren

Das erste Mountainbike oder Rennrad ist gekauft. Jetzt stellt sich die Frage welche Fahrrad-Bekleidung braucht man – und was davon ist am Wichtigsten? Meiner Meinung nach empfiehlt es sich zuerst die Kleidung für jene Stellen zu kaufen, die Körper und Fahrrad miteinander verbinden. Je mehr Freude du am Radfahren entwickelst, desto mehr Teile werden dazukommen.

Mein Frühjahrsoutfit für das Rennradfahren

Die Punkte an denen der Körper das Rad berührt

Fahrradhose mit Sitzpolster

Der erste und wichtigste Kauf für mich ist die Radhose, die mit einem Sitzpolster ausgestattet ist. Ohne so einen Polster wird eine längere Fahrt zur Tortour. Der Polster sollte richtig sitzen und an keiner Stelle scheuern. Mittlerweile gibt es Bekleidungsfirmen, die Pölster speziell für die weibliche Anatomie verkaufen. Anno 1994 als ich mein erstes Mountainbike kaufte, gab es das noch nicht.
Und ja: die Hose wird ohne Unterhose getragen! Nein, das ist nicht unhygienisch, weil die Fahrradhose nach jeder Ausfahrt gewaschen wird. Ich finde eher die Unterhose darunter unhygienisch. Allein beim Gedanken an verschwitzte Baumwolle an meinem Popo fängt meine Haut zu scheuern an. Mir erklären immer wieder Menschen, dass sie sicher nie ohne Unterhose unter der Radhose fahren werden. Wenn sie es dann doch einmal testen, wollen sie nicht mehr wechseln.

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Fahrradschuhe

Hier gibt es unzählige Varianten. Beim Rennradfahren werden andere Schuhe getragen als beim Mountainbiken. Rennradschuhe sind leichter und haben eine glatte, sehr harte Sohle. Mit Mountainbike-Schuhen muss man auch laufen können und einen sicheren Tritt haben. Als AusflugsradlerIn muss man keine speziellen Radschuhe kaufen. Wichtig ist allerdings, dass die Sohle der Schuhe möglichst hart ist.
Je nach Saison gibt es Winterradschuhe oder leichte Sommerschuhe. Die sportlicheren FahrerInnen wechseln bald zu Klickpedalen und den dazu passenden Schuhen.

Fahrrad-Handschuhe

Die dritte Stelle an denen Körper und Fahrrad verbunden sind, sind die Hände. Neben dem Kälteschutz sind Fahrradhandschuhe dazu da die Reibung zwischen den Lenkergriffen und der Haut zu verringern und so Schmerzen vorzubeugen. Andererseits schützen sie die Hände bei einem Sturz. Ein Freund von mir wollte keine Handschuhe tragen. Nach seinem ersten Sturz auf einer Schotterstraße ist er aufgestanden, hat seine Handinnenflächen und die darin steckenden Steine gesehen und meinte: „Jetzt weiß ich, warum man Handschuhe trägt.“

Helm

Bei jeder Ausfahrt mit dem Mountainbike oder Rennrad trage ich einen Helm. Das ist selbstverständlich, erreiche ich doch ziemlich hohe Geschwindigkeiten bergbab und beim Mountainbiken bin ich schon öfter im Gemüse gelandet.

Für FreizeitfahrerInnen und AnfängerInnen nicht sofort notwendig, aber bald unverzichtbar

Trikots und Oberbekleidung

Ich trage immer ein Unterziehshirt (neudeutsch Baselayer) unter dem Trikot. Niemals ziehe ich ein Baumwollshirt an. Das wird durch das Schwitzen nass und schwer und scheuert am Körper. Ausserdem trocknet die Baumwolle im Verlauf einer Tour nie, das heisst der Fahrtwind insbesondere wenn es bergab geht, sorgt dafür dass es kalt um die Nieren und den Oberkörper wird. Und für die Herren: bitte nicht mit nacktem Oberkörper fahren. Das ist genauso unpassend wie mit der kurzen Trainigshose und Badeschlapfen ins Büro zu gehen (das ist nur bei Bademeistern in Ordnung). Ausserdem ist es ein Irrglaube, dass der Schweiß auf nacktem Körper nicht entsteht. Man verkühlt sich bloß leichter, weil der Schweiß nicht aufgenommen wird wie bei einem eng anliegenden Funktionsstoff. Die Sonne knallt dann stundenlang direkt auf die Haut und der Körper kann überhitzen, weil man durch den Fahrtwind die wirkliche Hitze nicht spürt. Und einen Grund habe ich noch: Schweiß, der direkt vom Körper des vorderen Fahrers heruntertropft ist ästhetisch nicht gerade ein Hochgenuß.

Ärmlinge

Ich liebe Ärmlinge. Sie sind ideal bei stark wechselnden Temperaturen. Streift man sie ab, hat man ein Kurzarmtrikot an, zieht man sie über wieder Langarm. Das spart Gepäck und macht aus einem Kleidungsstück zwei. Die Ärmlinge gibt es in verschiedenen Stärken, je nach Temperaturen. Es gibt auch ganz leichte Ärmlinge mit UV-Schutz für den Sommer.

Beinlinge

Beinlinge sind das Pendant zu den Ärmlingen. Ich verwende sie nicht so gerne, weil sie oft hinunterrutschen. Lieber ziehe ich eine Dreiviertel/Kniehose an. Bei mehrtägigen Touren, bei denen das Wetter stark wechseln kann, sind sie immer im Rucksack.

Leichte Wind- und Regenjacke

Von Frühjahr bis Herbst ist eine dünne Windjacke meine Begleiterin beim Rennradfahren. Sie passt in die Trikottasche und hat null Gewicht. Ich lasse sie nur an hochsommerlichen Tagen an denen es sicher nicht regnen wird zuhause. Beim Mountainbiken verwende ich dickere Regenjacken, die finden im Rucksack Platz.

Windbreaker

In den Winter hinein braucht man dickere, windabweisende Jacken. Ich verwende oft eine Universaljacke, die zum Wandern oder Laufen genauso geeignet ist.

Überzieher für die Füße

Die Zehen und Füße sind Wind und Wetter genauso ausgesetzt. Ist es nass, sind sie die ersten, wo man es spürt. In der Übergangszeit und im Winter verwendet man Überzieher (oder Winterradschuhe) über den Radschuhen. Sie sind Wind- und Kälteschutz gleichzeitig (es gibt auch Regenüberschuhe).

Fahrradsocken

Natürlich trage ich spezielle Fahrradsocken. Wer nur ab und an eine Ausflugstour fährt, wird mit Laufsocken oder anderen Sportsocken auch ein Auskommen finden.

Die Fahrrad-Kappe für RennradlerInnen

Kappen trage ich nur beim Rennradfahren unter dem Helm. Sie schützen den Kopf vor Sonnenstrahlen und wenn die Sonne tief steht verwende ich den Schirm als Blendschutz. Wenn es kalt ist, trage ich statt der Kappe eine leichte Mütze oder Stirnband aus Funktionsstoff unter dem Helm. Beim Mountainbiken verwende ich nur im Winter Mützen.

Sonnenschutz – ganz wichtig!

Durch den Fahrtwind merkt man nicht wie die Sonne auf die Haut knallt. Daher sollte man sich immer gut mit Sonnenschutz eincremen und dies während der Fahrt immer wiederholen. Ich weiß, Sonnencreme auf Schweiß auftragen fühlt sich ekelhaft an. Aber lieber das, als einen Sonnenbrand. Es gibt auch Ärmlinge und Beinlinge mit UV-Schutz, Menschen mit heller Haut – wie ich – sollten diese tragen. Man ist ja doch stundenlang im Freien unterwegs.

Ergänzend dazu findest Du hier einen Beitrag von Lena zum Thema Kleidung im Frühjahr.

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